Baring Global Select punktet an Emerging Markets


07.04.08 11:05
Morningstar

München (aktiencheck.de AG) - Nach Ansicht der Experten von "Morningstar" eignet sich der Baring Global Select (ISIN IE0030016350 / WKN 626660) für "sportliche" Anleger, die Schwankungen tolerieren können.

Dieser globale Fonds habe an den Emerging Markets gepunktet. Manager Lees verfolge einen von der Benchmark unabhängigen, thematischen Ansatz: Osten versus Westen oder Wachstum versus Stagnation sei die dominante Idee.

Es sei unwahrscheinlich, dass die Aktienpositionen dieses Fonds sich mit anderen Investments eines durchschnittlichen Anlegers überschneiden würden. Der Fonds habe nur ein Fondsvolumen von 24 Mio. Euro, was ihn sehr beweglich mache. Allerdings würden sich die Fixkosten nur auf wenige Schultern verteilen. Der Fonds habe 2006 eine TER von 2,14% gehabt. Das niedrige Volumen ermögliche dem Fonds aber auch, mittlere und kleine Werte an den globalen Börsen zu kaufen.

Das höre sich dann im Februarbericht so an: "Im Monatsverlauf konnten wir die höheren Kurse nutzen, um einige kleinere, weniger liquide Positionen wie die Bank Muscat, Vietnam Manufacturing sowie den brasilianischen Titel Anhanguera Education zu verkaufen. Außerdem haben wir Positionen in Union Properties, um unsere Ausrichtung auf den Ausbau der Infrastruktur im Mittleren Osten zu erhöhen."

Zur Erklärung: Die Bank Muscat sei eine Bank aus dem Oman, die Position habe 2,1% des Fondsvermögens ausgemacht. Anhanguera Education habe der Fonds Ende 2007 noch nicht gehalten, die Experten hätten für diesen Zeitpunkt das letzte komplette Fondsportfolio gehabt. Vietnam Manufacturing würden in Hongkong US-Dollar notieren und seien im Dezember an die Börse gebracht worden (Position im Fonds: 1,8%).

"Wir kaufen nur Häuser mit einer schönen Nachbarschaft (good stocks in a good neighbourhood)", beschreibe Fondsmanager Chris Lees seinen Ansatz. Europäische, US- oder japanische Banken wären eine schlechte Nachbarschaft, da könne ein Finanzinstitut noch so günstig bewertet sein, es werde nicht in den Fonds gekauft. Als schöne Nachbarschaft sehe Lees hingegen das Handelsumfeld für Börsen in Südostasien. Der Fonds habe Ende 2007 alleine sieben Börsenbetreiber gehalten.

Der Fonds kaufe vor allem vernünftig bewertete Wachstumswerte, sprich Aktien, die mit höheren Kurs-Gewinn- (KGV) oder Kurs-Buchwert-Verhältnissen (KBV) notieren würden. Das Fondsportfolio habe ein KGV von knapp 18 und ein KBV von 3,3. Manager Lees habe 38% im asiatisch-pazifischen Raum angelegt. Die USA hätten lediglich ein Gewicht von 5%, was stark von Vergleichsfonds abweiche. Lees könne sich vorstellen, das US-Gewicht zu erhöhen. Dafür müsse aber auch der US-Dollar wieder an Wert gewinnen. Im Oktober habe Lees chinesische Blue Chips aus Bewertungsgründen verkauft. Die südostasiatischen Nebenwerte würden 2008 allerdings an der Performance zerren. Der Fonds halte aktuell 11% an Liquidität.

Auf der Branchenseite gebe Lees Energie und Rohstoffen den Vorzug, wobei er tendenziell eher in die Ausrüster (Bohrinseln oder Services) als in die Blue Chips investiere.

Der Ansatz des Fonds sei als Free-Style zu sehen, der Fondsmanager unterliege fast keinen Restriktionen. Die Performance der letzten Jahre stamme aus den Schwellenländerbörsen und hier meist aus Wetten der zweiten Reihe. Dies erhöhe die Chancen aber auch die Möglichkeit von Rücksetzern, die heftiger ausfallen könnten als bei Fonds, die sich mehr am Mainstream orientieren würden. Das recht geringe Volumen mache den Fonds einerseits teuer, ermögliche dem Manager aber auch kurzfristige Wetten in Exoten.

Wer einen Emerging Markets-Fonds schon im Portfolio halte, sollte sich überlegen, ob er sich mit diesem Fonds mehr Aktien aus Südafrika, Lateinamerika, Mittlerem Osten und Südostasien einkaufen möchte.

Der Baring Global Select eignet sich nach Ansicht der Experten von "Morningstar" für "sportliche" Anleger, die Schwankungen tolerieren können. Für diese Volatilität würden sie aber auch belohnt. (Ausgabe vom 28.03.2008) (07.04.2008/fc/a/f)