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ETF-Handel: Gerne auch exotischer
25.09.12 16:46
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.fondscheck.de) - Zwar bewegten sich die Aktienmärkte nach der Kursexplosion in der ersten Septemberhälfte zuletzt eher seitwärts, viele ETF-Anleger haben aber offenbar noch Nachholbedarf, so die Deutsche Börse AG.
"Wir hatten eine sehr aktive Woche mit überdurchschnittlichem Orderaufkommen und hohem Volumen", melde etwa Andreas Bartels von der Commerzbank. "Im Bereich Aktien-ETFs standen zwei Dritteln Käufe einem Drittel Verkäufe gegenüber." Nach Einschätzung von Florian Perini von Flow Traders seien Investoren allerdings wieder etwas vorsichtiger geworden. "Die Eurokrise und negative weltwirtschaftliche Aussichten haben die Euphorie gebremst." Dennoch hätten Käufe dominiert.
Jörg Sengfelder von der DekaBank berichte ebenfalls von guten Umsätzen. "Wir hatten aber auch viele Gewinnmitnahmen." Insgesamt sei die Produktpallette, die genutzt werde, mittlerweile wieder breiter. "Auch Exotischeres ist gefragt", etwa ETFs auf den vietnamesischen, den griechischen oder den portugiesischen Aktienmarkt.
Perini zufolge sei eine klare Richtung im Handel mit Aktien-ETFs im Moment nicht auszumachen: Sowohl in europäischen als auch in US-amerikanischen und Welt-Trackern würden beide Seiten gespielt. Die Commerzbank habe hingegen ein besonderes Interesse an EURO STOXX 50-Trackern (ISIN DE0005933956 / WKN 593395; ISIN LU0378434079 / WKN ETF050) ausgemacht. "Das liegt an der hohen Gewichtung von Finanzwerten im Index", erkläre Bartels. Ebenfalls gesucht seien DAX-Indexfonds (ISIN DE0005933931 / WKN 593393; ISIN LU0378438732 / WKN ETF001).
Eher abgestoßen würden STOXX Europe 600-ETFs, hier würden Bankentitel eine geringere Rolle spielen. Daneben hätten Anleger bei S&P 500-Produkten gerne zugegriffen. "Auch währungsgesicherte S&P-Tracker kommen gut an", ergänze der Händler und verweise auf den iShares S&P 500 Monthly Euro Hedged. Wie Sengfelder erkläre, hätten sich bei der DekaBank in DAX-ETFs Zu- und Abflüsse in der vergangenen Woche die Waage gehalten, während im ETFlab EURO STOXX 50 und iShares MSCI World Kasse machen angesagt gewesen sei.
Im Bereich der Sektoren-ETFs würden derzeit vor allem Banken-Indexfonds Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Lange Zeit hätten diese wie Blei im Regal gelegen. Und das sei kein Wunder gewesen: Für die ETFs sei es immer weiter bergab gegangen. Jetzt scheine eine Wende gelungen zu sein: Etwa habe der umsatzstarke iShares EURO STOXX Banks zuletzt deutlich zugelegt und könne auf Sicht von drei Monaten mit einem Kursplus von fast 26 Prozent aufwarten. Auch seit Jahresanfang gerechnet befinde sich der ETF wieder in der Gewinnzone. Anleger würden darauf unterschiedlich reagieren: "In Banken-ETFs haben wir fast ausschließlich Käufe gesehen", melde Bartels. Die DekaBank habe dagegen auch hier viele Gewinnmitnahmen registriert.
Daneben würden der Commerzbank zufolge auch Indexfonds mit Aktien von Finanzdienstleistern gut weggehen, ebenso solche mit Unternehmen aus der Grundstoffbranche (ISIN LU0378435472 / WKN ETF063). Die DekaBank habe Zuflüsse in die Baumaterial- und Chemiebranche beobachtet sowie Abflüsse aus dem Haushaltswarensektor (ISIN DE000A0H08N1 / WKN A0H08N).
