Bellevue-Fonds: Comeback der globalen Gesundheitsmärkte - Fondsanalyse


22.02.23 11:03
Bellevue Asset Management

Küsnacht (www.fondscheck.de) - Nach zuletzt schwierigen Jahren ist eine Trendwende bei Gesundheitsaktien in den Schwellenländern festzustellen so Remo Krauer, Portfolio Manager des Bellevue Asia Pacific Healthcare Fonds (ISIN LU1587985570 / WKN A2DPA9) und des Bellevue Emerging Markets Healthcare Fonds (ISIN LU1585229187 / WKN A2DPA0) bei Bellevue Asset Management.

Gerade in China habe der Sektor zu einem Comeback angesetzt. Das wieder anziehende Geschäft der Healthcare-Unternehmen profitiere zum einen von den Öffnungen, die durch die Abkehr von der Zero-COVID-Politik ausgelöst würden. Zum anderen löse die Förderung durch die Regierung neue Wachstumsimpulse aus.

Nach Jahren der Unsicherheit könne der Sektor wieder sein Potenzial ausschöpfen. Erwartet werde ein jährliches Wachstum von rund 10% für den chinesischen Gesundheitsmarkt. Von der Wiederöffnung würden verschiedene Gesundheitssektoren profitieren. Die Kliniken seien aufgrund der steigenden Patientenzahl für stationäre Behandlungen wieder stärker ausgelastet. Dazu würden beispielsweise chirurgische Eingriffe zählen. Diese würden wiederum das Geschäft von einzelnen Bereichen der Medizintechnik beflügeln. Das gelte beispielsweise für die Hersteller von Implantaten, wie etwa künstlichen Hüft- und Kniegelenken in der Orthopädie oder Stents und Herzklappen in der Kardiologie. Außerdem würden die Umsätze von Distributoren und Apotheken steigen, die wieder mehr Laufkundschaft verzeichnen würden.

Die Gesundheit bleibe eine der Schlüsselindustrien in China. Weil die Nachfrage nach Produkten und Serviceleistungen infolge der sich beschleunigenden Überalterung der Bevölkerung deutlich steige, sei die Regierung förmlich gezwungen, in die Modernisierung bestehender Strukturen und in innovative Technologien zu investieren. Was die staatlich regulierte Preispolitik angehe, würden die jüngsten Signale darauf hindeuten, dass sich die Preisbildung zugunsten der Anbieter entwickle, was sich positiv auf die Gewinnentwicklung der Unternehmen auswirken dürfte.

Zusammengefasst lasse sich sagen, dass China aufgrund der attraktiven Bewertungen und des hohen Umsatz- und Gewinnwachstums aktuell der spannendste Gesundheitsmarkt unter allen Schwellenländern sei. So hätten chinesische Unternehmen ganz klar an Innovationskraft gewonnen. Biotechfirmen wie Legend Biotech und BeiGene seien dabei, ihre Krebstherapien auch in den USA zu kommerzialisieren. Das Leukämiemedikament Brukinsa von BeiGene, ein Präparat aus der Klasse der BTK-Inhibitoren, habe aufgrund der sehr hohen Wirksamkeit gute Chancen, sich als "Best in Class"-Produkt zu etablieren. Dasselbe gelte für die Zelltherapie von Legend Biotech in der Behandlung des multiplen Myeloms. Ebenfalls zu erwähnen sei WuXi Biologics, das Dienstleistungen im Bereich Research und Produktion von Biologika anbiete, die weltweit konkurrenzfähig seien.

Aber auch außerhalb Chinas würden asiatische Unternehmen bei der Entwicklung von bahnbrechenden neuen Arzneien eine wichtige Rolle spielen. So habe der japanische Pharmakonzern Daiichi Sankyo zusammen mit AstraZeneca mit Enhertu ein neues Brustkrebsmedikament auf den Markt gebracht, das jährliche Spitzenumsätze im oberen einstelligen Milliardenbereich einspielen könne. Eisai Pharma und Biogen hätten Anfang Januar 2023 grünes Licht von der Zulassungsbehörde für Lecanemab erhalten, das erste Alzheimermedikament, das den Krankheitsverlauf direkt beeinflusse. In Australien habe das Unternehmen CSL Ltd für seine Gentherapie zur Behandlung von Hämophilie B die Zulassung erhalten.

Im indischen Gesundheitssektor würden zum einen Spitalketten wie Apollo Hospitals mit ihrer Digitalisierungsstrategie, zum anderen Generikafirmen wie Dr. Reddy's und Sun Pharma aufgrund ihrer starken Position auf dem Heimatmarkt und ihrer Spezialpharmaprodukte in den USA überzeugen. Außerhalb des asiatisch-pazifischen Raums sehe man vor allem in Brasilien interessante Investmentopportunitäten. Aktuell würden den Experten die Apothekenkette Raia und die auf Generika und Spezialpharmaprodukte spezialisierte Firma Hypera gefallen. Beide Firmen seien weniger abhängig von der ökonomischen Entwicklung in Brasilien und deshalb defensiver aufgestellt. Zudem würden sie am meisten von der Überalterung und folglich vom überdurchschnittlichen Wachstum des Gesundheitsmarktes profitieren.

Die Experten von Bellevue Asset Management halten bei ihren beiden Fonds einen hohen Anteil an chinesischen Aktien. Beim Bellevue Emerging Markets Healthcare Fonds seien es über 60% und beim Bellevue Asia Pacific Healthcare Fonds rund 40%. Grundsätzlich seien rund die Hälfte der Assets im Asia Pacific Healthcare Fonds in Schwellenländer investiert und die andere Hälfte in asiatisch-pazifische Industrieländer wie Japan, Australien und Neuseeland. Dadurch bekomme dieser Fonds eine etwas defensivere Note. Beim Emerging Markets Healthcare Fonds werde der China-Anteil mit einer etwas höheren Quote an indischen Anlagen kombiniert und mit Investitionen in Brasilien, Ungarn und im Mittleren Osten ergänzt. (22.02.2023/fc/a/f)






hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
142,805 € 147,283 € -   € 0,00% 17.04./14:38
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
LU1587985570 A2DPA9 154,39 € 131,66 €
Werte im Artikel
121,49 plus
+2,36%
142,81 minus
-3,04%