ETF-Handel: Noch nicht über den Berg - ETF-Analyse


03.02.16 09:10
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Spuk vom Jahresanfang ist vorbei, wettgemacht werden konnten die heftigen Verluste aber noch nicht, so die Deutsche Börse AG.

Die Börsen würden sich weiter nervös zeigen, geschaut werde vor allem auf den Ölpreis. "Mal wird gekauft, mal verkauft, der Trend fehlt", berichte Gregor Hamme von der UniCredit Group. Andreas Bartels von der Commerzbank melde unterdessen einen klaren Käuferüberhang von rund zwei Dritteln. "Das ist angesichts der fehlenden Euphorie an den Märkten schon erstaunlich." Marco Salaorno von der Société Générale habe hingegen vor allem Abgaben beobachtet.

Nach deutlichen Kursgewinnen bis Mitte vergangener Woche zeige sich der DAX mittlerweile wieder schwächer, am Dienstagmittag notiere der Index bei 9.628 Punkten. "Zumindest haben sich die Märkte gefangen", bemerke Hamme. Die Umsätze seien dem Händler zufolge zurückgegangen. "Es ist weniger los als Anfang und Mitte Januar." Bartels berichte von einem regen Handel mit 32.000 Transaktionen - der Durchschnitt 2015 habe bei knapp 30.000 gelegen. "Allerdings waren die Volumen kleiner, es sind eher die Privatkunden, die handeln, weniger die institutionellen."

Wenn gekauft worden sei, dann vor allem europäische Aktien. Bartels zufolge hätten sich Anleger in EURO STOXX 50- und DAX-Trackern positioniert, aber auch in MSCI World- und MSCI USA-ETFs. Laut Hamme würden viele Anleger versuchen, die Bewegung am Markt zu spielen. Ge- und verkauft würden, je nach Marktlage, EURO STOXX 50-Tracker, aber auch Short- und Leveraged-ETFs wie der Lyxor EURO STOXX Daily Short oder der Lyxor EURO STOXX Double Short (ISIN FR0010424143 / WKN A0MNT7). Bei der Société Générale habe es viele Abflüsse gegeben, etwa aus MSCI Emerging Markets-, S&P 500- und MSCI World-ETFs. "Das waren durchaus hohe Volumen." Ein leichtes Interesse habe es hingegen bei MSCI Europe-Trackern gegeben.

Angesagt seien japanische Aktien gewesen, nachdem die japanische Notenbank am Freitag überraschend die Einführung von Strafzinsen beschlossen habe. Geschäftsbanken müssten zukünftig 0,1 Prozent zahlen, wenn sie ihr Geld bei der Bank of Japan parken würden. Die Entscheidung habe vorübergehend zu einem deutlichen Anstieg des Nikkei geführt, später sei es aber wieder nach unten gegangen.

Hammes Kollege Stefano Valenti melde hohe Zuflüsse in den iShares MSCI Japan und den Amundi Japan Topix Euro Hedged Daily, Bartels Zuflüsse in MSCI Japan-ETFs. "Immer bc beziehen, etwa den Nikkei 400", erkläre Bartels. Als Beispiel nenne er den Source JPX-Nikkei 400 Euro Hedged.

Auch in Schwellenländeraktien seien Valenti zufolge die Positionierungen gestiegen, etwa im iShares MSCI Emerging Markets. "Von einer richtigen Wende kann man aber nicht sprechen." Bei der Commerzbank hätten Emerging Markets-Aktien hingegen noch auf den Abgabelisten gestanden. Mit dem db x-trackers MSCI Emerging Markets (ISIN LU0292107645 / WKN DBX1EM) habe es ein Schwellenländer-ETF zumindest einmal wieder unter die Top Ten auf der Umsatzliste der Börse Frankfurt für die vergangenen fünf Handelstage geschafft, was zuletzt eher selten gewesen sei.

Viel los sei in Öl- und Gas-ETFs gewesen. Der Ölpreis habe vergangene Woche nämlich einen großen Satz nach oben gemacht, die Notierung für ein Barrel der Nordseesorte Brent sei bis Freitag auf 35,85 US-Dollar geklettert. Vor zwei Wochen seien es weniger als 29 US-Dollar gewesen, aktuell seien es wieder 33 US-Dollar. Auslöser für den Anstieg sei das Gerücht gewesen, dass Saudi-Arabien eine Produktionskürzung plane und ein Treffen der OPEC-Länder mit anderen Förderländern organisiert werde solle. OPEC-Vertreter hätten dies aber später dementiert.

Anleger hätten sich entsprechend positioniert: "Bei uns gab es hohe Zuflüsse in ETFs, die die Ölbranche abbilden, etwa den Lyxor Stoxx Europe Oil & Gas (ISIN FR0010588210 / WKN LYX0A9)", melde Hamme. Auch bei der Commerzbank sei auf die Energiebranche gesetzt worden. Aus den Portfolios seien hingegen Aktien der Finanz- sowie der Lebensmittel- und Getränkebranche geflogen.

Für Renten-Indexfonds würden sich derzeit nur wenige Anleger interessieren. Der Commerzbank zufolge seien europäische Unternehmensanleihen gesucht gewesen, Zu- und Abflüsse habe es in High Yield- sowie Emerging Markets-Anleihen gegeben. "Da sind sich Kunden offenbar nicht einig, wo es hingeht", kommentiere Bartels. (Ausgabe vom 02.02.2016) (03.02.2016/fc/a/e)





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