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CEE-Konjunktur: Fortsetzung der Wachstumsabschwächung in Q4
10.04.12 13:40
Erste Group Research
Wien (www.aktiencheck.de) - Im vierten Quartal setzte sich die Abschwächung des Wachstums in fast allen Ländern in CEE fort, nur die Slowakei konnte im vierten Quartal ein höheres Wachstum von 3,1% verzeichnen, berichten die Analysten von Erste Group Research.
Kroatiens Wirtschaft sei im Jahresvergleich um 0,4% geschrumpft. Im letzten Quartal 2011 habe sich die wirtschaftliche Abschwächung in der Tschechischen Republik fortgesetzt, sodass das Land nach 1,3% Wachstum im Jahresvergleich im dritten Quartal nur mehr 0,3% im vierten Quartal gewachsen sei. Saisonalbereinigt bedeute das, dass das reale BIP-Wachstum in den letzten beiden Quartalen 2011 jeweils um 0,1% auf Quartalsbasis geschrumpft sei. Das erste Quartal 2012 sollte den Talboden des Konjunktureinbruches darstellen. Dafür spreche, dass der Purchasing Manager-Index im Januar noch unter 50 gelegen habe, im Februar und März aber bereits darüber, d.h. bereits in der Zone der wirtschaftlichen Expansion gelegen habe.
Für die Industrieproduktion würden die Analysten im März einen weiteren monatlichen Fall nach -0,6% im Januar und -0,8% im Februar erwarten. Die milde Rezession, die das Land zurzeit durchmache, werde sich in einem Gesamtjahreswachstum von 0,5% niederschlagen, wobei die Nettoexporte der hauptsächliche Wachstumsmotor seien. Die Inflation werde auf niedrigem Niveau verharren, da es von der Nachfrageseite keinen Druck gebe und die Tschechische Krone seit Jahresbeginn aufgewertet habe. Einzige preissteigernde Faktoren seien Preisderegulierung und Erhöhung von indirekten Steuern. Auch die lockere Geldpolitik mit einem extrem niedrigen Leitzins von 0,75% werde bis ins Jahr 2013 aufrecht bleiben.
In Ungarn stelle sich das Wirtschaftswachstum gegen verkehrt zur tschechischen Situation dar: Das dritte und vierte Quartal des Jahres 2011 seien relativ stark gewesen, sodass das gesamte BIP letztes Jahr um 1,7% gewachsen sei. Der Grund für die positive Überraschung im zweiten Halbjahr sei eine gute Ernte gewesen, kombiniert mit einem günstigen Basiseffekt. Die besonders schwachen Investitionen würden aber schon zeigen, dass 2012 ein schwieriges Jahr werde, für das die Analysten eine Schrumpfung von 0,5% erwarten würden. Dafür verantwortlich seien - neben den Unsicherheiten der Konjunkturentwicklung in der Eurozone - der Sparkurs der Regierung und die hohe Arbeitslosigkeit, die auf die private Nachfrage durchschlagen würden.
Ein stärkerer Wachstumseinbruch werde nur durch die sich nach wie vor positiv entwickelnde Autoindustrie und den Handelsbilanzüberschuss verhindert. Für das wirtschaftliche Klima in Ungarn wäre es besonders wichtig, dass es zu einer Einigung zwischen dem Internationalen Währungsfonds und der ungarischen Regierung komme, die die Wirtschaftpolitik in geordnete Bahnen führe und die Volatilität im ungarischen Kapitalmarkt reduziere. Allerdings würden die Analysten ihren Optimismus, dass es noch im zweiten Quartal 2012 zur Einigung komme, enttäuscht sehen.
Im Vergleich würden die Wachstumschancen Rumäniens für dieses Jahr etwas besser aussehen - die Analysten würden erwarten, dass das BIP real um 1,2% wachse. Das sei zwar auch eine Abschwächung gegenüber 2011, aber aufgrund der Größe des internen Marktes und einer moderaten fiskalischen und geldpolitischen Lockerung, falle die Wachstumsmodelle geringer aus. Eine Lohnerhöhung im öffentlichen Sektor und eine Senkung des Leitzinses auf ein Rekordniveau von 5,25% seien gewissermaßen die Zuckerl vor den Wahlen im Herbst, wobei aber durch das geltende Abkommen mit dem Internationalen Währungsfonds Maßnahmen, die die makroökonomische Stabilität gefährden würden, ausgeschlossen seien. (10.04.2012/ac/a/m)
Kroatiens Wirtschaft sei im Jahresvergleich um 0,4% geschrumpft. Im letzten Quartal 2011 habe sich die wirtschaftliche Abschwächung in der Tschechischen Republik fortgesetzt, sodass das Land nach 1,3% Wachstum im Jahresvergleich im dritten Quartal nur mehr 0,3% im vierten Quartal gewachsen sei. Saisonalbereinigt bedeute das, dass das reale BIP-Wachstum in den letzten beiden Quartalen 2011 jeweils um 0,1% auf Quartalsbasis geschrumpft sei. Das erste Quartal 2012 sollte den Talboden des Konjunktureinbruches darstellen. Dafür spreche, dass der Purchasing Manager-Index im Januar noch unter 50 gelegen habe, im Februar und März aber bereits darüber, d.h. bereits in der Zone der wirtschaftlichen Expansion gelegen habe.
In Ungarn stelle sich das Wirtschaftswachstum gegen verkehrt zur tschechischen Situation dar: Das dritte und vierte Quartal des Jahres 2011 seien relativ stark gewesen, sodass das gesamte BIP letztes Jahr um 1,7% gewachsen sei. Der Grund für die positive Überraschung im zweiten Halbjahr sei eine gute Ernte gewesen, kombiniert mit einem günstigen Basiseffekt. Die besonders schwachen Investitionen würden aber schon zeigen, dass 2012 ein schwieriges Jahr werde, für das die Analysten eine Schrumpfung von 0,5% erwarten würden. Dafür verantwortlich seien - neben den Unsicherheiten der Konjunkturentwicklung in der Eurozone - der Sparkurs der Regierung und die hohe Arbeitslosigkeit, die auf die private Nachfrage durchschlagen würden.
Ein stärkerer Wachstumseinbruch werde nur durch die sich nach wie vor positiv entwickelnde Autoindustrie und den Handelsbilanzüberschuss verhindert. Für das wirtschaftliche Klima in Ungarn wäre es besonders wichtig, dass es zu einer Einigung zwischen dem Internationalen Währungsfonds und der ungarischen Regierung komme, die die Wirtschaftpolitik in geordnete Bahnen führe und die Volatilität im ungarischen Kapitalmarkt reduziere. Allerdings würden die Analysten ihren Optimismus, dass es noch im zweiten Quartal 2012 zur Einigung komme, enttäuscht sehen.
Im Vergleich würden die Wachstumschancen Rumäniens für dieses Jahr etwas besser aussehen - die Analysten würden erwarten, dass das BIP real um 1,2% wachse. Das sei zwar auch eine Abschwächung gegenüber 2011, aber aufgrund der Größe des internen Marktes und einer moderaten fiskalischen und geldpolitischen Lockerung, falle die Wachstumsmodelle geringer aus. Eine Lohnerhöhung im öffentlichen Sektor und eine Senkung des Leitzinses auf ein Rekordniveau von 5,25% seien gewissermaßen die Zuckerl vor den Wahlen im Herbst, wobei aber durch das geltende Abkommen mit dem Internationalen Währungsfonds Maßnahmen, die die makroökonomische Stabilität gefährden würden, ausgeschlossen seien. (10.04.2012/ac/a/m)


