ETF-Handel: Markt hält sich wacker


08.07.15 10:38
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Auch nach dem klaren "Nein" der Griechen zu den Reformvorschlägen der Gläubiger bleiben die meisten Anleger gelassen - von Panik keine Spur, so die Deutsche Börse AG.

"Griechenland ist zwar weiter das beherrschende Thema, wir sehen aber Käufe und Verkäufe", berichte Carsten Schröder von der Commerzbank.

So mancher nutze die niedrigen Kurse für einen Einstieg. "'Buy the dip' - auf dem tiefsten Punkt der Delle kaufen - scheint für einige das Motto zu sein." Laut Gregory Guerrand von der BNP Paribas sei China und der Einbruch an dortigen Aktienmärkten neben Griechenland "heißes" Thema. "Dort gibt es in der Tat einen Ausverkauf."

Der DAX habe bereits vor dem Referendum der Griechen geschwächelt, danach habe es weitere Rücksetzer gegeben, zu einem Ausverkauf sei es bislang aber nicht gekommen. Am heutigen Dienstag gehe es leicht abwärts, am Mittag notiere der Index bei 10.851 Punkten. Seit dem Rekordhoch im April habe das Börsenbarometer damit um über 1.500 Punkte oder 12 Prozent nachgegeben.

Es werde zwar rege gehandelt, eins zu eins spiegele sich die hohe Volatilität aber nicht in den Umsätzen wider, wie Händler feststellen würden. Schröder berichte von 36.400 Transaktionen für die Woche, etwas mehr als in der Vorwoche. Bei Aktien hätten mit 54 Prozent Käufe sogar noch überwogen. "Es ist eben schon viel eingepreist."

Für DAX- und EURO STOXX 50-Tracker melde der Händler Zu- wie Abflüsse. "Einen kleinen Verkaufsüberhang hatten wir bei MSCI Europe-, einen Käuferüberhang bei S&P 500-ETFs."

Bei der BNP Paribas würden Investoren weiterhin vor allem zu DAX-, EURO STOXX 50- und STOXX Europe 600-Trackern greifen. "Französische und italienische Aktien wurden aber eher abgestoßen", berichte Guerrand. Auch von US-Aktien (ISIN FR0011550185 / WKN A1W4DP) hätten sich Anleger tendenziell getrennt. An der Börse Frankfurt würden klassische DAX- und EURO STOXX 50-ETFs (ISIN DE0005933931 / WKN 593393; ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01; ISIN LU0274211480 / WKN DBX1DA; ISIN DE0005933956 / WKN 593395; ISIN DE000ETFL029 / WKN ETFL02) die Umsatzliste für die vergangenen Handelstage beherrschen.

Wie die griechischen Banken bleibe auch die Börse in Athen weiter geschlossen, mindestens bis zum Mittwoch. Das habe Auswirkungen auf ETFs, die den griechischen Markt abbilden würden. So habe Lyxor bereits vergangene Woche die Rücknahme von Anteilen seines Indexfonds Lyxor FTSE Athex Large Cap (ISIN FR0010405431 / WKN LYX0BF), dem einzigen an der Börse Frankfurt gehandelten ETF zu griechischen Aktien, ausgesetzt.

An Chinas Börsen gehe es weiter abwärts, die am Wochenende verkündeten Stützungsmaßnahmen seitens der Regierung seien offenbar bereits verpufft. "Die Blase ist geplatzt", kommentiere Stefano Valenti von der Unicredit Group. "Es wird nur verkauft." Allerdings gebe es deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Indices. "Von den Interventionen profitierten nur Indices mit großen Unternehmen." Beim Shenzhen Composite- und CSI 300-Index, die viele mittelgroße und kleine Unternehmen abbilden würden, seien die Verluste besonders heftig. "Bei einigen Aktien kam es auch zu Handelsaussetzungen."

Anleger hätten sich Valenti zufolge zum Beispiel vom Lyxor China Enterprise und vom iShares China Large Cap (ISIN DE000A0DPMY5 / WKN A0DPMY) getrennt. Der db x-trackers CSI 300 (ISIN LU0779800910 / WKN DBX0M2) habe in den vergangenen Wochen fast 30 Prozent an Wert verloren. Durch den rasanten Kursanstieg zwischen vergangenem Sommer und Mai dieses Jahres würden Anleger, die vor sechs Monaten eingestiegen seien, aber immer noch auf ein Plus von 11 Prozent kommen, auf Sicht von einem Jahr habe sich der Anteilswert noch verdoppelt.

Bei der Commerzbank habe der Crash in China nur eine untergeordnete Rolle gespielt. "Bei uns gab es Verkäufe und Käufe, ebenso für andere Schwellenländer-ETFs", erkläre Schröder.

Bei der Unicredit würden ETFs gekauft, die den indischen oder vietnamesischen Markt abbilden würden, konkret der Lyxor MSCI India oder der db x-trackers FTSE Vietnam. Auch bestimmte breit aufgestellte Emerging Markets-Tracker seien beliebt, etwa der UBS MSCI Emerging Markets und der SPDR MSCI Emerging Markets, während Schwellenländer-Indexfonds von der Deutschen Bank, Amundi und Lyxor abgestoßen würden.

Von den Branchen-ETFs gelte der Blick der Anleger einmal mehr Banken (ISIN DE0006289309 / WKN 628930), befürchtet würden Belastungen durch einen Grexit. Die BNP Paribas melde Abflüsse aus europäischen Banken-ETFs, bei der Commerzbank seien allerdings beide Seiten gespielt worden.

Darüber hinaus hätten sich Anleger bei der Commerzbank von Immobilien- getrennt und sich in Grundstoffunternehmen positioniert, bei der BNP Paribas sei auf internationale Banken-Titel gesetzt worden.

An Renten-ETFs würden Anleger derzeit wenig Interesse zeigen, wie Schröder feststelle. "Bei uns machten Fixed Income-Indexfonds vergangene Woche nur 9 Prozent der Umsätze aus, das ist weniger als üblich." Auf den Verkaufslisten hätten deutsche Staatsanleihen aller Laufzeiten gestanden, auf den Einkaufslisten High Yield-Anleihen in Euro. "Das zeigt, dass die Nervosität so groß auch nicht ist." (Ausgabe vom 07.07.2015) (08.07.2015/fc/a/e)





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