Für Schwellenländer-ETFs sehe es nach vielen schwierigen Monaten nun so aus, als könne 2012 doch etwas besser ausfallen als das enttäuschende Jahr 2011. Mit wachsender Risikofreude würden nämlich auch Schwellenländer-ETFs wieder in der Gunst der Anleger steigen. "Die Nachfrage ist im Vergleich mit den sehr schlechten Monaten Mai, Juni und Juli klar höher, wenn auch noch nicht übermäßig hoch", kommentiere Stefano Valenti von der Unicredit Group. Anleger hätten sich dabei vor allem für breit aufgestellte Emerging Markets-ETFs interessiert, doch auch spezielle Regionen oder Länder seien wieder mehr in den Fokus gerückt. "Hier ziehen vor allem Korea, Taiwan, China, Indien und Lateinamerika mit Brasilien."
Laut Commerzbank stünden auf den Einkaufslisten etwa der iShares MSCI Emerging Markets (ISIN DE000A0HGZT7 / WKN A0HGZT), der db x-trackers MSCI Emerging Markets und auch der UBS MSCI Emerging Markets (ISIN LU0480132876 / WKN UB42AA). Der erstere habe in den vergangenen drei Monaten im Kurs immerhin um fast 8 Prozent zulegen können.
Flow Traders melde Käufe und Verkäufe in marktbreiten Indexfonds, aber auch in spezielleren Produkten wie dem db x-trackers MSCI Asia ex Japan, dem Lyxor Brazil Ibovespa, dem db x-trackers FTSE Vietnam und dem iShares MSCI Korea.
Im Gegenzug würden sich Renten-ETFs nach Aussage der meisten Händler derzeit eher auf den Verkaufslisten finden - vor allem Produkte, die die Entwicklung der "sicheren Häfen" Bundesanleihen nachzeichnen würden. "Gesucht sind Überrenditen", fasse Bartels zusammen, etwa hätten sich Anleger gerne ETFs mit Unternehmensanleihen ins Portfolio gelegt.
Als Beispiele nenne der Händler den iShares Markit iBoxx Euro Corporate Bond, den iShares Barclays Capital Euro Corporate Bond 1-5 und den iShares Markit iBoxx Euro High Yield Bond. Die DekaBank sehe das ähnlich. Darüber hinaus würden auch Indexfonds mit Pfandbriefen (ISIN DE000ETFL359 / WKN ETFL35) oder solche mit inflationsindexierten Anleihen (ISIN DE000A0RFED7 / WKN A0RFED) rege nachgefragt. (25.09.2012/fc/a/e)
"Wir hatten eine sehr aktive Woche mit überdurchschnittlichem Orderaufkommen und hohem Volumen", melde etwa Andreas Bartels von der Commerzbank. "Im Bereich Aktien-ETFs standen zwei Dritteln Käufe einem Drittel Verkäufe gegenüber." Nach Einschätzung von Florian Perini von Flow Traders seien Investoren allerdings wieder etwas vorsichtiger geworden. "Die Eurokrise und negative weltwirtschaftliche Aussichten haben die Euphorie gebremst." Dennoch hätten Käufe dominiert.
Jörg Sengfelder von der DekaBank berichte ebenfalls von guten Umsätzen. "Wir hatten aber auch viele Gewinnmitnahmen." Insgesamt sei die Produktpallette, die genutzt werde, mittlerweile wieder breiter. "Auch Exotischeres ist gefragt", etwa ETFs auf den vietnamesischen, den griechischen oder den portugiesischen Aktienmarkt.
Perini zufolge sei eine klare Richtung im Handel mit Aktien-ETFs im Moment nicht auszumachen: Sowohl in europäischen als auch in US-amerikanischen und Welt-Trackern würden beide Seiten gespielt. Die Commerzbank habe hingegen ein besonderes Interesse an EURO STOXX 50-Trackern (ISIN DE0005933956 / WKN 593395; ISIN LU0378434079 / WKN ETF050) ausgemacht. "Das liegt an der hohen Gewichtung von Finanzwerten im Index", erkläre Bartels. Ebenfalls gesucht seien DAX-Indexfonds (ISIN DE0005933931 / WKN 593393; ISIN LU0378438732 / WKN ETF001).
