ETF-Handel: "Niemand verfällt in Panik"


24.08.22 10:41
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Sommerstimmung an der Börse ist dahin, so die Deutsche Börse AG.

Vergangenen Mittwoch sei die Wende gekommen. Auf 13.920 Punkte sei der DAX zuvor gestiegen, dann sei es kräftig nach unten gegangen, am Dienstagmittag stehe der Index nur noch bei 13.240 Zählern. "Die Konjunktursorgen, die hohe Inflation und die Notenbankpolitik machen sich wieder bemerkbar," erkläre Jan Duisberg von der ICF Bank.

Auch am ETF-Markt überwögen die Verkäufe, wie Frank Mohr von der Société Générale berichte - allerdings auf niedrigem Niveau. "Es ist insgesamt sehr ruhig." Duisberg bestätige das: "Der Kursrückgang hat keine Verkaufswellen ausgelöst, niemand ist in Panik verfallen." Die Umsätze seien extrem niedrig geblieben.

Es würden weiter die Umsätze mit globalen und US-Portfolios dominieren, wie Mohr feststelle. "Tracker europäischer Aktien fallen immer weiter zurück und haben vergangene Woche nur noch 6 Prozent der Umsätze ausgemacht." Für Welt-ETfs melde er überwiegend Käufe, etwa für den HSBC MSCI World und den Lyxor MSCI World (ISIN LU0392494562 / WKN ETF110). Auch Duisberg berichte von einem regen Handel mit MSCI World-ETFs, etwa von Invesco.

Torben Bendt von Lang & Schwarz sehe allerdings auch fortgesetztes Interesse am iShares Stoxx Europe 600 (ISIN DE000263530/ WKN). Außerdem würden gehebelte Nasdaq-ETNs wieder rege gehandelt, konkret der WisdomTree Nasdaq 100 3x Daily Leveraged und der WisdomTree Nasdaq 100 3x Daily Short. Die würden die Nasdaq 100-Entwicklung mit Hebel 3 wiedergeben, im zweiten Fall invers. Der Nasdaq 100 sei seit Mitte Juni stark gestiegen, seit Mitte August gehe es aber wieder abwärts.

Beliebt seien bei Kunden der ICF Bank derzeit auch europäische Growth-Aktien, etwa mit dem Deka Stoxx Europe Strong Growth 20.

Was Branchen angehe, stünden derzeit die Versorger- und Energiebranche klar im Fokus. Hintergrund sei der abermals gestiegene Großhandelspreis für Gas nach der Gazprom-Ankündigung, die Lieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 Ende August für drei Tage zu unterbrechen. Viel gekauft werde zum Beispiel der Lyxor MSCI World Utilities. Der gebe die Entwicklung von weltweiten Versorgern wieder, Schwerpunkt seien mit 66 Prozent klar die USA. Seit Jahresanfang sei der Kurs um 17 Prozent gestiegen. Der Lyxor MSCI World Energy komme seit Jahresanfang sogar auf ein Plus von 52 Prozent.

Sehr viel Nachfrage würden die Händler zudem für Gas- und Öl-ETCs melden. Als Beispiele nenne Bendt den WisdomTree Natural Gas 3x Daily Leveraged und den WisdomTree Natural Gas 2x Daily Leveraged. Mit denen werde auf einen steigenden Gaspreis gesetzt, und zwar mit Hebel 3 beziehungsweise 2. "An Short-Produkte sehen wir nicht so viel Interesse." Ebenfalls gefragt bei Lang & Schwarz: der WisdomTree WTI Crude Oil 2x Daily Leveraged. In diesem gehe auch bei der ICF Bank viel um, wie Duisberg erkläre.

Duisberg registriere außerdem noch gute Umsätze im VanEck Semiconductor. "Das ist ein Nischenprodukt."

Im Anleihenbereich stünden derzeit High Yield-Unternehmensanleihen auf den Verkaufslisten, ebenso inflationsgebundene Anleihen wie der Lyxor EUR 2-10Y Inflation Expectations, wie Mohr beobachtet habe. "Ansonsten ist kein klarer Trend erkennbar."

Etwas mehr los sei laut Duisberg mittlerweile wieder in Krypto-ETNs, etwa im 21Shares Ethereum. Nach dem Absturz hätten sich die Kryptowährungen im Juli etwas erholt, nun würden sie aber wieder schwächeln. Der Bitcoin koste aktuell 21.394 US-Dollar. (Ausgabe vom 23.08.2022) (24.08.2022/fc/a/e)






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