Erweiterte Funktionen
Dexia Equities L Spain neutral
07.02.07 10:02
FC Research
Westerburg (aktiencheck.de AG) - Die Analysten von FC Research, der Analystenabteilung von fondscheck.de, stufen den Dexia Equities L Spain Classic mit "neutral" ein.
Spanien habe von der demokratischen Öffnung, dem EG-Beitritt in 1986 und der Teilnahme an der Wirtschafts- und Währungsunion profitiert. Eine zunehmende Liberalisierung und Modernisierung der Industrie sowie die Öffnung zum Wettbewerb hätten zahlreiche ausländische Investoren angezogen. Das spanische Wirtschaftswachstum von 3,4 Prozent liege über dem EU-Durchschnitt. Dabei werde die Wirtschaft stark vom privaten Konsum und von der Bauwirtschaft angekurbelt, die ihrerseits durch steigende Löhne sowie massive öffentliche Investitionen in die Infrastruktur des Landes profitieren würden. Zu berücksichtigen sei dabei, dass die spanischen Exporte weit hinter den Importen zurückbleiben würden. Das Land sei also relativ abhängig von den Gütern der Außenwirtschaft.
Zu Gute gekommen seien der Wirtschaft sicherlich auch die zahlreichen Strukturbeihilfen von 2000 bis 2006. So sei das Land mit einem Gesamtvolumen von 57,3 Mrd. EUR an Strukturbeihilfen der größte Nettoempfänger der EU. Angesichts der guten wirtschaftlichen Entwicklung würden die Subventionen der EU allerdings nach unten geschraubt und das Land könnte in einigen Jahren sogar selbst Zahlungen für die Gemeinschaft leisten. Obwohl dadurch das Wirtschaftswachstum in den nächsten Jahren sicherlich ein wenig gedämpft werden sollte, sei es positiv, dass Spanien seit fünf Jahren einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen könne.
Die positive Entwicklung des Landes spiegle sich auch am spanischen Leitindex IBEX 35 wider. Allein in den letzten drei Jahren habe das spanische Börsenbarometer um gut 80 Prozent zugelegt. Der Index umfasse die 35 bedeutendsten spanischen börsennotierten Firmen. Schwergewichte seien hier Telefónica, Repsol und Endesa. Letztere befinde sich derzeit in Übernahmegesprächen mit dem deutschen Versorger E.ON. Optimisten würden davon ausgehen, dass der IBEX 35 die momentan gute Stimmung an den Börsen für weitere Kursanstiege ausnutzen werde.
Allerdings würden sich die Stimmen, die vor Übertreibungen warnen würden, mehren. Probleme könnten nämlich durch die wachsende Verschuldung der Haushalte auftreten, gerade wenn die Zinsen zulegen sollten. Die Spanier würden viel Geld in Immobilien investieren. Experten zufolge sei vor dem Hintergrund einer wachsenden Verschuldung der Einbruch des Immobilienmarktes das größte Risiko für die spanische Wirtschaft.
Um das Risiko eines Einzelinvestments aus dem Wege zu gehen, könnten Anleger auf einen Spanien-Fonds setzen. Einen rein auf Spanien fokussierten Fonds zu finden sei allerdings nicht einfach. Die meisten Produkte würden nämlich den Nachbarn Portugal im Fonds beimischen. Beim Dexia Equities L Spain Classic liege der Fokus aber klar auf spanischen Werten. Schwerpunkt im knapp 93 Mio. EUR schweren Fonds sei derzeit (Stand Anfang Oktober 2006) der Finanzsektor, welcher 32,6 Prozent des Portfolios ausmache. Versorger und Industrie würden mit 21 bzw. 18 Prozent folgen. Mit Blick auf die Einzelwerte seien die zwei Top-Positionen Banco Bilbao und Banco Santander - beide jeweils mit 7,8 Prozent vertreten. Der Versorger Endesa sei mit 5,9 Prozent dabei. Die Position sollte von den jüngsten Übernahmeversuchen (E.ON und Gas Natural) profitiert haben. Trotz der hohen Gewichtung der beiden Top-Einzelpositionen würden die zehn größten Werte insgesamt auf lediglich 42,1 Prozent vom Fondsvolumen kommen. Damit mache das Produkt einen relativ breit gestreuten Eindruck.
