ETF-Handel: Nicht Fisch, nicht Fleisch


24.07.18 16:41
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Mit der anhaltenden Zick-Zack-Bewegung der europäischen Märkte zögern Anleger bezüglich größerer Positionierungen, es bleibt aber bei einem leichten Käuferüberhang, wie die Händler melden, so die Deutsche Börse AG.

Nach dem Anstieg des DAX auf 12.765 Punkte am Mittwoch vergangener Woche habe der Index zwischenzeitlich nachgegeben. Am Dienstagmorgen notiere er - getrieben von positiven Quartalszahlen - wieder bei 12.727 Zählern.

An den US-Börsen sei es im Juli überwiegend aufwärts gegangen, der Dow Jones halte sich weiter über der Marke von 25.000 Punkten. "Die USA mit dem Handelskonflikt und den Leitzinserhöhungen sind weiter die bestimmenden Themen", stelle Bruce Gunn von IMC Markets fest. Dazu komme aktuell der Schlagabtausch zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem iranischen Amtskollegen Hassan Ruhani. Überwiegend positiv aufgenommen würden hingegen die US-Quartalsberichte.

Im Handel mit ETFs mache sich allerdings die Sommerpause bemerkbar. Die Commerzbank melde für die vergangene Woche zwar noch 31.000 Transaktionen, die Volumina seien aber bereits zurückgegangen. "Und diese Woche ist es doch sehr ruhig", stellt Andreas Bartels fest. "Es ist wenig los", erkläre auch Oliver Kilian von der UniCredit Group.

Bei Aktien-ETFs überwögen die Käufe leicht, wie die Händler beobachtet hätten, ein klares Bild, was gekauft und verkauft werde, fehle aber. Gunn berichte von leichten Zuflüsse in DAX- und EURO STOXX-ETFs, Kunden der Commerzbank hätten DAX-Indexfonds gekauft und sich von EURO STOXX 50- und MSCI EMU-Indexfonds getrennt. Kilian zufolge seien DAX-Tracker (ISIN LU0274211480 / WKN DBX1DA, ISIN DE0005933931 / WKN 593393) hingegen abgegeben worden, MSCI EMU-, MSCI Europe und vor allem auch STOXX Europe 600-Indexfonds aber gekauft. Gesetzt worden sei auch auf USA-Tracker, wie Kilian beobachtet habe, etwa den iShares S&P 500 mit und ohne Währungs-Hedge (ISIN IE0031442068 / WKN 622391, ISIN IE00B3ZW0K18 / WKN A1C5E9) sowie US-Small Caps.

Positionierungen hätten laut Kilian auch in US-Value-ETFs wie dem iShares Edge MSCI USA Value Factor überwogen. Allerdings scheine die Begeisterung für Smart Beta- bzw. Faktor-ETFs etwas nachgelassen zu haben: Wie der ETF-Emittent Lyxor melde, wachse diese Produktgruppe kaum noch. Gegenüber Ende 2017 sei das Gesamtvermögen zwar um 3,3 Prozent auf 36,4 Milliarden Euro gestiegen, darin enthalten sei aber die Marktentwicklung in Höhe von 3,2 Prozent. Netto seien dem Markt im ersten Halbjahr gerade einmal 12 Millionen Euro an neuen Geldern zugeflossen, heiße es im Lyxor Smart Beta-Barometer.

Wieder etwas stärker beachtet würden Schwellenländermärkte: Von einem klaren Trend hin zu Emerging Markets-Aktien berichte Gunn. Die Commerzbank melde hingegen ein ausgeglichenes Verhältnis von Zu- und Abflüssen, die UniCredit sogar einen Verkaufsüberhang, getrieben durch Abgaben von brasilianischen Aktien, etwa mit dem iShares MSCI Brazil.

Die Finanzbranche bleibe im Fokus der Anleger: ETFs, die die europäische oder US-amerikanische Finanzbranche abbilden würden, seien zuletzt wieder aus den Portfolios geflogen. Bartels nenne als Beispiel den iShares S&P 500 Financials Sector. Einen leichten Verkaufsüberhang melde die Commerzbank auch in Energie- und Technologie-ETFs, Kunden der UniCredit hätten auf Grundstoff- (ISIN FR0010345389 / WKN LYX0AX) gesetzt und sich von Versorger-ETFs (ISIN FR0010344853 / WKN LYX0A3) getrennt.

Ein gemischtes Bild biete auch der Handel mit Anleihen-ETFs: Einhellig würden die Händler von Käufen in kurzlaufenden US-Treasuries berichten. Gefragt gewesen seien laut Kilian außerdem noch europäische Staatsanleihen mit Top-Bonität, etwa über den Amundi Government Bond Highest Rated EuroMTS Investment Grade. Schwellenländer-Staatsanleihen in Lokalwährungen ohne Währungsabsicherung (ISIN IE00B5M4WH52 / WKN A1JADV) seien außerdem getauscht worden in solche mit Währungs-Hedge (ISIN IE00B9M6RS56 / WKN A1W0MQ).

Kunden der Commerzbank würden sich außerdem vom ComStage Commerzbank Bund-Future Short (ISIN LU0530119774 / WKN ETF562) trennen, mit dem auf einen fallenden Bund-Future und somit steigende Zinsen gesetzt werden könne. (24.07.2018/fc/a/e)





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