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ETF-Handel: Satte Gewinne werden eingestrichen - ETF-Analyse
04.02.14 15:45
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Kursrücksetzer an den internationalen Aktienmärkten hat eine Verkaufswelle bei börsengehandelten Indexfonds ausgelöst, so die Deutsche Börse AG.
"Es ist zwar keine panikartige Flucht, aber gerade bei Aktien-ETFs haben sehr viele Leute in den vergangenen Tagen Kasse gemacht", berichte Jörg Sengfelder von Flow Traders in Amsterdam und spreche von hohen Umsätzen. Martina Schröttle von der Commerzbank bestätige: "Mit fast 22.000 Trades war die vergangene Woche enorm stark. Normalerweise gelten Wochen mit 15.000 Trades schon als stark."
Die Angst, den weltweiten Konjunkturaufschwung überschätzt zu haben, habe die internationalen Aktienmärkte in den vergangenen Tagen auf Talfahrt geschickt. Nach negativen Meldungen in vielen Schwellenländern hätten zuletzt China und die USA mit schlechter als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten enttäuscht.
Zum Wochenauftakt sei es für die US-Indices Dow Jones und S&P 500 um mehr als 2 Prozent abwärts gegangen, der japanische Leitindex Nikkei sei am heutigen Dienstag mit über 4 Prozent Minus auf den niedrigsten Stand seit rund vier Monaten eingebrochen. Der DAX sei in den vergangenen anderthalb Wochen um gut 600 Punkte gefallen und notiere am Mittag mit 9.075 Punkten erneut 1 Prozent im Minus.
Laut Gregor Hamme von der Unicredit befeuere nicht zuletzt die deutlich gestiegene Volatilität an den Aktienmärkten den Handel mit EFTs. "Es geht im Moment schon sehr turbulent zu, wobei insgesamt die Abgaben überwiegen", fasse der Market Maker zusammen.
Der Volatilitätsindex VDAX-New der Deutschen Börse sei seit Mitte Januar von rund 14 auf aktuell knapp 22 Punkte angestiegen. Der Index messe die implizite Volatilität für den deutschen Aktien-Leitindex DAX. Ein hoher Wert weise auf einen unruhigen Markt hin, niedrige Werte würden eine Entwicklung ohne starke Kursschwankungen erwarten lassen. Den bislang höchsten Tagesschlusskurs habe das so genannte "Angstbarometer" mit einem Indexstand von 83,23 Punkten auf dem Höhepunkt der Finanzkrise am 16. Oktober 2008 erzielt.
Auf der Verkaufsseite würden die Market Maker vor allem Aktien-ETFs führen. Hamme spreche von Rückflüssen in DAX-, MDAX- und EURO STOXX 50-Trackern über alle Emittenten. "Auch bei Aktienindices der Europeripherie steigen Investoren aus", beobachte Hamme und verweise beispielhaft auf den italienischen Leitindex MIB, der in Form des iShares FTSE MIB UCITS ETF zurückgegeben werde.
"Die Devise scheint gerade zu lauten: Wir verkaufen alles", kommentiere Sengfelder, der sowohl bei heimischen als auch bei Aktien aus Fernost und aus Schwellenländern einen klaren Abgabeüberhang verzeichne. "Vom MSCI World (ISIN DE000A0HGZR1 / WKN A0HGZR; ISIN LU0274208692 / WKN DBX1MW) über den DAX (ISIN DE0005933931 / WKN 593393; ISIN LU0274211480 / WKN DBX1DA), den MDAX, den EURO STOXX 50 (ISIN DE0005933956 / WKN 593395; ISIN IE0008471009 / WKN 935927) und den MSCI Japan (ISIN DE000A1H53P0 / WKN A1H53P; ISIN IE00B60SX287 / WKN A0RGCR) kommt alles zurück."
Vor allem Tracker japanischer Aktien seien zuletzt besonders stark unter Druck geraten - genauso wie der Markt in Tokio selbst. Auch Schröttle bestätige diese Tendenz, merke allerdings an, dass Händler an der Tokioter Börse am heutigen Dienstag schon wieder von jeder Menge Kauforders berichtet hätten.
