ESPA Stock Vienna neutral


29.06.07 09:39
FC Research

Westerburg (aktiencheck.de AG) - Die Analysten von FC Research, der Analystenabteilung von fondscheck.de, stufen den ESPA Stock Vienna weiterhin mit "neutral" ein.

"Die österreichische Wirtschaft befand sich weiter auf Wachstumskurs". Zu diesem Ergebnis sei die Erste Bank in ihrer aktuellen Lageeinschätzung zur österreichischen Wirtschaft gekommen. Die Analysten würden sich dabei auf eine Quartalsrechnung des WIFO stützen, wonach im ersten Quartal 2007 ein bereinigtes Real-Wachstum von 0,9 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode gelungen sei. Im Vorjahresvergleich habe Österreich eine Wachstumsrate von 3,5 Prozent geboten. Von dieser Entwicklung habe sich auch der Aktienmarkt eine Scheibe abschneiden können. Auf Sicht von einem Jahr habe der österreichische Leitindex ATX ein Plus von rund 32 Prozent verbuchen können. Damit habe der Aktienmarkt nach der Kurskonsolidierung im Juni 2006, etlichen Kritikern zum Trotz, kräftig zugelegt. Zwischenzeitlich habe das Kursbarometer sogar die 5.000er Marke im Visier gehabt, unter dem Druck der schwachen Börsen aus USA und Europa habe der ATX aber etwas nachgeben müssen.

Die Analysten von FC Research würden vor diesem Hintergrund die Gelegenheit ergreifen und erneut den ESPA Stock Vienna unter die Lupe nehmen. Anleger, die in dem Fonds von der Erste Sparinvest investiert geblieben seien, seien nicht enttäuscht worden. Der Fondsmanager Manfred Zourek habe den Schwung am Aktienmarkt nutzen können und für die Anleger in den letzten zwölf Monaten eine Performance von knapp 44 Prozent eingespielt. Damit liege der Fonds knapp über dem Durchschnittswert der acht - von FC Research zum Vergleich herangezogenen - Konkurrenzfonds, die im gleichen Zeitraum 40 Prozent erzielt hätten. Auch wenn der ESPA-Fonds die Benchmark MSCI Austria und den ATX auf kurzfristige Sicht geschlagen habe, könne der Fonds seit Beginn des Jahres "nur" eine Kursentwicklung von 10,6 Prozent ausweisen, während die Produkte der Mitstreiter eine Durchschnittsperformance von 11,9 Prozent erzielt hätten. Langfristig relativiere sich das Bild aber: Auf Sicht von drei Jahren könne der Österreichfonds mit einer Performance von fast 180 Prozent glänzen, während sich der Schnitt bei 163 Prozent bewege.

Ein Problem des ESPA Stock Vienna sei nach wie vor die Volatilität - gemessen an der Standardabweichung. In den letzten 36 Monaten habe der ESPA-Fonds einen Abweichungswert von 16,9 Prozent ausgewiesen. Damit sei der Fonds wesentlich schwankungsfreudiger, als die Konkurrenz, die im Schnitt auf 14,5 Prozent komme. Behalte der Fonds seinen Kurs bei, sollten sich Anleger auch künftig auf eine hohe Volatilitätskennziffer einstellen. Risikobewusste Anleger hätten diese Eigenschaft bisher gerne in Kauf genommen, da die Performance auch gestimmt habe.

Obwohl der Fonds gegenüber der letzten Analyse von FC Research (vor rund einem Jahr) kräftig zugelegt habe, sei das Fondsvolumen von damals 280 Mio. EUR auf nun 258 Mio. EUR gesunken. Offenbar hätten einige Anleger bereits Gewinne mitgenommen. Investiert sei der Fonds momentan (Stand 31.05.07) in erster Linie in Finanzwerte, die 37,11 Prozent im Fonds ausmachen würden. Der Sektor Industrials folge mit einem Portfolioanteil von 18,31 Prozent. Stärkster Einzelwert sei derzeit Immoeast Immobilien mit einem Anteil von 7,31 Prozent. Insgesamt würden die zehn größten Positionen rund 43 Prozent vom Volumen ausmachen. Damit mache der Fonds noch einen recht gestreuten Eindruck.

Eine kleine Änderung hätten die Ratingagenturen beim ESPA Stock Vienna vorgenommen. Morningstar habe dem Fonds gegenüber der letzten Einschätzung einen Stern abgezogen und vergebe nun vier von fünf möglichen Sternen, während die Kollegen von Standard & Poor's einen Stern mehr vergeben hätten (fünf von fünf möglichen Sternen). Interessierte Anleger müssten beim Kauf des Fonds lediglich 3 Prozent Ausgabeaufschlag bezahlen, was im Vergleich zu den Konkurrenzprodukten günstig erscheine. Allerdings würden sich die jährlich anfallenden Kosten auf bis zu 2,2 Prozent belaufen, was etwas über den Kosten der anderen Produkte liege.

Der Fondsmanager Manfred Zourek habe sich zuletzt in einem Interview mit "e-fundresearch" für den österreichischen Aktienmarkt optimistisch gegeben. Er stelle für die zweite Jahreshälfte weiteres Kurswachstum in Aussicht. Es gebe allerdings einige Marktexperten, die momentan eher zur Vorsicht raten würden. Es müsse noch abgewogen werden, ob es sich bei den jüngsten Kursverlusten um eine langfristige Richtung handle oder nur um eine weitere kurzfristige Kurskonsolidierung auf dem Weg nach oben. Die langjährige Expertise des Fondsmanagers spreche jedenfalls dafür, dass der Österreich-Fonds auch für mögliche schlechtere Zeiten gerüstet sein sollte.

Daher empfehlen die Analysten von FC Research weiterhin den ESPA Stock Vienna im Depot neutral zu gewichten. (Analyse vom 29.06.07) (29.06.2007/fc/a/f)