Eher abgestoßen würden STOXX Europe 600-ETFs, hier würden Bankentitel eine geringere Rolle spielen. Daneben hätten Anleger bei S&P 500-Produkten gerne zugegriffen. "Auch währungsgesicherte S&P-Tracker kommen gut an", ergänze der Händler und verweise auf den iShares S&P 500 Monthly Euro Hedged. Wie Sengfelder erkläre, hätten sich bei der DekaBank in DAX-ETFs Zu- und Abflüsse in der vergangenen Woche die Waage gehalten, während im ETFlab EURO STOXX 50 und iShares MSCI World Kasse machen angesagt gewesen sei.
Daneben würden der Commerzbank zufolge auch Indexfonds mit Aktien von Finanzdienstleistern gut weggehen, ebenso solche mit Unternehmen aus der Grundstoffbranche (ISIN LU0378435472 / WKN ETF063). Die DekaBank habe Zuflüsse in die Baumaterial- und Chemiebranche beobachtet sowie Abflüsse aus dem Haushaltswarensektor (ISIN DE000A0H08N1 / WKN A0H08N).
Für Schwellenländer-ETFs sehe es nach vielen schwierigen Monaten nun so aus, als könne 2012 doch etwas besser ausfallen als das enttäuschende Jahr 2011. Mit wachsender Risikofreude würden nämlich auch Schwellenländer-ETFs wieder in der Gunst der Anleger steigen. "Die Nachfrage ist im Vergleich mit den sehr schlechten Monaten Mai, Juni und Juli klar höher, wenn auch noch nicht übermäßig hoch", kommentiere Stefano Valenti von der Unicredit Group. Anleger hätten sich dabei vor allem für breit aufgestellte Emerging Markets-ETFs interessiert, doch auch spezielle Regionen oder Länder seien wieder mehr in den Fokus gerückt. "Hier ziehen vor allem Korea, Taiwan, China, Indien und Lateinamerika mit Brasilien."
Laut Commerzbank stünden auf den Einkaufslisten etwa der iShares MSCI Emerging Markets (ISIN DE000A0HGZT7 / WKN A0HGZT), der db x-trackers MSCI Emerging Markets und auch der UBS MSCI Emerging Markets (ISIN LU0480132876 / WKN UB42AA). Der erstere habe in den vergangenen drei Monaten im Kurs immerhin um fast 8 Prozent zulegen können.
Flow Traders melde Käufe und Verkäufe in marktbreiten Indexfonds, aber auch in spezielleren Produkten wie dem db x-trackers MSCI Asia ex Japan, dem Lyxor Brazil Ibovespa, dem db x-trackers FTSE Vietnam und dem iShares MSCI Korea.
Im Gegenzug würden sich Renten-ETFs nach Aussage der meisten Händler derzeit eher auf den Verkaufslisten finden - vor allem Produkte, die die Entwicklung der "sicheren Häfen" Bundesanleihen nachzeichnen würden. "Gesucht sind Überrenditen", fasse Bartels zusammen, etwa hätten sich Anleger gerne ETFs mit Unternehmensanleihen ins Portfolio gelegt.
Als Beispiele nenne der Händler den iShares Markit iBoxx Euro Corporate Bond, den iShares Barclays Capital Euro Corporate Bond 1-5 und den iShares Markit iBoxx Euro High Yield Bond. Die DekaBank sehe das ähnlich. Darüber hinaus würden auch Indexfonds mit Pfandbriefen (ISIN DE000ETFL359 / WKN ETFL35) oder solche mit inflationsindexierten Anleihen (ISIN DE000A0RFED7 / WKN A0RFED) rege nachgefragt. (25.09.2012/fc/a/e)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 59,58 € | 60,66 € | -1,08 € | -1,78% | 21.04./21:59 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0005933956 | 593395 | 62,45 € | 48,21 € | |
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