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ETF-Handel: Peripherie, nein danke!
20.05.14 14:40
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die gute Stimmung an den Börsen macht sich auch im ETF-Handel bemerkbar, so die Deutsche Börse AG.
"Bei uns sind die Umsätze nochmals gestiegen", erkläre Frank Mohr von der Commerzbank. Die Käufe überwögen dabei eindeutig. Auch Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank berichte von einem regen Handel, ebenso Jörg Sengfelder von Flow Traders: "Wir hatten eine sehr gute Woche." Am vergangenen Donnerstag sei der DAX zwischenzeitlich auf 9.810 Punkte gesprungen - ein neues historisches Hoch. Dann sei es wieder deutlich nach unten gegangen, am Dienstagmittag notiere der Index bei 9.640 Punkten.
Auffällig seien derzeit Abflüsse aus Europas Peripherie, sowohl im Aktien- als auch im Rentenbereich. "Betroffen sind etwa der italienische Leitindex FTSE MIB und der portugiesische PSI 20", konkretisiere Mohr. Beide Indices hätten vergangene Woche deutliche Verluste verbucht, seien zuvor aber sehr gut gelaufen.
Auslöser für den Rücksetzer seien mit der anstehenden Europawahl verbundene Sorgen: Umfragen zufolge dürften EU- und Euro-kritische Parteien ihren Stimmenanteil deutlich ausbauen. Zudem hätten die vergangene Woche veröffentlichten Zahlen zum Wachstum in der Eurozone im ersten Quartal enttäuscht: Etwa sei das BIP in Italien um 0,1 Prozent geschrumpft.
Bei Trackern der meisten großen Indices würden unterdessen Zuflüsse überwiegen, allerdings sei das Bild hier nicht so eindeutig. Mohr zufolge gelte das Interesse der Anleger vor allem DAX- (ISIN DE0005933931 / WKN 593393; ISIN LU0378438732 / WKN ETF001) und EURO STOXX 50-ETFs (ISIN DE0005933956 / WKN 593395; ISIN nicht bekannt/ WKN ETFL50).
"Daneben wird aber auch auf Emerging Markets (ISIN DE000A0HGZT7 / WKN A0HGZT), den MSCI World und den MDAX gesetzt." Kleefeld melde Käufe im EURO STOXX 50, jedoch Verkäufe im DAX und MDAX. "Auch andere Smallcap- und Midcap-Indices wie der Russell 2000 werden abgegeben."
Sengfelder zufolge würden DAX-, STOXX Europe 600-, EURO STOXX 50- und breit streuende Schwellenländer-Tracker (ISIN LU0292107645 / WKN DBX1EM; ISIN FR0010429068 / WKN LYX0BX) in den Depots der Anleger landen. "Auch australische Aktien (ISIN LU0496786905 / WKN LYX0FU) sind gesucht."
Trennen würden sich Investoren hingegen von ETFs, die Einzelmärkte abbilden würden wie Brasilien, Russland, Indien und Japan (ISIN LU0292109344 / WKN DBX1MR; ISIN FR0010326140 / WKN LYX0AF; ISIN FR0010361683 / WKN LYX0BA; ISIN LU0274209740 / WKN DBX1MJ). Keine große Rolle würden derzeit US-Aktien spielen. "Das ist angesichts der Rekordstände an den US-Börsen schon erstaunlich", kommentiere Sengfelder.
Im Handel mit Branchen-ETFs stünden Banken-Indexfonds (ISIN DE0006289309 / WKN 628930; ISIN DE000A0F5UJ7 / WKN A0F5UJ) auf den Verkaufslisten, wie Mohr feststelle. "Das hängt wohl mit der Deutschen Bank zusammen." Die habe am Sonntagabend eine Kapitalerhöhung angekündigt.
Käufe hätten hingegen das Bild bei Immobilien-, Gesundheits- und Versicherungs-ETFs bestimmt. Der iShares Euro Stoxx Banks, der sich seit knapp zwei Jahren im Aufwind befinde, verzeichne seit Anfang April wieder Verluste. Wer im Juli 2013 eingestiegen sei, habe seinen Einsatz aber immer noch verdoppelt.
