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ETF-Handel: Börsen im Bann des Syrien-Konflikts
24.09.13 15:01
Deka Investment
Frankfurt (www.fondscheck.de) - Statistisch gilt der August als einer der schwächeren Börsenmonate, so die Experten von Deka Investment.
Im Durchschnitt verliere der DAX danach 2,5 Prozent. In diesem Jahr hätten die Märkte ziemlich genau um diesen Mittelwert agiert. Eigentlich hätten sich die Kurse ja ordentlich gehalten, unterstützt von hoffnungsvollen Konjunkturzeichen in den USA wie der Eurozone, aber dann habe gegen Monatsende die Angst vor einem Militärschlag der USA gegen Syrien die Kurse deutlich gedrückt. So hätten der Dow Jones 4,5 Prozent verloren, der S&P 500 etwas weniger mit 3,1 Prozent, während die NASDAQ mit einem Minus von einem Prozent noch glimpflich davon gekommen sei. Der DAX habe 2,1 Prozent abgegeben, 1,7 Prozent seien es beim EURO STOXX 50 gewesen. Die Zuspitzung der politischen Lage sei dem Goldpreis zugute gekommen, er habe 5,6 Prozent zugelegt und wieder die Marke von 1.400 Dollar überwunden. Auch der Ölpreis sei hochgeschossen, um 5,8 Prozent für die Sorte Brent auf rund 115 Dollar.
Diese Marktentwicklung habe sich in den ETFs wiedergespiegelt. Abgesehen von inversen Produkten hätten Fonds mit Gold- und Silberminen die Performanceliste dominiert. Sie hätten bis zu zehn Prozent gewonnen. Allgemeine Rohstoff-ETFs hätten ebenfalls profitiert, da hier auch der hohe Ölpreis gewirkt habe. Rund fünf Prozent seien so auf die Waage gekommen. Obwohl der allgemeine Trend bei den Emerging Markets auch im August noch negativ gewesen sei, hätten einige Länder positiv hervorgeragt, so zum Beispiel Korea mit rund 3 Prozent Plus bei den Länder-ETFs. Kaum schwächer seien China-ETFs gewesen, da sich die Wirtschaftsdaten in diesem Land entgegen den Erwartungen doch wieder leicht verbessert hätten. Aber andere Emerging Markets hätten unter panikartigen Verkäufen gelitten, verstärkt noch durch einen Verfall der Währungen. Bei Indien-Fonds hätten die Verluste rund 13 Prozent betragen, bei Indonesien-ETFs rund 20 Prozent.
Bei dieser Gemengelage sei ein neuer Rekord bei den Assets under Management (AuM) nicht zu erwarten gewesen. Doch der Rückgang sei relativ moderat ausgefallen. Das Volumen der in Europa gehandelten ETFs sei um 0,6 Prozent auf 256,9 Milliarden Euro zurückgegangen. Die Anzahl der ETFs sei stabil gewesen, habe um einen Fonds auf 1.315 zugelegt.
Bei den Anlageklassen hätten die Aktien moderat verloren, 1,2 Prozent auf 181,5 Milliarden Euro. Die Anleihen hätten nicht von der Krisenzuspitzung profitiert, ihr Volumen sei mit 47,7 Milliarden Euro praktisch unverändert geblieben. Rohstoffe hätten einen Anstieg um 1,4 Prozent auf 17 Milliarden Euro verzeichnet. Den stärksten Zuwachs habe es prozentual am Geldmarkt gegeben. Dessen Volumen habe sich um 4,9 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro erhöht. Die Krise habe das Absicherungsbedürfnis steigen lassen, so dass derivative ETFs vergleichsweise kräftig mit 3,9 Prozent auf ein Volumen von 5,2 Milliarden zugelegt hätten.
Viel Geld sei in diesem August nicht geflossen, aber immerhin sei das Nettomittelaufkommen positiv gewesen. Es habe sich um rund 640 Millionen Euro erhöht. Das Geld sei allen Anlageklassen zugute gekommen, am stärksten dem Geldmarkt, gefolgt von Renten und schließlich derivativen ETFs - jeder habe rund 200 Millionen Euro mehr verbucht.
Schaue man auf populäre Standardindices, so falle auf, dass der EURO STOXX 50 mit 96 Millionen Euro habe profitieren können, während der DAX rund 210 Millionen Euro an Mitteln verloren habe. Das lasse sich mit Umschichtungen aufgrund besserer Konjunkturdaten aus Euroland und einer weiteren Beruhigung der Schuldenkrise erklären. Bei den Emerging Markets habe sich die Fluchtbewegung in die Industrieländer abgeschwächt. Im August hätten die ETFs auf den MSCI Emerging Markets 127 Millionen Euro verloren, nur halb so viel wie im Vormonat.
Was bringe nun der September? Viele Medien würden sich mit Warnungen überschlagen, denn statistisch sei dieser Monat noch schlechter als der August. Allerdings sei der Pessimismus bereits außerordentlich hoch, was manche Sentimentspezialisten zur Aussage veranlasse, dass eine Korrektur kaum heftig ausfallen dürfte oder es sogar zu tendenziell steigenden Kursen kommen könnte. Die Bundestagswahl beschäftige die Börsianer kaum.
