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ESG-Trend befeuerte ETF-Rekordjahr 2021, Asien wird weiter an Bedeutung zunehmen


01.02.22 10:04
Franklin Templeton

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Globale ETFs haben 2021 mit einem verwalteten Vermögen von annähernd 10 Billionen USD und über 1 Billion USD an neuen Nettozuflüssen ein Rekordjahr erlebt, so Jason Xavier, Head of EMEA ETFs Capital Markets bei Franklin Templeton.

Auch im Vorjahr seien bereits Rekordwerte erreicht worden, als sich ETFs wohl durch den Volatilitätstest der Corona-Pandemie als geeignetes Instrument für eine effiziente Risikoübertragung auf volatilen Märkten etabliert hätten. Wie gehe es dieses Jahr weiter?

Der März des Jahres 2020 und die erhöhte Volatilität durch den Beginn der Corona-Pandemie würden weithin als die letzte Bewährungsprobe gelten, die für die breite Akzeptanz des ETF-Instruments noch erforderlich gewesen sei. Die volatile Phase habe ein positiveres Licht auf Anleihen geworfen und gezeigt, wie die ETF-Struktur erfolgreich von Anlegern eingesetzt werden könne, die in angespannten Zeiten Liquidität suchen würden. Diese Eigenschaft sei für viele Anleger während der jüngsten pandemiebedingten Volatilitätsschübe entscheidend gewesen. Und aus Sicht der Experten würden die Rekordzuflüsse in ETFs in den letzten beiden Jahren die Argumente für den Einsatz der ETF-Struktur als Kern-, Liquiditäts- und taktisches Instrument verstärken, das vielen Anlegern helfe, ihre Anlageziele im Anleihenbereich zu erreichen.

Während sich das wirtschaftliche Umfeld ändere und die Volkswirtschaften sich wieder öffnen würden, würden sich viele Anleger offenbar in Erwartung der Zentralbankreaktionen auf die Inflationsspitzen positionieren. Da der Markt für 2022 steigende Zinsen erwarte, dürften sich viele Anleger also weiterhin am kurzen Ende der Zinsstrukturkurve positionieren. Daher seien die Experten der Meinung, dass ETFs mit kurzer Duration sich dieses Jahr wahrscheinlich besser entwickeln würden als breiter angelegte Produkte auf langlaufende Anleihen.

Letztes Jahr habe fast jeder neu aufgelegte ETF einen ESG-Schwerpunkt aufgewiesen und die Dynamik der ESG-Anlagen in Europa beherrsche weiterhin viele Diskussionen. Es sei erneut ein Rekordjahr für die Mittelzuflüsse in europäische ESG-ETFs gewesen: Die Nettozuflüsse hätten sich von 43 Milliarden USD im Jahr 2020 auf 87 Milliarden USD im Jahr 2021 verdoppelt. Die Einführung der neuen Verordnung über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor (SFDR) der Europäischen Union (EU) habe der Entwicklung Aufwind gegeben und die Experten würden keinen Grund für ein Ende dieses Trends sehen.

Die Experten würden jedoch ein steigendes Interesse der Anleger an ETFs erwarten, die als Fonds nach Artikel 9 der SFDR klassifiziert seien. Ebenso dürften ESG-ETFs, die messbare Wirkungen anböten, einen größeren Anteil der diesjährigen Zuflüsse ausmachen.

Im Anleihenbereich erwarte die EU in den nächsten vier Jahren die Emission von grünen Anleihen im Umfang von mehr als 200 Milliarden EUR - eine gute Gelegenheit für Anleger, die mit ihrem Investment etwas bewirken möchten. Im Aktienbereich würden die Experten derweil davon ausgehen, dass Produkte mit einem Fokus auf Qualität dieses Jahr den Löwenanteil der Zuflüsse ausmachen würden.

Die globalen Lieferkettenprobleme seien weiterhin das beherrschende Thema für viele von Importen aus Übersee abhängige Unternehmen und die wesentliche Ursache der steigenden Frachtkosten weltweit. Von Halbleitern bis Industrieanlagen - die Probleme würden Verbraucher wie Unternehmen auf der ganzen Welt betreffen. "Dieses Szenario ist so selten, dass selbst der Markt für Gebrauchtwagen in Großbritannien aufgrund der Knappheit an Neufahrzeugen zum ersten Mal in meinem Leben nach oben tendiert", so Jason Xavier.

Die Fertigungszentren der Welt lägen weiterhin vor allem in den Schwellenländern. Deutschland einmal ausgeklammert, sei die globale Lieferkette in hohem Maße von China, Südkorea und Taiwan abhängig.

Während einige glauben würden, dass sich dieses Problem über mehrere Jahre hinziehen werde, würden andere eine Normalisierung gegen Ende des Jahres erwarten. Vor diesem Hintergrund würden die Experten davon ausgehen, dass ETFs für einzelne Export-Schwellenländer dieses Jahr jene überflügeln würden, die weniger auf wichtige Exportgüter ausgerichtet seien, und dass das verwaltete Vermögen der entsprechenden ETFs steigen werde. (01.02.2022/fc/a/e)