Bei Anleihen aus Italien, Spanien oder Portugal würden ebenfalls Verkäufe dominieren. "Nach dem Hype werden Gewinne mitgenommen", erkläre Kleefeld und nenne als Beispiel den db x-trackers II iBoxx Sovereigns Eurozone Yield Plus. Sengfelder bestätige den Trend: "Wir sehen Abflüsse aus dem iShares Spain Government Bond und dem iShares Italy Government Bond (ISIN DE000A1J0BF1 / WKN A1J0BF)."
Zugegriffen werde laut Kleefeld bei Schwellenländer- und Unternehmensanleihen. Mohr zufolge würden Bundesanleihen mit Laufzeit von 1 bis 5 Jahren gekauft, ebenso Anleihen aus Schwellenländern. "Bei uns heißt es weiter: Raus aus langen, rein in kurze Laufzeiten", bemerke Sengfelder.
Wie Marcel Sattler von ICF Kursmakler berichte, sei mit dem ETFS-E Fund MSCI China A GO seit vergangener Woche übrigens in Europa erstmals ein physisch replizierender Indexfonds auf dem Markt, der an den MSCI China A-Index gekoppelt sei. "Die Pandas sind los", kommentiere der Händler.
Der Indexfonds ermögliche es Investoren, an der Entwicklung von an den Börsen Shanghai oder Shenzhen gehandelten Aktien teilzuhaben. "Der ETF bildet mehr als 460 chinesische Aktien ab und bietet damit eine breitere Diversifizierung als andere Indices mit chinesischen A-Aktien", erläutere Matt Johnson vom Emittenten ETF Securites. Gehandelt werde der ETF, wie alle anderen auch, nicht nur auf Xetra, sondern auch auf dem Frankfurter Parkett über die Spezialisten von ICF Kursmakler in der üblichen Handelszeit zwischen 8 und 20 Uhr.
Mit dem neuen Indexfonds würden nun insgesamt 21 ETFs, die an den chinesischen Markt gekoppelt seien, an der Börse Frankfurt gehandelt. Anbieter seien neben ETF Securities iShares, Lyxor, db x-trackers, Comstage, HSBC, Amundi und die DekaBank. Das umfangreichste Angebot an China-ETFs biete mit Abstand db x-trackers aus der Deutschen Bank-Gruppe. (20.05.2014/fc/a/e)
"Bei uns sind die Umsätze nochmals gestiegen", erkläre Frank Mohr von der Commerzbank. Die Käufe überwögen dabei eindeutig. Auch Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank berichte von einem regen Handel, ebenso Jörg Sengfelder von Flow Traders: "Wir hatten eine sehr gute Woche." Am vergangenen Donnerstag sei der DAX zwischenzeitlich auf 9.810 Punkte gesprungen - ein neues historisches Hoch. Dann sei es wieder deutlich nach unten gegangen, am Dienstagmittag notiere der Index bei 9.640 Punkten.
Auffällig seien derzeit Abflüsse aus Europas Peripherie, sowohl im Aktien- als auch im Rentenbereich. "Betroffen sind etwa der italienische Leitindex FTSE MIB und der portugiesische PSI 20", konkretisiere Mohr. Beide Indices hätten vergangene Woche deutliche Verluste verbucht, seien zuvor aber sehr gut gelaufen.
Auslöser für den Rücksetzer seien mit der anstehenden Europawahl verbundene Sorgen: Umfragen zufolge dürften EU- und Euro-kritische Parteien ihren Stimmenanteil deutlich ausbauen. Zudem hätten die vergangene Woche veröffentlichten Zahlen zum Wachstum in der Eurozone im ersten Quartal enttäuscht: Etwa sei das BIP in Italien um 0,1 Prozent geschrumpft.
Bei Trackern der meisten großen Indices würden unterdessen Zuflüsse überwiegen, allerdings sei das Bild hier nicht so eindeutig. Mohr zufolge gelte das Interesse der Anleger vor allem DAX- (ISIN DE0005933931 / WKN 593393; ISIN LU0378438732 / WKN ETF001) und EURO STOXX 50-ETFs (ISIN DE0005933956 / WKN 593395; ISIN nicht bekannt/ WKN ETFL50).
