DJE - InterCash-Fonds: Die USA geben das Tempo vor - Fondsanalyse


02.03.17 13:30
DJE Kapital AG

Pullach (www.fondscheck.de) - Die wirtschaftliche Entwicklung in den USA und in Europa ist nach einem turbulenten 2016, begleitet von positiven Konjunkturprognosen, gut in das Jahr 2017 gestartet, so Michael Schorpp, Fondsmanager der DJE Kapital AG und unter anderem verantwortlich für den DJE - InterCash (ISIN LU0159549814 / WKN 164321) und den DJE - Renten Global.

Zum aktuellen Zeitpunkt bleibe es jedoch abzuwarten, ob die fundamentalen Fakten folgen würden und sich diese Entwicklung in beiden Wirtschaftsräumen mit der gleichen Dynamik verstetige. Europa liege aktuell im Wirtschaftszyklus hinter den USA zurück. Dies bestätige auch die jüngste Entscheidung der EZB, indem sie an ihrer expansiven Geldpolitik 2017 weiter festhalten wolle. Die US-Notenbank hingegen habe für das laufende Jahr mehrere Zinserhöhungen in Aussicht gestellt. Unter diesen Vorzeichen sei es unwahrscheinlich, dass die USA und Europa bei der Zinspolitik künftig am selben Strang ziehen würden.

Die USA könnten es sich angesichts solider Konjunkturprognosen erlauben, die Politik des billigen Geldes schrittweise zurückzufahren und sich langsam wieder an ein normales Zinsniveau heranzutasten. Die große Frage für die nächsten Monate bleibe jedoch, welche Punkte der wirtschaftspolitischen Agenda Trumps tatsächlich umgesetzt würden und welchen Effekt diese auf die Entwicklung im eigenen Land und auf die internationalen Märkte hätten. Die geplanten Steuersenkungen in den USA - sofern sie kommen würden - dürften den Mittelstand freuen, die Wirtschaft ankurbeln und gleichzeitig die Staatsverschuldung erhöhen.

Zudem hätte ein Absenken der Steuern einen positiven Effekt auf private Investitionen in die US-Infrastruktur. Demgegenüber dürften die protektionistischen Ambitionen des neuen Chefs im Weißen Haus dem weltweiten Wirtschaftswachstum einige Steine in den Weg legen und langfristig zu negativen Auswirkungen auf die US-Konjunktur führen. Belebend werde sich die geplante Deregulierung der Finanzbranche auf die Konjunktur auswirken.

Die Konjunkturentwicklung der Eurozone sei wesentlich von der expansiven Geldpolitik der EZB gekennzeichnet. Hinzu würden politische Unsicherheiten durch anstehende Wahlen in den Niederlanden, Frankreich, eventuell Italien sowie Deutschland kommen. Die derzeitig von der EZB gewollt aufkeimende Inflationsrate in Europa könne aktuell noch nicht als stabiler Trend bezeichnet werden und sei nicht überall gleich stark ausgeprägt.

Mit einer Abkehr von der Niedrigzinspolitik sei wohl erst dann zu rechnen, wenn sich die gesamte Eurozone wirtschaftlich stabilisiert habe - wonach es aktuell sicher nicht aussehe. Vor allem Europas Süden sei bis auf Weiteres auf niedrige Zinsen angewiesen: Italien kämpfe immer noch mit seinen strauchelnden Banken, Spanien benötige weiterhin EU-Mittel, um vorhandenes Wachstum zu stabilisieren und Portugal, um den Haushalt zu konsolidieren.

Historisch betrachtet orientiere sich die Geldpolitik der EZB an den Entscheidungen der FED. Unter den gegebenen Umständen dürfte sich Europa zinspolitisch jedoch nicht in die gleiche Richtung bewegen wie die USA - zumindest nicht so schnell. Ein weiteres Auseinanderdriften in der Notenbankpolitik würde für Spannungen zwischen beiden Wirtschaftsräumen sorgen und speziell am langen Ende das Zinsänderungsrisiko und den Zinsunterschied erhöhen. Dies hätte mehr Volatilität zur Folge und die Renditeaussichten an den europäischen Anleihemärkten könnten sich weiter eintrüben.

Die Experten würden bei Anleihen daher auf kürzere Laufzeiten setzen, damit sich sensitivitätsbedingte Zinsänderungen nicht überproportional bemerkbar machen würden. Realistisch betrachtet sei jedoch auch in den USA im historischen Vergleich nicht mit einem signifikanten Zinsanstieg zu rechnen. Die Experten würden davon ausgehen, dass die Zinsen trotz möglicher und bereits angekündigter Erhöhungen insgesamt auf einem historisch niedrigen Niveau verharren würden.

Bei Anleihen würden die Experten strategisch im kurzen bis mittleren Laufzeitsegment investieren. Gleichzeitig würden die Experten auf höher verzinsliche Unternehmensanleihen in Europa und den USA aus dem Bereich des Non-Investment-Grade sowie auf Nachranganleihen aus dem Investment-Grade Segment setzen.

In dem aktuell für Rentenfonds herausfordernden Umfeld würden die aktive Steuerung der Laufzeiten sowie die Fokussierung auf die Qualität der Einzeltitel eine bedeutende Rolle spielen, um eine solide Performance erzielen zu können. Der Erfolg ihres Konzeptes gebe den Experten Recht. So habe der DJE - InterCash in der Kategorie Rentenfonds Kurzläufer Euro den ersten Platz in der Ein-Jahres-Wertentwicklung sowie den zweiten Platz derselben Kategorie über drei Jahre erreicht und sei dafür jeweils mit einem Euro FundAward ausgezeichnet worden. (02.03.2017/fc/a/f)






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