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Banken-ETFs lassen weiter Federn
22.05.12 10:58
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.fondscheck.de) - Wieder einmal bestimmt Griechenland die Schlagzeilen - und auch den ETF-Handel, so die Deutsche Börse AG.
"Wir hatten mit 63 zu 37 Prozent eine deutliche Dominanz der Verkäufe", erkläre Bernardus Roelofs von Flow Traders. "Die Spekulationen über einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone und die damit verbundenen Ansteckungsängste sowie die Herabstufung von 16 spanischen Banken durch Moody`s belasten die Märkte."
"Die Stimmung ist nicht gerade euphorisch", meine auch Frank Mohr von der Commerzbank. Von einem "Sell in May" könne man aber auch nicht sprechen. Laut Alexander Kuppler von der Deutschen Bank habe sich der Trend der Vorwochen fortgesetzt: "Aktien-ETFs werden abgegeben, statt dessen Geldmarkt- und Bundesanleihen-Indexfonds gekauft." Auch im Bereich der Sektoren-ETFs zeige sich: Defensiv aufstellen sei wieder das Credo.
Unter dem Strich würden Gelder aus Aktien-ETFs abfließen, wie Händler einhellig berichten würden. Einige würden vor allem DAX-Tracker (ISIN LU0274211480 / WKN DBX1DA, ISIN LU0378438732 / WKN ETF001) auf den Verkaufslisten, andere besonders EURO STOXX 50-ETFs (ISIN LU0274211217 / WKN DBX1EU, ISIN LU0378434079 / WKN ETF050) sehen. Ein Trend sei aber klar abzulesen: Wenn überhaupt investiert werde, dann meist in US-Werte. "Die Alte Welt und Asien werden verkauft, die Neue Welt gekauft", fasse Kuppler zusammen. Wie schon in den Vorwochen hätten Investoren bei S&P 500- und MSCI USA-Produkten (ISIN LU0274210672 / WKN DBX1MU, ISIN LU0490618542 / WKN DBX0F2) zugegriffen, wenn auch zaghaft. Bernardus Roelofs von Flow Traders sowie Mark Schönbrodt von der DekaBank würden das bestätigen.
Auffällig umsatzstark würden sich Mohr zufolge die den britischen Leitindex abbildenden FTSE 100-Indexfonds (ISIN LU0488316216 / WKN ETF081, ISIN DE0006289408 / WKN 628940) - mit einer klaren Käuferdominanz präsentieren. "Offenbar führen die Probleme in der Eurozone zu einer Flucht in andere Länder, etwa Großbritannien." Japanische Aktien (ISIN DE000A0DPMW9 / WKN A0DPMW) hätten als Alternative aber wohl nicht getragen: Mohr berichte von Abflüssen aus ETFs mit japanischen Dividendentiteln.
Auch Emerging Markets-Indexfonds (ISIN DE000A0HGZT7 / WKN A0HGZT, ISIN LU0292107645 / WKN DBX1EM) seien derzeit eher unbeliebt. Bei einzelnen Ländern wie Taiwan oder Korea würden Anleger aber offenbar durchaus Chancen sehen, wie Schönbrodt registriert habe (ISIN FR0010444786 / WKN LYX0CT, ISIN LU0292100046 / WKN DBX1K2). Indexfonds mit russischen Dividendentiteln träfen hingegen nicht mehr den Geschmack, wie der Händler ergänze. Viel Freude hätten Investoren an Russland-Anlagen zuletzt auch nicht gehabt: Der Lyxor Russia habe seit dem Jahreshoch Mitte März über 20 Prozent an Wert verloren, beim db x-trackers MSCI Russia Capped (ISIN LU0322252502 / WKN DBX1RC) sehe es ähnlich trübe aus.
Angesichts anhaltender Sorgen um die Verfassung der Banken - noch geschürt durch die Herabstufung der spanischen Institute am vergangenen Donnerstag - überrasche nicht, dass sich Anleger von Banken-ETFs trennen würden, wie die Commerzbank beobachtet habe. Die kräftigen Gewinne der Banken-Indexfonds aus den ersten zwei Monaten diesen Jahres seien mittlerweile vollständig aufgezehrt. ETFs mit Aktien von Finanzdienstleistern (ISIN LU0378435712 / WKN ETF066), konkret Börsenbetreibern und Asset Managern, würden Mohr zufolge hingegen in den Portfolios landen. "Hier könnte eine Rolle gespielt haben, dass es sich meist um britische Asset Manager handelt", mutmaße der Händler.