"Daneben wird aber auch auf Emerging Markets (ISIN DE000A0HGZT7 / WKN A0HGZT), den MSCI World und den MDAX gesetzt." Kleefeld melde Käufe im EURO STOXX 50, jedoch Verkäufe im DAX und MDAX. "Auch andere Smallcap- und Midcap-Indices wie der Russell 2000 werden abgegeben."
Sengfelder zufolge würden DAX-, STOXX Europe 600-, EURO STOXX 50- und breit streuende Schwellenländer-Tracker (ISIN LU0292107645 / WKN DBX1EM; ISIN FR0010429068 / WKN LYX0BX) in den Depots der Anleger landen. "Auch australische Aktien (ISIN LU0496786905 / WKN LYX0FU) sind gesucht."
Im Handel mit Branchen-ETFs stünden Banken-Indexfonds (ISIN DE0006289309 / WKN 628930; ISIN DE000A0F5UJ7 / WKN A0F5UJ) auf den Verkaufslisten, wie Mohr feststelle. "Das hängt wohl mit der Deutschen Bank zusammen." Die habe am Sonntagabend eine Kapitalerhöhung angekündigt.
Käufe hätten hingegen das Bild bei Immobilien-, Gesundheits- und Versicherungs-ETFs bestimmt. Der iShares Euro Stoxx Banks, der sich seit knapp zwei Jahren im Aufwind befinde, verzeichne seit Anfang April wieder Verluste. Wer im Juli 2013 eingestiegen sei, habe seinen Einsatz aber immer noch verdoppelt.
Bei Anleihen aus Italien, Spanien oder Portugal würden ebenfalls Verkäufe dominieren. "Nach dem Hype werden Gewinne mitgenommen", erkläre Kleefeld und nenne als Beispiel den db x-trackers II iBoxx Sovereigns Eurozone Yield Plus. Sengfelder bestätige den Trend: "Wir sehen Abflüsse aus dem iShares Spain Government Bond und dem iShares Italy Government Bond (ISIN DE000A1J0BF1 / WKN A1J0BF)."
Zugegriffen werde laut Kleefeld bei Schwellenländer- und Unternehmensanleihen. Mohr zufolge würden Bundesanleihen mit Laufzeit von 1 bis 5 Jahren gekauft, ebenso Anleihen aus Schwellenländern. "Bei uns heißt es weiter: Raus aus langen, rein in kurze Laufzeiten", bemerke Sengfelder.
Wie Marcel Sattler von ICF Kursmakler berichte, sei mit dem ETFS-E Fund MSCI China A GO seit vergangener Woche übrigens in Europa erstmals ein physisch replizierender Indexfonds auf dem Markt, der an den MSCI China A-Index gekoppelt sei. "Die Pandas sind los", kommentiere der Händler.
Der Indexfonds ermögliche es Investoren, an der Entwicklung von an den Börsen Shanghai oder Shenzhen gehandelten Aktien teilzuhaben. "Der ETF bildet mehr als 460 chinesische Aktien ab und bietet damit eine breitere Diversifizierung als andere Indices mit chinesischen A-Aktien", erläutere Matt Johnson vom Emittenten ETF Securites. Gehandelt werde der ETF, wie alle anderen auch, nicht nur auf Xetra, sondern auch auf dem Frankfurter Parkett über die Spezialisten von ICF Kursmakler in der üblichen Handelszeit zwischen 8 und 20 Uhr.
Mit dem neuen Indexfonds würden nun insgesamt 21 ETFs, die an den chinesischen Markt gekoppelt seien, an der Börse Frankfurt gehandelt. Anbieter seien neben ETF Securities iShares, Lyxor, db x-trackers, Comstage, HSBC, Amundi und die DekaBank. Das umfangreichste Angebot an China-ETFs biete mit Abstand db x-trackers aus der Deutschen Bank-Gruppe. (20.05.2014/fc/a/e)
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