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DAX mit der Kraft der drei Herzen
06.07.12 10:29
GECAM
Wangen (www.fondscheck.de) - Das zweite Quartal verlief an den Kapitalmärkten nahezu spiegelverkehrt zum ersten, so die Experten von GECAM.
Hätten zu Jahresbeginn noch nahezu alle Vermögensklassen, insbesondere Aktien und Rohstoffe, durch die Liquidität der Europäischen Zentralbank dicke Gewinne verbucht, hätten im zweiten Quartal wieder die Angst um die Eurozone sowie weltweite Konjunktursorgen dominiert. Die meisten Aktienmärkte hätten ihre Gewinne nahezu vollständig wieder abgegeben. Der EURO STOXX 50, der auch die Länder Südeuropas und Frankreich umfasse, sei sogar über 10 Prozent in die Verlustzone gerutscht. Zum Halbjahresende hätten der DAX und die US-Indices rund 10 Prozent Plus verbucht, der EURO STOXX 50 hingegen habe 3 Prozent im Minus gelegen. Vor allem Rohstoffe hätten kräftig um rund 7 Prozent in der Summe verloren. In der Spitze hätten jedoch Rohöl rund 30 Prozent verloren, das wichtige Industriemetall Kupfer 15 Prozent und sogar Gold habe sich um 10 Prozent abgeschwächt.
Die Hauptsorgen der Marktteilnehmer würden auf einer weiteren Abschwächung der Konjunktur in Europa, USA und China und damit verbundenen Gewinneinbrüchen der Unternehmen, vor allem aus der Export- und zyklischen Industrie beruhen - womit die Experten beim DAX wären, der sehr stark von solchen Branchen dominiert werde.
Was die Makro-Seite betreffe, so seien alle Notenbanken der Welt auf expansive Geldpolitik umgeschwenkt. Vor zwölf Monaten seien noch 50 Prozent restriktiv gewesen. Selbst die chinesische Notenbank habe nach der jüngsten Konjunkturschwäche erstmalig seit der Finanzkrise vor vier Jahren den Leitzins sowie die Mindestreservesätze gesenkt, was sich auch weiterhin fortsetzen werde. Die Auswirkungen dieser Geldpolitik werde man erst in den nächsten Quartalen spüren. Weiteren Spielraum für die Geldpolitik würden auch die zurückgehenden Inflationserwartungen lassen.
In den USA stabilisiere sich der Immobilienmarkt, welcher für die Vermögenssituation und für den privaten Konsum eine wesentliche Rolle spiele, ebenfalls das erste Mal seit 2007. Darüber hinaus würden die gefallenen Rohstoff- und Benzinpreise den privaten Konsum stützen und die Kostenbilanz der Unternehmen entlasten. Dieser Zusammenhang gelte auch für deutsche Unternehmen der produzierenden Industrie, deren Hauptkostenfaktor die Rohstoffpreise seien. Dem exportlastigen DAX helfe auch der schwächer werdende Euro. In Ergänzung mit historisch günstigen Finanzierungskosten (Zinsen) und einer vorsichtigen Produktion auf Lager erweitere sich der Spielraum für Unternehmensgewinne auch bei fortschreitender (moderater) Konjunkturschwäche.
Auf jeden Fall habe sich die Schere zwischen der vom Markt implizit unterstellten Gewinne und der von Analysten prognostizierten Gewinne über die nächsten zwölf Monate weit geöffnet. Normal sei aber ein enger Gleichlauf. Dies bedeute, der DAX habe in der Kursentwicklung bereits einen 20-prozentigen Gewinneinbruch vorweggenommen. Die Experten würden jedoch von einem weiteren moderaten Gewinnanstieg ausgehen, was dem DAX ein signifikantes Erholungspotenzial eröffne. Immerhin werde der DAX für die 2012er Gewinne mit einem KGV von unter 10 und für 2013 von unter 9 (!) bewertet.
Die kurzfristige Stimmung der Anleger für deutsche Aktien (sentix) habe sich nach den EU-Gipfel-Beschlüssen leicht aufgehellt, die mittelfristigen Erwartungen würden sich jedoch weiter eintrüben. Was in der Regel ein schlechtes Zeichen für die weitere Entwicklung sei, würden die Experten ausnahmsweise als stabilisierend einschätzen. Im Kontext mit der Marktentwicklung im Juli/August 2010 und 2011 seien viele Anleger vorsichtig positioniert bzw. hätten Absicherungsmaßnahmen für die Sommermonate getroffen. Ein heftiger Einbruch wie im letzten Jahr sollte diesmal ausbleiben - Schwankungen nicht ausgeschlossen. Außerdem spreche nahezu niemand von einer "Sommerrally" an den Aktienmärkten. Was sich nach den Erfahrungen der letzten Jahre kaum einer vorstellen könne, sei in früheren Zeiten durchaus üblich gewesen. Ein Kontra-Indikator!
Nach der dreimonatigen Korrektur des fulminanten Jahresstarts habe der DAX am 05.06. sein bisheriges Jahrestief bei rund 5.900 Punkten erreicht. Der EU-Gipfel am vergangenen Freitag habe dann, durch einen weiteren Schritt in die Haftungsunion - (der ESM dürfe direkt Banken retten) - eine heftige Rally ausgelöst, die den DAX nach einem Eröffnungs-Gap in eine dynamische Aufwärtsbewegung geführt habe. Dabei seien die 200- und die 250-Tage-Linie sowie die mittelfristigen Abwärtstrends geknackt worden. Aktuell hänge der Index an seiner 90-Tage-Linie bei knapp 6.600 Punkten. Die Experten von GECAM erwarten nach einer Konsolidierung des Anstiegs, in der Tendenz weiter steigende Kurse.