Abgesehen davon werde im Allgemeinen auf defensive Branchen gesetzt, etwa Grundstoffe (ISIN LU0292100806 / WKN DBX1SB, ISIN LU0378435472 / WKN ETF063) und Gesundheitswerte (ISIN LU0292103222 / WKN DBX1SH), wie die Händler berichten würden. Die DekaBank sehe auch Interesse an Telekommunikations- und Versorgerwerten (ISIN DE000A0H08R2 / WKN A0H08R) - ebenfalls typische Antizykliker. Zykliker wie die Bau- oder die Automobilbranche (ISIN DE000A0H08F7 / WKN A0H08F, ISIN IE00B5NLX835 / WKN A0RPR0) würden unterdessen abgestoßen. Ob der Immobiliensektor als sicherer Hafen tauge oder nicht, darüber gebe es offenbar unterschiedliche Ansichten: Während die Commerzbank von Abgaben aus Immobilien-ETFs berichte, habe die Deutsche Bank Zuflüsse ausgemacht.
Vergleichsweise wenig los sei im Bereich Renten-ETFs. Mohr zufolge würden deutsche Kurzläufer eher gekauft und Langläufer verkauft. "Vor allem bei kurz laufenden deutschen Staatsanleihen gab es Zuflüsse", meine auch Alexander Kuppler. In Geldmarkt-Indexfonds würden einige Händler einen Verkaufs-, einige einen Kaufüberhang sehen.
Gemischt sei das Bild auch bei ETFs mit Unternehmensanleihen, die in diesem Jahr zwischenzeitlich sehr beliebt gewesen seien: Roelofs habe Handel in beide Richtungen im iShares Markit iBoxx Euro Corporate Bond registriert, während im Lyxor Euro Corporate Bond (ISIN FR0010737544 / WKN LYX0EE) noch die Zuflüsse überwögen. Indexfonds mit Schwellenländeranleihen, etwa der iShares JPMorgan US-Dollar Emerging Markets Bond (ISIN DE000A0RFFT0 / WKN A0RFFT), würden Roelofs zufolge aktuell nicht ziehen. (22.05.2012/fc/a/e)
"Wir hatten mit 63 zu 37 Prozent eine deutliche Dominanz der Verkäufe", erkläre Bernardus Roelofs von Flow Traders. "Die Spekulationen über einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone und die damit verbundenen Ansteckungsängste sowie die Herabstufung von 16 spanischen Banken durch Moody`s belasten die Märkte."
"Die Stimmung ist nicht gerade euphorisch", meine auch Frank Mohr von der Commerzbank. Von einem "Sell in May" könne man aber auch nicht sprechen. Laut Alexander Kuppler von der Deutschen Bank habe sich der Trend der Vorwochen fortgesetzt: "Aktien-ETFs werden abgegeben, statt dessen Geldmarkt- und Bundesanleihen-Indexfonds gekauft." Auch im Bereich der Sektoren-ETFs zeige sich: Defensiv aufstellen sei wieder das Credo.
Unter dem Strich würden Gelder aus Aktien-ETFs abfließen, wie Händler einhellig berichten würden. Einige würden vor allem DAX-Tracker (ISIN LU0274211480 / WKN DBX1DA, ISIN LU0378438732 / WKN ETF001) auf den Verkaufslisten, andere besonders EURO STOXX 50-ETFs (ISIN LU0274211217 / WKN DBX1EU, ISIN LU0378434079 / WKN ETF050) sehen. Ein Trend sei aber klar abzulesen: Wenn überhaupt investiert werde, dann meist in US-Werte. "Die Alte Welt und Asien werden verkauft, die Neue Welt gekauft", fasse Kuppler zusammen. Wie schon in den Vorwochen hätten Investoren bei S&P 500- und MSCI USA-Produkten (ISIN LU0274210672 / WKN DBX1MU, ISIN LU0490618542 / WKN DBX0F2) zugegriffen, wenn auch zaghaft. Bernardus Roelofs von Flow Traders sowie Mark Schönbrodt von der DekaBank würden das bestätigen.