Unter den Schwellenländeraktien würden laut Sengfelder sowohl breite Indices wie der MSCI Emerging Markets (ISIN DE000A0HGZT7 / WKN A0HGZT) verkauft, als auch auf asiatische Aktien fokussierte Indices (ISIN FR0010312124 / WKN LYX0AB; ISIN LU0322252171 / WKN DBX1AE) sowie Indices einzelner Länder, wie etwa Malaysia.
Einen leichten Kaufüberhang melde Sengfelder lediglich für den Lyxor ETF MSCI USA und den iShares S&P 500 UCITS ETF (Acc) (ISIN DE000A0YBR61 / WKN A0YBR6). "Von Euphorie kann man aber auch hier nicht sprechen, es wurde unter dem Strich lediglich etwas mehr gekauft als verkauft", ergänze der Market Maker jedoch.
Profiteur der jüngsten Konjunktursorgen sei indes der vermeintlich sichere deutsche Rentenhafen. "Alles, wo Sicherheit drauf steht, wird aktuell gekauft", wisse Sengfelder und berichte von Zuflüssen in Tracker deutscher (ISIN DE0006289465 / WKN 628946; ISIN LU0468897110 / WKN DBX0C9) und europäischer (ISIN LU0290355717 / WKN DBX0AC; ISIN LU0290356871 / WKN DBX0AD; ISIN CH0202769342 / WKN A1HGFC) Staatsanleihen.
Abgestoßen würden nach Auskunft des Händlers hingegen Staatsanleihen der Europeripherie (ISIN DE000A1J0BF1 / WKN A1J0BF; ISIN DE000A1J0BH7 / WKN A1J0BH) sowie der Lyxor ETF Daily Double Short Bund, der die Entwicklung des deutschen Rentenbarometers Euro Bund Future mit einem Zweifachhebel invers abbilde. Auch Martina Schröttle beobachte seit Beginn dieser Woche Käufe bei deutschen Staatsanleihen (ISIN DE0006289465 / WKN 628946; ISIN DE0006289481 / WKN 628948).
Mit Blick auf einzelne Branchen würden Anleger laut Hamme den jüngsten Kursrückgang bei Finanztiteln zum Wiedereinstieg nutzen. "Seit Beginn der Woche beobachten wir etwa im iShares STOXX Europe 600 Insurance UCITS ETF (DE) (ISIN DE000A0H08K7 / WKN A0H08K) sowie im SPDR MSCI Europe Financials ETF einen Kaufüberhang." Der STOXX Europe 600 Financials habe seit seinem Hoch Mitte Januar bei knapp 227 Punkten auf aktuell 209 Punkte nachgegeben. (04.02.2014/fc/a/e)
"Es ist zwar keine panikartige Flucht, aber gerade bei Aktien-ETFs haben sehr viele Leute in den vergangenen Tagen Kasse gemacht", berichte Jörg Sengfelder von Flow Traders in Amsterdam und spreche von hohen Umsätzen. Martina Schröttle von der Commerzbank bestätige: "Mit fast 22.000 Trades war die vergangene Woche enorm stark. Normalerweise gelten Wochen mit 15.000 Trades schon als stark."
Die Angst, den weltweiten Konjunkturaufschwung überschätzt zu haben, habe die internationalen Aktienmärkte in den vergangenen Tagen auf Talfahrt geschickt. Nach negativen Meldungen in vielen Schwellenländern hätten zuletzt China und die USA mit schlechter als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten enttäuscht.
Zum Wochenauftakt sei es für die US-Indices Dow Jones und S&P 500 um mehr als 2 Prozent abwärts gegangen, der japanische Leitindex Nikkei sei am heutigen Dienstag mit über 4 Prozent Minus auf den niedrigsten Stand seit rund vier Monaten eingebrochen. Der DAX sei in den vergangenen anderthalb Wochen um gut 600 Punkte gefallen und notiere am Mittag mit 9.075 Punkten erneut 1 Prozent im Minus.
Laut Gregor Hamme von der Unicredit befeuere nicht zuletzt die deutlich gestiegene Volatilität an den Aktienmärkten den Handel mit EFTs. "Es geht im Moment schon sehr turbulent zu, wobei insgesamt die Abgaben überwiegen", fasse der Market Maker zusammen.