Syrien bleibe das Damoklesschwert für die Märkte. Denn wenn Präsident Obama die Unterstützung des Kongress erhalte, dürfte es im September zum Militärschlag kommen. Abgebrühte Börsianer seien vorbereitet und würden an die Erkenntnis von Carl Meyer von Rothschild zur Zeit der napoleonischen Kriege erinnern: "Kaufen wenn die Kanonen donnern." - ein Spruch, der sich in den beiden Golfkriegen 1991 und 2003 bestätigt habe. (Ausgabe September 2013) (24.09.2013/fc/a/e)
Im Durchschnitt verliere der DAX danach 2,5 Prozent. In diesem Jahr hätten die Märkte ziemlich genau um diesen Mittelwert agiert. Eigentlich hätten sich die Kurse ja ordentlich gehalten, unterstützt von hoffnungsvollen Konjunkturzeichen in den USA wie der Eurozone, aber dann habe gegen Monatsende die Angst vor einem Militärschlag der USA gegen Syrien die Kurse deutlich gedrückt. So hätten der Dow Jones 4,5 Prozent verloren, der S&P 500 etwas weniger mit 3,1 Prozent, während die NASDAQ mit einem Minus von einem Prozent noch glimpflich davon gekommen sei. Der DAX habe 2,1 Prozent abgegeben, 1,7 Prozent seien es beim EURO STOXX 50 gewesen. Die Zuspitzung der politischen Lage sei dem Goldpreis zugute gekommen, er habe 5,6 Prozent zugelegt und wieder die Marke von 1.400 Dollar überwunden. Auch der Ölpreis sei hochgeschossen, um 5,8 Prozent für die Sorte Brent auf rund 115 Dollar.
Diese Marktentwicklung habe sich in den ETFs wiedergespiegelt. Abgesehen von inversen Produkten hätten Fonds mit Gold- und Silberminen die Performanceliste dominiert. Sie hätten bis zu zehn Prozent gewonnen. Allgemeine Rohstoff-ETFs hätten ebenfalls profitiert, da hier auch der hohe Ölpreis gewirkt habe. Rund fünf Prozent seien so auf die Waage gekommen. Obwohl der allgemeine Trend bei den Emerging Markets auch im August noch negativ gewesen sei, hätten einige Länder positiv hervorgeragt, so zum Beispiel Korea mit rund 3 Prozent Plus bei den Länder-ETFs. Kaum schwächer seien China-ETFs gewesen, da sich die Wirtschaftsdaten in diesem Land entgegen den Erwartungen doch wieder leicht verbessert hätten. Aber andere Emerging Markets hätten unter panikartigen Verkäufen gelitten, verstärkt noch durch einen Verfall der Währungen. Bei Indien-Fonds hätten die Verluste rund 13 Prozent betragen, bei Indonesien-ETFs rund 20 Prozent.
Bei dieser Gemengelage sei ein neuer Rekord bei den Assets under Management (AuM) nicht zu erwarten gewesen. Doch der Rückgang sei relativ moderat ausgefallen. Das Volumen der in Europa gehandelten ETFs sei um 0,6 Prozent auf 256,9 Milliarden Euro zurückgegangen. Die Anzahl der ETFs sei stabil gewesen, habe um einen Fonds auf 1.315 zugelegt.
Viel Geld sei in diesem August nicht geflossen, aber immerhin sei das Nettomittelaufkommen positiv gewesen. Es habe sich um rund 640 Millionen Euro erhöht. Das Geld sei allen Anlageklassen zugute gekommen, am stärksten dem Geldmarkt, gefolgt von Renten und schließlich derivativen ETFs - jeder habe rund 200 Millionen Euro mehr verbucht.
Schaue man auf populäre Standardindices, so falle auf, dass der EURO STOXX 50 mit 96 Millionen Euro habe profitieren können, während der DAX rund 210 Millionen Euro an Mitteln verloren habe. Das lasse sich mit Umschichtungen aufgrund besserer Konjunkturdaten aus Euroland und einer weiteren Beruhigung der Schuldenkrise erklären. Bei den Emerging Markets habe sich die Fluchtbewegung in die Industrieländer abgeschwächt. Im August hätten die ETFs auf den MSCI Emerging Markets 127 Millionen Euro verloren, nur halb so viel wie im Vormonat.
Was bringe nun der September? Viele Medien würden sich mit Warnungen überschlagen, denn statistisch sei dieser Monat noch schlechter als der August. Allerdings sei der Pessimismus bereits außerordentlich hoch, was manche Sentimentspezialisten zur Aussage veranlasse, dass eine Korrektur kaum heftig ausfallen dürfte oder es sogar zu tendenziell steigenden Kursen kommen könnte. Die Bundestagswahl beschäftige die Börsianer kaum.
Syrien bleibe das Damoklesschwert für die Märkte. Denn wenn Präsident Obama die Unterstützung des Kongress erhalte, dürfte es im September zum Militärschlag kommen. Abgebrühte Börsianer seien vorbereitet und würden an die Erkenntnis von Carl Meyer von Rothschild zur Zeit der napoleonischen Kriege erinnern: "Kaufen wenn die Kanonen donnern." - ein Spruch, der sich in den beiden Golfkriegen 1991 und 2003 bestätigt habe. (Ausgabe September 2013) (24.09.2013/fc/a/e)