Im Vorfeld der Quartalsberichtssaison sollten Anleger also eine signifikante Aktienquote anstreben, um auch für steigende Kurse gewappnet zu sein. Es sei jedoch ratsam, sich bei steigenden Kursen auch immer wieder antizyklisch mit Put-Optionen partiell abzusichern, um nicht prognostizierbare politische Unwetter besser zu überstehen. (06.07.2012/fc/a/m)
Hätten zu Jahresbeginn noch nahezu alle Vermögensklassen, insbesondere Aktien und Rohstoffe, durch die Liquidität der Europäischen Zentralbank dicke Gewinne verbucht, hätten im zweiten Quartal wieder die Angst um die Eurozone sowie weltweite Konjunktursorgen dominiert. Die meisten Aktienmärkte hätten ihre Gewinne nahezu vollständig wieder abgegeben. Der EURO STOXX 50, der auch die Länder Südeuropas und Frankreich umfasse, sei sogar über 10 Prozent in die Verlustzone gerutscht. Zum Halbjahresende hätten der DAX und die US-Indices rund 10 Prozent Plus verbucht, der EURO STOXX 50 hingegen habe 3 Prozent im Minus gelegen. Vor allem Rohstoffe hätten kräftig um rund 7 Prozent in der Summe verloren. In der Spitze hätten jedoch Rohöl rund 30 Prozent verloren, das wichtige Industriemetall Kupfer 15 Prozent und sogar Gold habe sich um 10 Prozent abgeschwächt.
Die Hauptsorgen der Marktteilnehmer würden auf einer weiteren Abschwächung der Konjunktur in Europa, USA und China und damit verbundenen Gewinneinbrüchen der Unternehmen, vor allem aus der Export- und zyklischen Industrie beruhen - womit die Experten beim DAX wären, der sehr stark von solchen Branchen dominiert werde.
Was die Makro-Seite betreffe, so seien alle Notenbanken der Welt auf expansive Geldpolitik umgeschwenkt. Vor zwölf Monaten seien noch 50 Prozent restriktiv gewesen. Selbst die chinesische Notenbank habe nach der jüngsten Konjunkturschwäche erstmalig seit der Finanzkrise vor vier Jahren den Leitzins sowie die Mindestreservesätze gesenkt, was sich auch weiterhin fortsetzen werde. Die Auswirkungen dieser Geldpolitik werde man erst in den nächsten Quartalen spüren. Weiteren Spielraum für die Geldpolitik würden auch die zurückgehenden Inflationserwartungen lassen.
Auf jeden Fall habe sich die Schere zwischen der vom Markt implizit unterstellten Gewinne und der von Analysten prognostizierten Gewinne über die nächsten zwölf Monate weit geöffnet. Normal sei aber ein enger Gleichlauf. Dies bedeute, der DAX habe in der Kursentwicklung bereits einen 20-prozentigen Gewinneinbruch vorweggenommen. Die Experten würden jedoch von einem weiteren moderaten Gewinnanstieg ausgehen, was dem DAX ein signifikantes Erholungspotenzial eröffne. Immerhin werde der DAX für die 2012er Gewinne mit einem KGV von unter 10 und für 2013 von unter 9 (!) bewertet.
Die kurzfristige Stimmung der Anleger für deutsche Aktien (sentix) habe sich nach den EU-Gipfel-Beschlüssen leicht aufgehellt, die mittelfristigen Erwartungen würden sich jedoch weiter eintrüben. Was in der Regel ein schlechtes Zeichen für die weitere Entwicklung sei, würden die Experten ausnahmsweise als stabilisierend einschätzen. Im Kontext mit der Marktentwicklung im Juli/August 2010 und 2011 seien viele Anleger vorsichtig positioniert bzw. hätten Absicherungsmaßnahmen für die Sommermonate getroffen. Ein heftiger Einbruch wie im letzten Jahr sollte diesmal ausbleiben - Schwankungen nicht ausgeschlossen. Außerdem spreche nahezu niemand von einer "Sommerrally" an den Aktienmärkten. Was sich nach den Erfahrungen der letzten Jahre kaum einer vorstellen könne, sei in früheren Zeiten durchaus üblich gewesen. Ein Kontra-Indikator!
Nach der dreimonatigen Korrektur des fulminanten Jahresstarts habe der DAX am 05.06. sein bisheriges Jahrestief bei rund 5.900 Punkten erreicht. Der EU-Gipfel am vergangenen Freitag habe dann, durch einen weiteren Schritt in die Haftungsunion - (der ESM dürfe direkt Banken retten) - eine heftige Rally ausgelöst, die den DAX nach einem Eröffnungs-Gap in eine dynamische Aufwärtsbewegung geführt habe. Dabei seien die 200- und die 250-Tage-Linie sowie die mittelfristigen Abwärtstrends geknackt worden. Aktuell hänge der Index an seiner 90-Tage-Linie bei knapp 6.600 Punkten. Die Experten von GECAM erwarten nach einer Konsolidierung des Anstiegs, in der Tendenz weiter steigende Kurse.
Im Vorfeld der Quartalsberichtssaison sollten Anleger also eine signifikante Aktienquote anstreben, um auch für steigende Kurse gewappnet zu sein. Es sei jedoch ratsam, sich bei steigenden Kursen auch immer wieder antizyklisch mit Put-Optionen partiell abzusichern, um nicht prognostizierbare politische Unwetter besser zu überstehen. (06.07.2012/fc/a/m)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 24.431,89 | 24.638,1 | -206,203 | -0,84% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0008469008 | 846900 | 25.509 | 21.042 | |