Anleger hätten mit dem teamgemanagten Spanien-Fonds in den letzten drei Jahren ordentliche Erträge verbuchen können. So habe der Dexia-Fonds eine Performance von gut 109 Prozent ausweisen können, während acht - von FC Research zum Vergleich herangezogene - Vergleichsprodukte eine durchschnittliche Performance von 99 Prozent erzielt hätten. Positiv sehe auch der Vergleich auf Basis von einem Jahr aus. Hier habe das Produkt aus dem Hause Dexia 37,2 Prozent erzielt, während der Schnitt der Vergleichsfonds bei 35,5 Prozent gelegen habe.
Erfreulich sei vor diesem Hintergrund auch, dass Anleger die gute Performance nicht mit überdurchschnittlichem Risiko erkauft hätten. Fondsmanager würden nämlich oft für eine gute Performance eine spekulativere Strategie fahren. In den vergangenen 36 Monaten komme der Dexia Equities L Spain auf eine Standardabweichung von 10,6 Prozent, während der Schnitt bei 10,9 Prozent gelegen habe. Im Hinblick auf die Performance sei das ein relativ guter Schwankungswert.
Anerkennung für die positive Entwicklung habe der Dexia-Fonds auch von den Ratingagenturen bekommen. Der Fonds sei von Standard & Poor's und Morningstar unter die Lupe genommen worden. Beide würden auf ein positives Rating kommen und das Produkt mit vier von fünf möglichen Sternen auszeichnen. Neutral sehe es eher auf der Gebührenseite aus. Beim Erwerb der Fonds könne ein Ausgabeaufschlag von bis zu 6 Prozent anfallen. Die jährlichen Verwaltungsgebühren würden sich bei 1,50 Prozent bewegen. Damit sei der Fonds nicht gerade günstig.
Insgesamt biete der Dexia Equities L Spain Classic aber ein positives Gesamtbild. Das Produkt aus dem Hause Dexia Asset Management mache einen sehr guten Eindruck. Für Anleger, die an einem Investment in Spanien interessiert seien, komme es aber gerade bei länderspezifischen Fonds mehr auf die Markttechnik an - insbesondere wenn die Kurse an den spanischen Aktienmärkten schon gut gelaufen seien. Dabei würden die Aussichten für die spanische Wirtschaft (wachsende Verschuldung, mögliche Schwäche auf dem Immobilienmarkt) im Vergleich zu den letzten Jahren etwas schlechter aussehen. Einige Experten würden am Aktienmarkt mit einer Konsolidierung rechnen. Anleger sollten daher für ein Spanieninvestment auf jeden fall etwas risikofreude mitbringen.
Anleger sollten den Dexia Equities L Spain, auf Grund der aktuellen Marktsituation, lediglich neutral gewichten, so die Analysten von FC Research. Nach einer möglichen Konsolidierung könnten sich aber Gelegenheiten für Käufe (bzw. Zukäufe) ergeben. (07.02.2007/fc/a/f)
Spanien habe von der demokratischen Öffnung, dem EG-Beitritt in 1986 und der Teilnahme an der Wirtschafts- und Währungsunion profitiert. Eine zunehmende Liberalisierung und Modernisierung der Industrie sowie die Öffnung zum Wettbewerb hätten zahlreiche ausländische Investoren angezogen. Das spanische Wirtschaftswachstum von 3,4 Prozent liege über dem EU-Durchschnitt. Dabei werde die Wirtschaft stark vom privaten Konsum und von der Bauwirtschaft angekurbelt, die ihrerseits durch steigende Löhne sowie massive öffentliche Investitionen in die Infrastruktur des Landes profitieren würden. Zu berücksichtigen sei dabei, dass die spanischen Exporte weit hinter den Importen zurückbleiben würden. Das Land sei also relativ abhängig von den Gütern der Außenwirtschaft.
Zu Gute gekommen seien der Wirtschaft sicherlich auch die zahlreichen Strukturbeihilfen von 2000 bis 2006. So sei das Land mit einem Gesamtvolumen von 57,3 Mrd. EUR an Strukturbeihilfen der größte Nettoempfänger der EU. Angesichts der guten wirtschaftlichen Entwicklung würden die Subventionen der EU allerdings nach unten geschraubt und das Land könnte in einigen Jahren sogar selbst Zahlungen für die Gemeinschaft leisten. Obwohl dadurch das Wirtschaftswachstum in den nächsten Jahren sicherlich ein wenig gedämpft werden sollte, sei es positiv, dass Spanien seit fünf Jahren einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen könne.
