ETF-Handel: Kursschwankungen - "Erwarten dennoch ein gutes Frühjahr"


26.01.22 11:51
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Das zeitweilige Abrutschen des DAX unter die Marke von 15.000 Punkten manifestiert die Inflations- und Zinssorgen der Anlegerinnen und Anleger weiter, so die Deutsche Börse AG.

Zum Wochenauftakt hätten geopolitische Spannungen für weiteren Verkaufsdruck gesorgt. "Vor dem Hintergrund anstehender Leitzins-Erhöhungen in den USA sind die Rücksetzer normal und nachvollziehbar", relativiere jedoch Frank Mohr von Société Générale. Es dauere allerdings, bis eine Zinswende am Aktienmarkt ankomme. "Von daher erwarten wir ein gutes Frühjahr."

So überwiege bei der Société Générale auf Wochensicht die Kaufseite von Aktien-ETFs leicht. Hier schlage vor allem das Interesse an europäischen Aktien positiv zu Buche: Gekauft werde vor allem der iShares Euro Stoxx 50 Core ETF, während Käufe und Verkäufe bei Klassikern wie dem iShares MSCI World ETF oder dem iShares Core S&P 500 ETF ausgeglichen seien. Die schnellen Bewegungen zum Wochenauftakt würden laut Mohr vor allem an den großen Indices nicht spurlos vorbeigehen.

Auch Fabian Wörndl von Lang & Schwarz berichte von Käufen und Verkäufen je nach Marktlage in weltweiten Aktien-ETFs. Short würden sich Anleger*innen jedoch sehr klar bei Technologie-Werten positionieren: So verzeichne Wörndl viele Käufe im WISDOMTREE NASDAQ 100 3X DAILY SHORT.

Die zunehmenden Spannungen zwischen Russland und der Ukraine würden laut Wörndl zu regionalen Neupositionierungen genutzt: Verkäufe würden den Handel beim iShares MSCI Russia ADR/GDR prägen. Die Sorge vor steigenden Zinsen schlage hingegen negativ bei Emerging-Markets-Investment zu Buche, weil gerade hochverschuldete Volkswirtschaften wie diese unter steigenden Zinsen besonders leiden würden. Im Abverkauf bei Wörndl sei daher der MSCI Emerging Markets IMI von iShares.

Sektoral würden Licht und Schatten das Tagesgeschäft prägen: Bei Wörndl präsentiere sich der Private Equity Sektor schwächer mit Verkäufen im iShares Listed Private Equity.

In Erwartung höherer Zinsen seien Finanz-Tracker (ISIN IE00BM67HL84 / WKN A113FE) besonders gefragt: Laut Mohr würden 27 Prozent der Umsätze auf diesen Sektor entfallen. Abverkäufe würden das Geschäft in der zweitstärksten Branche: Technology prägen, wo Verkäufe im MSCI World Information Technology UCITS ETF herausstechen würden und Energy als drittstärkstem Sektor, ebenfalls mit stärkerer Verkaufsseite (ISIN IE00BWBXM492 / WKN A14QB0).

Themen-ETFs würden gefragt bleiben. Mohr berichte von hohen Umsätzen bei Clean Energy. Anleger*innen würden zum Beispiel den iShares Global Clean Energy und den Global Clean Energy UCITS ETF von Invesco kaufen.

Die geopolitischen Risiken um die Ukraine und Russland sowie weiter steigende Corona-Neuinfektionen hätten für Nervosität bei Fixed-Income-Anleger*innen gesorgt. Rückflüsse verzeichne Mohr vor allem bei europäischen Unternehmensanleihen kurzer Laufzeiten, wie dem SPDR 0-3 Year Corporate Bond UCITS ETF (ISIN IE00BC7GZW19 / WKN A1W3V1) und dem iShares Core Euro Corporate Bond UCITS ETF.

Mit Verkäufen über nahezu alle Krypto-Währungen hätten Anleger*innen auf die massiven Kursverluste vieler, vor allem marktprägender Krypto-Währungen reagiert. So habe Solana innerhalb einer Woche rund ein Drittel an Wert verloren, Ethereum ein Viertel, der Bitcoin ca. 20 Prozent und Cardano ca. 30 Prozent. "Wir sehen Verkäufe über alle Kryptos hinweg", fasse Wörndl zusammen. Die Abflüsse aus einem der Klassiker sozusagen, dem 21Shares Solana ETP seien hier ein beredtes Beispiel. Krypto-Währungen könnten in Deutschland nicht als ETF, sondern als ETP gehandelt werden. (Ausgabe vom 25.01.2022) (26.01.2022/fc/a/e)






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