Der Volatilitätsindex VDAX-New der Deutschen Börse sei seit Mitte Januar von rund 14 auf aktuell knapp 22 Punkte angestiegen. Der Index messe die implizite Volatilität für den deutschen Aktien-Leitindex DAX. Ein hoher Wert weise auf einen unruhigen Markt hin, niedrige Werte würden eine Entwicklung ohne starke Kursschwankungen erwarten lassen. Den bislang höchsten Tagesschlusskurs habe das so genannte "Angstbarometer" mit einem Indexstand von 83,23 Punkten auf dem Höhepunkt der Finanzkrise am 16. Oktober 2008 erzielt.
"Die Devise scheint gerade zu lauten: Wir verkaufen alles", kommentiere Sengfelder, der sowohl bei heimischen als auch bei Aktien aus Fernost und aus Schwellenländern einen klaren Abgabeüberhang verzeichne. "Vom MSCI World (ISIN DE000A0HGZR1 / WKN A0HGZR; ISIN LU0274208692 / WKN DBX1MW) über den DAX (ISIN DE0005933931 / WKN 593393; ISIN LU0274211480 / WKN DBX1DA), den MDAX, den EURO STOXX 50 (ISIN DE0005933956 / WKN 593395; ISIN IE0008471009 / WKN 935927) und den MSCI Japan (ISIN DE000A1H53P0 / WKN A1H53P; ISIN IE00B60SX287 / WKN A0RGCR) kommt alles zurück."
Vor allem Tracker japanischer Aktien seien zuletzt besonders stark unter Druck geraten - genauso wie der Markt in Tokio selbst. Auch Schröttle bestätige diese Tendenz, merke allerdings an, dass Händler an der Tokioter Börse am heutigen Dienstag schon wieder von jeder Menge Kauforders berichtet hätten.
Unter den Schwellenländeraktien würden laut Sengfelder sowohl breite Indices wie der MSCI Emerging Markets (ISIN DE000A0HGZT7 / WKN A0HGZT) verkauft, als auch auf asiatische Aktien fokussierte Indices (ISIN FR0010312124 / WKN LYX0AB; ISIN LU0322252171 / WKN DBX1AE) sowie Indices einzelner Länder, wie etwa Malaysia.
Einen leichten Kaufüberhang melde Sengfelder lediglich für den Lyxor ETF MSCI USA und den iShares S&P 500 UCITS ETF (Acc) (ISIN DE000A0YBR61 / WKN A0YBR6). "Von Euphorie kann man aber auch hier nicht sprechen, es wurde unter dem Strich lediglich etwas mehr gekauft als verkauft", ergänze der Market Maker jedoch.
Profiteur der jüngsten Konjunktursorgen sei indes der vermeintlich sichere deutsche Rentenhafen. "Alles, wo Sicherheit drauf steht, wird aktuell gekauft", wisse Sengfelder und berichte von Zuflüssen in Tracker deutscher (ISIN DE0006289465 / WKN 628946; ISIN LU0468897110 / WKN DBX0C9) und europäischer (ISIN LU0290355717 / WKN DBX0AC; ISIN LU0290356871 / WKN DBX0AD; ISIN CH0202769342 / WKN A1HGFC) Staatsanleihen.
Abgestoßen würden nach Auskunft des Händlers hingegen Staatsanleihen der Europeripherie (ISIN DE000A1J0BF1 / WKN A1J0BF; ISIN DE000A1J0BH7 / WKN A1J0BH) sowie der Lyxor ETF Daily Double Short Bund, der die Entwicklung des deutschen Rentenbarometers Euro Bund Future mit einem Zweifachhebel invers abbilde. Auch Martina Schröttle beobachte seit Beginn dieser Woche Käufe bei deutschen Staatsanleihen (ISIN DE0006289465 / WKN 628946; ISIN DE0006289481 / WKN 628948).
Mit Blick auf einzelne Branchen würden Anleger laut Hamme den jüngsten Kursrückgang bei Finanztiteln zum Wiedereinstieg nutzen. "Seit Beginn der Woche beobachten wir etwa im iShares STOXX Europe 600 Insurance UCITS ETF (DE) (ISIN DE000A0H08K7 / WKN A0H08K) sowie im SPDR MSCI Europe Financials ETF einen Kaufüberhang." Der STOXX Europe 600 Financials habe seit seinem Hoch Mitte Januar bei knapp 227 Punkten auf aktuell 209 Punkte nachgegeben. (04.02.2014/fc/a/e)
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