Die positive Entwicklung des Landes spiegle sich auch am spanischen Leitindex IBEX 35 wider. Allein in den letzten drei Jahren habe das spanische Börsenbarometer um gut 80 Prozent zugelegt. Der Index umfasse die 35 bedeutendsten spanischen börsennotierten Firmen. Schwergewichte seien hier Telefónica, Repsol und Endesa. Letztere befinde sich derzeit in Übernahmegesprächen mit dem deutschen Versorger E.ON. Optimisten würden davon ausgehen, dass der IBEX 35 die momentan gute Stimmung an den Börsen für weitere Kursanstiege ausnutzen werde.
Allerdings würden sich die Stimmen, die vor Übertreibungen warnen würden, mehren. Probleme könnten nämlich durch die wachsende Verschuldung der Haushalte auftreten, gerade wenn die Zinsen zulegen sollten. Die Spanier würden viel Geld in Immobilien investieren. Experten zufolge sei vor dem Hintergrund einer wachsenden Verschuldung der Einbruch des Immobilienmarktes das größte Risiko für die spanische Wirtschaft.
Anleger hätten mit dem teamgemanagten Spanien-Fonds in den letzten drei Jahren ordentliche Erträge verbuchen können. So habe der Dexia-Fonds eine Performance von gut 109 Prozent ausweisen können, während acht - von FC Research zum Vergleich herangezogene - Vergleichsprodukte eine durchschnittliche Performance von 99 Prozent erzielt hätten. Positiv sehe auch der Vergleich auf Basis von einem Jahr aus. Hier habe das Produkt aus dem Hause Dexia 37,2 Prozent erzielt, während der Schnitt der Vergleichsfonds bei 35,5 Prozent gelegen habe.
Erfreulich sei vor diesem Hintergrund auch, dass Anleger die gute Performance nicht mit überdurchschnittlichem Risiko erkauft hätten. Fondsmanager würden nämlich oft für eine gute Performance eine spekulativere Strategie fahren. In den vergangenen 36 Monaten komme der Dexia Equities L Spain auf eine Standardabweichung von 10,6 Prozent, während der Schnitt bei 10,9 Prozent gelegen habe. Im Hinblick auf die Performance sei das ein relativ guter Schwankungswert.
Anerkennung für die positive Entwicklung habe der Dexia-Fonds auch von den Ratingagenturen bekommen. Der Fonds sei von Standard & Poor's und Morningstar unter die Lupe genommen worden. Beide würden auf ein positives Rating kommen und das Produkt mit vier von fünf möglichen Sternen auszeichnen. Neutral sehe es eher auf der Gebührenseite aus. Beim Erwerb der Fonds könne ein Ausgabeaufschlag von bis zu 6 Prozent anfallen. Die jährlichen Verwaltungsgebühren würden sich bei 1,50 Prozent bewegen. Damit sei der Fonds nicht gerade günstig.
Insgesamt biete der Dexia Equities L Spain Classic aber ein positives Gesamtbild. Das Produkt aus dem Hause Dexia Asset Management mache einen sehr guten Eindruck. Für Anleger, die an einem Investment in Spanien interessiert seien, komme es aber gerade bei länderspezifischen Fonds mehr auf die Markttechnik an - insbesondere wenn die Kurse an den spanischen Aktienmärkten schon gut gelaufen seien. Dabei würden die Aussichten für die spanische Wirtschaft (wachsende Verschuldung, mögliche Schwäche auf dem Immobilienmarkt) im Vergleich zu den letzten Jahren etwas schlechter aussehen. Einige Experten würden am Aktienmarkt mit einer Konsolidierung rechnen. Anleger sollten daher für ein Spanieninvestment auf jeden fall etwas risikofreude mitbringen.
Anleger sollten den Dexia Equities L Spain, auf Grund der aktuellen Marktsituation, lediglich neutral gewichten, so die Analysten von FC Research. Nach einer möglichen Konsolidierung könnten sich aber Gelegenheiten für Käufe (bzw. Zukäufe) ergeben. (07.02.2007/fc/a/f)


