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China-Fonds unter der Lupe
22.01.07 10:02
Euro fondsxpress
München (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "Euro fondsxpress" nehmen China-Fonds unter die Lupe.
Bei vielen Shanghainesen gebe es derzeit nur eine Beschäftigung: Der Blick auf die, Aktienkurse. Sehe man rot, sei alles in Ordnung. Denn im Reich der Mitte stehe rot für Glück. Steigende Kurse würden daher in rot angezeigt, fallende in grün. Die Szenen, die sich unter den Aktionären im Reich der Mitte abspielen würden, würden zuweilen an Deutschland im Jahr 2000 erinnern. Damals habe "Bild" getitelt: "Der Börsenrausch - immer weiter, höher, toller!" Oder: "Geldrausch - ein Leser fragt: Warum soll ich noch arbeiten?"
Ähnliche Fragen würden nun unter Chinas Aktionären kursieren. Mehr als verständlich - zu Zeiten in denen sich etwa das Versicherungsunternehmen China Life beim Börsengang in Shanghai glatt verdoppelt habe. Sei dies eine Blase?
Martin Hüfner, Chefökonom des österreichischen Discountbrokers Direktanlage.at, habe dazu eine klare Meinung: "Was dort passiert ist eindeutig eine Blase. 130 Prozent Plus in nur einem Jahr ist einfach nur unvernünftig." Des Weiteren stelle der frühere HVB-Chefvolkswirt die Verwendung der billionenschweren Devisenreserven in Frage: "China ist immer noch ein Entwicklungsland, in dem es an fast allem fehle. Insbesondere im Infrastrukturbereich. Daher halte ich es nicht für vernünftig, wenn die Chinesen ihre Devisenreserven überwiegend in US-Staatsanleihen anlegen." Hüfner rate deshalb im Moment von Anlagen in China ab. "In den kommenden zwölf Monaten wird man dort sicher kein Geld verdienen können. In den kommenden zehn Jahren dagegen schon."
Christian Hofmann, Manager des FIVV-Aktien-China-Select-UI Fonds (ISIN DE000A0JELL5 / WKN A0JELL), male nicht ganz so schwarz. "Wenn ich einen Blick in die Glaskugel werfe und an die Entwicklung des Gesamtmarkts im laufenden Jahr denke, wird mir etwas mulmig. Wenn ich allerdings an unseren Fonds denke, bin ich optimistisch, dass wir bis zum Jahresultimo Geld verdienen werden", so Hofmann.
Gleichwohl gestehe er ein, dass es deutlich schwerer werden werde. "Viele Fonds investieren ja nur rund um die Benchmark herum und haben daher häufig Positionen, die fast zehn Prozent betragen. Damit könnte ich nicht ruhig schlafen", sage der in Beijing lebende Manager. Er habe seinen Fonds sturmfest gemacht: "Bei den gut gelaufenen Titeln haben wir die Positionen auf etwa 3,5 Prozent reduziert und deutlich defensivere Titel nachgekauft." Dennoch sehe Hofmann die chinesische Wirtschaft nach wie vor auf einem erfreulichen Weg: "Die Gewinnentwicklung der Unternehmen ist sehr gut. Nur die Kurse sind schon etwas davongelaufen. Nun müssen die Unternehmen erst einmal wieder in die Bewertungen hineinwachsen."
Kurzfristig werde man an Chinas Aktien wohl nicht die größte Freude haben. Wer noch nicht dabei sei, finde derzeit leicht attraktivere Märkte wie Thailand oder Südosteuropa. Langfristig bleibe China gleichwohl aussichtsreich. Wer über einen Sparplan investiere, sei gegenüber volatileren Kursen sogar weitgehend immunisiert. (Ausgabe 3 vom 19.01.2007) (22.01.2007/fc/a/f)
Bei vielen Shanghainesen gebe es derzeit nur eine Beschäftigung: Der Blick auf die, Aktienkurse. Sehe man rot, sei alles in Ordnung. Denn im Reich der Mitte stehe rot für Glück. Steigende Kurse würden daher in rot angezeigt, fallende in grün. Die Szenen, die sich unter den Aktionären im Reich der Mitte abspielen würden, würden zuweilen an Deutschland im Jahr 2000 erinnern. Damals habe "Bild" getitelt: "Der Börsenrausch - immer weiter, höher, toller!" Oder: "Geldrausch - ein Leser fragt: Warum soll ich noch arbeiten?"
Ähnliche Fragen würden nun unter Chinas Aktionären kursieren. Mehr als verständlich - zu Zeiten in denen sich etwa das Versicherungsunternehmen China Life beim Börsengang in Shanghai glatt verdoppelt habe. Sei dies eine Blase?
Christian Hofmann, Manager des FIVV-Aktien-China-Select-UI Fonds (ISIN DE000A0JELL5 / WKN A0JELL), male nicht ganz so schwarz. "Wenn ich einen Blick in die Glaskugel werfe und an die Entwicklung des Gesamtmarkts im laufenden Jahr denke, wird mir etwas mulmig. Wenn ich allerdings an unseren Fonds denke, bin ich optimistisch, dass wir bis zum Jahresultimo Geld verdienen werden", so Hofmann.
Gleichwohl gestehe er ein, dass es deutlich schwerer werden werde. "Viele Fonds investieren ja nur rund um die Benchmark herum und haben daher häufig Positionen, die fast zehn Prozent betragen. Damit könnte ich nicht ruhig schlafen", sage der in Beijing lebende Manager. Er habe seinen Fonds sturmfest gemacht: "Bei den gut gelaufenen Titeln haben wir die Positionen auf etwa 3,5 Prozent reduziert und deutlich defensivere Titel nachgekauft." Dennoch sehe Hofmann die chinesische Wirtschaft nach wie vor auf einem erfreulichen Weg: "Die Gewinnentwicklung der Unternehmen ist sehr gut. Nur die Kurse sind schon etwas davongelaufen. Nun müssen die Unternehmen erst einmal wieder in die Bewertungen hineinwachsen."
Kurzfristig werde man an Chinas Aktien wohl nicht die größte Freude haben. Wer noch nicht dabei sei, finde derzeit leicht attraktivere Märkte wie Thailand oder Südosteuropa. Langfristig bleibe China gleichwohl aussichtsreich. Wer über einen Sparplan investiere, sei gegenüber volatileren Kursen sogar weitgehend immunisiert. (Ausgabe 3 vom 19.01.2007) (22.01.2007/fc/a/f)


