EM-Small-Caps dürften hohe Chancen bieten


25.08.10 14:32
J.P. Morgan Asset Management

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Laut den Experten von J.P. Morgan Asset Management lohnt es sich gerade in den Schwellenländern, auf kleinere und mittlere Unternehmen zu setzen.

"Small-Caps in den aufstrebenden Ländern bieten höhere Ertragschancen - trotzdem liegt ihre Volatilität fast auf dem Niveau des breiten Marktes", sage Christian Preussner, Experte für Schwellenländer-Aktien bei J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt. Damit würden sich Schwellenländer deutlich von den etablierten Märkten unterscheiden, denn langfristige Untersuchungen würden zeigen, dass die höheren Ertragschancen der Small-Caps in den Industriestaaten auch eine höhere Schwankungsbreite mit sich bringen würden.

So habe der MSCI Emerging Market Small Cap-Index im Zeitraum von 2001 bis 2009 den breiten Schwellenländerindex in sechs von neun Jahren hinter sich gelassen. Die jährliche Volatilität hingegen habe im gleichen Zeitraum 26,2 Prozent (MSCI Emerging Market Small Cap-Index) im Vergleich zu 25,4 Prozent beim MSCI Emerging Markets-Index betragen, habe also fast gleichauf gelegen (Quelle: Bloomberg). "Damit weisen Schwellenländer-Small-Caps ein sehr attraktives Risikoprofil auf", unterstreiche Preussner.

Die Anlageklasse der Schwellenländer-Aktien etabliere sich zunehmend und biete dabei immer breitere Chancen. "In den letzten fünf Jahren gab es in den Emerging Markets jährlich rund 600 Börsengänge", so Preussner. Durch dieses enorme Wachstum und die damit verbundene Liquidität sei heute ein viel größeres Anlagespektrum verfügbar. Preussner sehe insbesondere viele interessante kleine und mittlere Unternehmen. Rund 750 Large-Caps in den Schwellenländern stünden heute über 1.800 Small-Caps gegenüber.

Darüber hinaus gebe es mehr als 3.500 weitere liquide Titel mit einem täglichen Handelsvolumen von mehr als 200 Millionen US-Dollar, die nicht in einem Index vertreten seien. Diese würden allerdings bisher wenig Beachtung bei Investoren finden: So gebe es zu vielen dieser Aktien kein oder nur wenig Analystenresearch. Rund ein Drittel der Titel werde gar nicht gecovert, weitere 22 Prozent nur von ein bis zwei Analysten - ein klassischer "Blue Chip" werde dagegen von rund 50 Analysten beobachtet. "Die Ineffizienzen in diesem Marktsegment führen immer wieder zu Fehlbewertungen der Titel. Ein aktiver Manager kann davon profitieren. So weisen die Small Caps derzeit ein Preis-/Buchwert-Verhältnis von 1,4 im Vergleich zu 2,0 im klassischen Schwellenländer-Index auf", so Preussner. Dies entspreche dem langfristigen Durchschnitt - von einer Überhitzung sei der Markt also noch weit entfernt.

Auch die Möglichkeiten zur Diversifikation würden steigen: Während viele Werte in einem klassischen Schwellenländerportfolio inzwischen multinationale Unternehmen seien, würden Small-Caps ein echtes Schwellenländerwachstum bieten. "Kleinere Unternehmen sind im Wesentlichen auf den Binnenkonsum ausgerichtet. Entsprechend sind Branchen wie Rohstoffe, Energie oder Telekommunikation in dem Small Cap-Index für Schwellenländer stark untergewichtet, während Konsumgüter- und Industrieunternehmen ebenso wie der Gesundheitssektor Übergewichte darstellen", erläutere Preussner. Mit der Ausrichtung auf die lokale Binnenwirtschaft seien die Small-Caps entsprechend weniger von der Nachfrage der Industrienationen abhängig. Im Gegenteil: Der Urbanisierungstrend in den aufstrebenden Märkten halte an, und damit entwickle sich eine neue Mittelschicht. Das steigere den Bedarf sowohl nach zyklischen als auch nach nicht-zyklischen Konsumgütern.

Zudem unterstütze die Länderausrichtung der Small-Caps dabei, das Portfolio zu diversifizieren. Die klassischen BRIC-Staaten seien bei den kleineren Unternehmen unterrepräsentiert; die größten Untergewichte seien Brasilien und Russland. Stattdessen kämen Länder aus der "zweiten Reihe" zum Zuge, vorzugsweise aus Asien wie beispielsweise Taiwan, Thailand, Malaysia oder Indonesien, aber auch die Türkei oder afrikanische Staaten.

Allerdings sei eine intensive Kenntnis der Marktgegebenheiten notwendig, um die Chancen der kleinen Unternehmen in den Schwellenländern nutzen zu können: Schließlich seien Corporate Governance und Transparenz des Managements in den Schwellenländern noch nicht so etabliert wie in den entwickelten Märkten - und das gelte insbesondere für den Bereich der Small-Caps. Die lokale Präsenz sei für einen Asset Manager deshalb umso wichtiger. "Nur vor Ort können sie sich überzeugen, welche Werte tatsächlich attraktiv bewertet und dazu auch noch liquide genug für ein Fondsinvestment sind", erläutere Preussner.

Greg Mattiko, dem Manager des JPM Emerging Markets Small Cap Fund (ISIN LU0318933057 / WKN A0M0KB, EUR; ISIN LU0318931358 / WKN A0M0J9, USD), stehe deshalb das global agierende Schwellenländer-Team von J.P. Morgan Asset Management zur Verfügung. Rund 50 Experten würden jährlich über 5.000 Unternehmen vor Ort besuchen. So würden sich in einem Bottom-Up getriebenen Prozess die aussichtsreichsten Unternehmen aus dem rund 4.000 Werte umfassenden Universum herausfiltern lassen. Seit September 2005 gebe es den Fonds für Schwellenländer Small Caps in den USA, der für deutsche Anleger verfügbare JPM Emerging Markets Small Cap Fund sei im November 2007 aufgelegt worden. Mattikos Strategie sei, heute in Unternehmen zu investieren, die besonders vom Wachstumspotenzial der Schwellenländer profitieren würden - quasi die "Blue Chips" von morgen.

So sehe Christoph Bergweiler, Vertriebsleiter bei J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt, in Schwellenländer-Small-Caps eine sinnvolle Ergänzung eines breit diversifizierten Portofolios: "Anleger können mit dieser neuen Anlageklasse besonders gut vom wachsenden Konsum in den aufstrebenden Märkten profitieren." (25.08.2010/fc/a/m)






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