ETF-Handel: Fokus auf die großen Unternehmen


20.06.18 12:44
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Nachdem die Entscheidungen der Federal Reserve und Europäischen Zentralbank auf dem Tisch liegen, spielt an den internationalen Kapitalmärkten das Hochschaukeln im Streit um Strafzölle zwischen China und den USA eine tragende Rolle, so die Deutsche Börse AG.

Das würden die Händler im Geschäft mit Indexfonds spüren. "Die vergangenen Tage sind von Zurückhaltung geprägt, weshalb kaum Bewegung in die eine oder andere Richtung erkennbar ist", berichte Rick van Leeuwen von IMC Markets. "Anleger warten ab."

Hierzulande bremst nach Meinung von Frank Mohr zusätzlich der Streit zwischen Angela Merkel und Innenminister Horst Seehofer über das künftige Vorgehen in der Flüchtlingspolitik, so die Deutsche Börse AG. Auch das Thema AUDI spiele mit. "Aktuell ist Druck auf dem Kessel", fasse der Händler der Commerzbank die Lage am deutschen Aktienmarkt zusammen. Nach 13.170 Punkten im Hoch am Freitag sei der DAX gestern zeitweise unter 12.600 Zähler gerutscht.

Der ETF-Handel der vergangenen Woche sei mit etwa 33.000 Transaktionen laut Mohr noch recht ordentlich ausgefallen. "Auffallend ist die starke Fokussierung auf führende Indices." S&P 500-Tracker (ISIN IE00B5BMR087 / WKN A0YEDG, ISIN IE00B5BMR087 / WKN A1JK53) belegten in der Umsatzstatistik den Spitzenrang und würden unterm Strich gekauft. "Produkte aller Anbieter waren gesucht." Ähnlich verhalte es sich mit MSCI World-ETFs (ISIN US4642863926 / WKN A1W4HS, ISIN IE00B0M63177 / WKN A0HGWC). Anleger hätten sich zudem zumeist in Produkten mit Schwellenländer-Aktien im MSCI Emerging Markets Index (ISIN FR0010429068 / WKN LYX0BX, ISIN LU0480132876 / WKN UB42AA) positioniert. Beide Kategorien belegten in der Kaufstatistik einen vorderen Rang. Die Verteilung auf viele verschiedene Produkte sehe Mohr als Indiz für breiteres Interesse an Aktien aufstrebender Länder.

Bei der UniCredit drehe sich die Mehrheit der ETF-Aktivitäten um Unternehmen der Industrienationen mit Schwerpunkt Vereinigte Staaten. "Einen eindeutigen Trend erkennen wir nicht", beschreibe Florian Lenhart. Während Tracker des MSCI USA und S&P 500 eher rausgingen, deckten sich Investoren mit NASDAQ-ETFs unterm Strich ein. Von EURO STOXX 50-Produkten trennten sich die Kunden der UniCredit zum Teil deutlich. MSCI Europe-Produkte würden wiederum mal gekauft (ISIN IE00B1YZSC51 / WKN A0MZWQ) und mal abgestoßen (ISIN FR0010261198 / WKN A0JDGC). "Das könnte eine Umschichtung sein."

Zweifellos auf den Einkaufslisten stünden Indexfonds, die sich am Swiss Market Index SMI (ISIN CH0017142719 / WKN A0BLUH) und britischen Leitindex FTSE 100 orientieren würden. Das Interesse an deutschen Bluechips im DAX halte sich hingegen in Grenzen. "Wenn gehandelt wird, trennen sich Anleger zumeist von ihren Positionen."

Recht viel Nachfrage gebe es für Faktor-ETFs. Anleger investierten hohe Summen in Tracker des MSCI USA Quality und MSCI USA Value Index (ISIN IE00B8FHGS14 / WKN A1J781) von UBS. "Für Faktor-ETFs flossen stattliche Summen."

Im Handel mit Branchen-ETFs erkenne Mohr eine Bewegung hin zur Grundstoffe- und Energieindustrie. Aktien im STOXX Europe 600 Basic Resources sowie Versorger machten rund 40 Prozent der Umsätze. "Hier gibt es einen klaren Kaufüberhang."

Lenharts Kunden setzten bevorzugt auf die Lebensmittelindustrie und den Einzelhandel. Zuflüsse gebe es für Tracker des STOXX Europe 600 Food & Beverage und STOXX Europe 600 Retail. Von Aktien der Reisebranche etwa im STOXX Europe 600 Travel und Leisure Index (ISIN FR0010344838 / WKN LYX0A2) hätten sich Investoren eher verabschiedet.

Relativ ruhig gehe es im Handel mit Festverzinslichem zu, wie die Händler einhellig feststellen würden. Drei bis fünfjährige Staatsanleihen (ISIN FR0011146349 / WKN LYX0MY) aus dem Euroraum landeten vermehrt in den Depots, berichte Lenhart. Ebenso deckten sich Investoren mit Papieren im Barclays Italy Treasury Bond Index (ISIN IE00B7LW6Y90 / WKN A1JXZH) ein. Das Barometer biete Zugang zu in Euro geführten italienischen Bonds mit einer Restlaufzeit von mindestens einem Jahr und mit einem ausstehenden Volumen von mindestens 300 Millionen Euro. (Ausgabe vom 19.06.2018) (20.06.2018/fc/a/e)





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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
642,58 € 642,10 € 0,48 € +0,07% 17.04./08:53
 
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IE00B5BMR087 A0YEDG 644,68 € 479,99 €
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