Auch Emerging Markets-Indexfonds (ISIN DE000A0HGZT7 / WKN A0HGZT, ISIN LU0292107645 / WKN DBX1EM) seien derzeit eher unbeliebt. Bei einzelnen Ländern wie Taiwan oder Korea würden Anleger aber offenbar durchaus Chancen sehen, wie Schönbrodt registriert habe (ISIN FR0010444786 / WKN LYX0CT, ISIN LU0292100046 / WKN DBX1K2). Indexfonds mit russischen Dividendentiteln träfen hingegen nicht mehr den Geschmack, wie der Händler ergänze. Viel Freude hätten Investoren an Russland-Anlagen zuletzt auch nicht gehabt: Der Lyxor Russia habe seit dem Jahreshoch Mitte März über 20 Prozent an Wert verloren, beim db x-trackers MSCI Russia Capped (ISIN LU0322252502 / WKN DBX1RC) sehe es ähnlich trübe aus.
Angesichts anhaltender Sorgen um die Verfassung der Banken - noch geschürt durch die Herabstufung der spanischen Institute am vergangenen Donnerstag - überrasche nicht, dass sich Anleger von Banken-ETFs trennen würden, wie die Commerzbank beobachtet habe. Die kräftigen Gewinne der Banken-Indexfonds aus den ersten zwei Monaten diesen Jahres seien mittlerweile vollständig aufgezehrt. ETFs mit Aktien von Finanzdienstleistern (ISIN LU0378435712 / WKN ETF066), konkret Börsenbetreibern und Asset Managern, würden Mohr zufolge hingegen in den Portfolios landen. "Hier könnte eine Rolle gespielt haben, dass es sich meist um britische Asset Manager handelt", mutmaße der Händler.
Abgesehen davon werde im Allgemeinen auf defensive Branchen gesetzt, etwa Grundstoffe (ISIN LU0292100806 / WKN DBX1SB, ISIN LU0378435472 / WKN ETF063) und Gesundheitswerte (ISIN LU0292103222 / WKN DBX1SH), wie die Händler berichten würden. Die DekaBank sehe auch Interesse an Telekommunikations- und Versorgerwerten (ISIN DE000A0H08R2 / WKN A0H08R) - ebenfalls typische Antizykliker. Zykliker wie die Bau- oder die Automobilbranche (ISIN DE000A0H08F7 / WKN A0H08F, ISIN IE00B5NLX835 / WKN A0RPR0) würden unterdessen abgestoßen. Ob der Immobiliensektor als sicherer Hafen tauge oder nicht, darüber gebe es offenbar unterschiedliche Ansichten: Während die Commerzbank von Abgaben aus Immobilien-ETFs berichte, habe die Deutsche Bank Zuflüsse ausgemacht.
Vergleichsweise wenig los sei im Bereich Renten-ETFs. Mohr zufolge würden deutsche Kurzläufer eher gekauft und Langläufer verkauft. "Vor allem bei kurz laufenden deutschen Staatsanleihen gab es Zuflüsse", meine auch Alexander Kuppler. In Geldmarkt-Indexfonds würden einige Händler einen Verkaufs-, einige einen Kaufüberhang sehen.
Gemischt sei das Bild auch bei ETFs mit Unternehmensanleihen, die in diesem Jahr zwischenzeitlich sehr beliebt gewesen seien: Roelofs habe Handel in beide Richtungen im iShares Markit iBoxx Euro Corporate Bond registriert, während im Lyxor Euro Corporate Bond (ISIN FR0010737544 / WKN LYX0EE) noch die Zuflüsse überwögen. Indexfonds mit Schwellenländeranleihen, etwa der iShares JPMorgan US-Dollar Emerging Markets Bond (ISIN DE000A0RFFT0 / WKN A0RFFT), würden Roelofs zufolge aktuell nicht ziehen. (22.05.2012/fc/a/e)
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