Chinas Wirtschaft mit wachsender Schlagkraft


24.07.08 15:23
M&G Investments

London (aktiencheck.de AG) - Der 08.08.2008, wenn in Peking der Startschuss zu den Olympischen Spielen fällt, rückt unaufhaltsam näher, so die Experten von M&G Investments.

Die Augen der Welt würden dann aber nicht nur wegen der sportlichen Leistungen auf China gerichtet sein, sondern auch wegen der wachsenden ökonomischen Schlagkraft der chinesischen Wirtschaft. Seit fünf Jahren verzeichne China jedes Jahr ein zweistelliges Wirtschaftswachstum.

Die Luftverschmutzung schwebe indes über China wie eine dunkle Wolke, die die Aussichten auf die Spiele verdüstere. Die chinesische Regierung werde daher während der Olympiade die Zahl der Autos beschränken, die auf den Straßen Pekings unterwegs sein dürften.

Die Automobilindustrie sei gefordert ihren Teil beizutragen. Jeder neue Pkw müsse zur Abgasreduzierung mit einem Katalysator ausgestattet sein. Eine der wichtigsten Komponenten von Katalysatoren sei Platin. Die steigende Nachfrage nach dem Edelmetall in der Kfz-Industrie und anderen Bereichen, darunter auch der Schmuckindustrie, habe dazu geführt, dass derzeit nicht genug Platin abgebaut werde. Seit 2006 hätten sich die Autoverkäufe in China verzehnfacht. Es bestehe weiterhin ein großes Wachstumspotenzial und damit auch für Kraftfahrzeuge, die mit Katalysatoren ausgestattet seien, da auf 1.000 Chinesen derzeit nur rund drei Autos kämen, während im Vergleich dazu in den USA fast jeder Zweite ein Auto besitze.

Dazu Graham French, Manager des M&G Global Basics Fund: "Bei einer Reihe von Rohstoffen besteht ein langfristiges Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage: Während die Nachfrage - getrieben vor allem durch die Schwellenländer - voraussichtlich weiter steigen wird, ist die Angebotssituation bei vielen Rohstoffen außerordentlich angespannt. Daraus ergibt sich ein erhebliches Investitionspotenzial. Ich halte daher nach Rohstoffunternehmen in Bereichen Ausschau, in denen das Angebot knapp ist, da diese Unternehmen von der Situation mit ausgezeichneten Renditen profitieren könnten."

"Die Aussicht auf eine Angebotsknappheit bei Platin ist ein ernstes Problem für Automobilhersteller. Der Weltmarkt für dieses seltene Metall wird von einigen wenigen Produzenten dominiert. Man rechnet zwar damit, dass die Platinindustrie die Förderleistung in Zukunft steigern wird. Dies wird jedoch nur auf eine maßvolle Weise geschehen, die das gegenwärtige Preisniveau stützt."

Zwei Unternehmen, die von dieser günstigen Angebots- und Nachfragesituation profitieren, seien: Johnson Matthey, ein britisches Unternehmen, dessen Geschäftsbereich "Katalysatoren" in verschiedenen Bereichen weltweit tätig sei, wie z.B. Autokatalysatoren und Komponenten für Brennstoffzellen sowie Katalysatoren und Techniken für chemische Verfahren. Das Unternehmen sei weltweit führend im Vertrieb von Platin.

Lonmin, ein südafrikanischer Platinproduzent, setze derzeit Maßnahmen zum Personalabbau und zur vermehrten Automatisierung des Förderprozesses um. Dies sollte sich positiv auf die Kostensituation wie auch auf die Renditen des Unternehmens auswirken. (24.07.2008/fc/a/m)