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Auf die Eurozone setzen
06.10.15 15:20
DNCA Finance
Paris (www.fondscheck.de) - Nach dem Absturz im August setzte sich der Kursrutsch an den Märkten fort, so Jean-Charles Mériaux, Leiter Portfoliomanagement bei DNCA Finance.
Nach wie vor würden Anleger befürchten, die nachlassende Aktivität in den Schwellenländern, allen voran in China, könnte die Weltkonjunktur deutlich bremsen. Darüber hinaus habe die Entscheidung der Federal Reserve, die Zinsanhebung zu verschieben, für Unruhe gesorgt. Im Moment sehe es so aus, dass der erste Zinsschritt noch vor Jahresende stattfinden könnte.
In Europa habe die Enthüllung, dass Volkswagen bei den Emissionen seiner Dieselmotoren manipuliert habe, den Automobilsektor besonders schwer getroffen. Nach der Euphorie vom Frühjahr würden sich die meisten europäischen Indices inzwischen auf negativem Terrain befinden. Trotzdem sei die Eurozone der einzige große Wirtschaftsraum der Welt, in dem sich die Wachstumsprognosen für 2015 verbessern würden. Abgesehen von bestimmten Sektoren (Erdöl) würden die europäischen Unternehmen ihre Prognosen nicht senken.
Die BIP-Wachstumsschätzungen 2015 für die Eurozone in Höhe von 1,5 Prozent erscheinen uns solide, 2016 könnten wir uns den 2 Prozent annähern, so die Experten von DNCA Finance. Man sollte sich erinnern, dass noch vor einigen Monaten viele die Rückkehr des Wachstums in Europa bezweifelt hätten. Dieses Wachstum finde in einer weltwirtschaftlichen Lage statt, in der die Aussichten vor allem wegen des Rückgangs in den Schwellenländern und insbesondere in China, Brasilien und Russland nach unten korrigiert würden. In den Vereinigten Staaten dürfte sich das Wirtschaftswachstum bei circa 2,5 Prozent stabilisieren.
Wie lasse sich das erklären? Hier drei Hauptgründe:
Erstens sei hier die extrem expansive Geldpolitik der EZB zu nennen, die diese mindestens bis Ende 2016 fortsetzen werde. Auf der anderen Seite werde die FED ihre Geldpolitik straffen müssen.
Zweitens die Abwertung des Euro. Tatsächlich gehöre es zu den großen Leistungen der EZB, dass sie es geschafft habe, die Gemeinschaftswährung zum großen Nutzen der weitgehend exportorientierten Eurozone zu schwächen.
Drittens der Rückgang der Rohstoffpreise. Da die Eurozone kaum Rohstoffe produziere, profitiere sie mit am meisten davon, dass der Erdölpreis und die Preise von Grundstoffen insgesamt fallen würden. Die anziehende Konjunktur mache sich in den Nebenwerteindizes deutlich bemerkbar, sie stünden so hoch wie seit vier Jahren nicht mehr. Diese konjunkturelle Wiederbelebung scheine von Dauer zu sein, weil mit ihr auch das Kreditaufkommen wachse. Der einzige Vorbehalt betreffe die Kapitalinvestitionen, die kurzatmig zu sein scheinen würden.
Da die industriellen Kapazitäten weltweit nach wie vor hoch seien, würden die Unternehmen ihre Finanzmittel wohl eher für externes Wachstum einsetzen als für wachstumsfördernde Investitionen. Darüber hinaus würden die hohen Aufschläge, die übernehmende Konzerne in letzter Zeit bei tatsächlichen oder geplanten Übernahmen bieten würden - zum Beispiel XPO Logistics für Norbert Dentressangle, Fnac für Darty oder HeidelbergCement für Italcementi - auf ein günstiges Umfeld für Fusionen und Übernahmen hindeuten.
In den letzten Monaten habe die Griechenlandfrage die positive fundamentale Entwicklung in der Eurozone verschleiert. Ihre vorläufige Lösung sollte es den Anlegern jetzt ermöglichen, das wirtschaftliche Potenzial Europas besser wahrzunehmen.
All das lasse für die Geschäftsergebnisse hoffen. Zum ersten Mal seit fünf Jahren würden die Ergebnismeldungen positiv überraschen. Die europäischen Unternehmen stünden jetzt vor der Herausforderung, die Rentabilitätskluft zu verkleinern, die sie von den amerikanischen Unternehmen trenne. Im Jahr 2014 habe die Eigenkapitalrendite der Unternehmen im EURO STOXX neun Prozent betragen, die der Unternehmen im S&P 500 hingegen 16 Prozent. Doch jetzt würden die kräftig wachsenden Gewinne in Europa den Anstieg der Börse stützen, während jenseits des Atlantiks mit sinkenden Gewinnen zu rechnen sei.
Sicher, die Verbesserung der Fundamentaldaten sei im Frühjahr von der Griechenlandfrage und im Sommer vom verlangsamten Wirtschaftswachstum in China verdeckt worden, sodass es an den Märkten zu massiven Turbulenzen gekommen sei. Die Volkswagen-Affäre sorge nun für neue Volatilität in einem Sektor, der für die Wiederbelebung in Europa von großer Bedeutung sei.
Das aktuelle Medienchaos zu diesem Thema erschwere es, die Auswirkungen der Affäre auf das Verbrauchervertrauen und auf den Automobilsektor im Allgemeinen zu analysieren. Betrachte man die neuesten Zahlen aus Italien und Frankreich, würden sich die Zuversicht und die Stimmung der Konzernchefs allerdings zu halten scheinen.
Obwohl die Anleger teils berechtigte Gründe hätten, beunruhigt zu sein, würden die europäischen Aktien im weltweiten Verhältnis gesehen mit Sicherheit eine der besten Anlageklassen bleiben und die Sinkbewegung der letzten Wochen stelle eine langfristige Kaufgelegenheit dar. Daher würden die Experten bei ihrer Meinung bleiben: Die Aktien der Eurozone aufstocken und dabei auf Unternehmen setzen, die vorwiegend in der Eurozone tätig seien. (06.10.2015/fc/a/m)
Nach wie vor würden Anleger befürchten, die nachlassende Aktivität in den Schwellenländern, allen voran in China, könnte die Weltkonjunktur deutlich bremsen. Darüber hinaus habe die Entscheidung der Federal Reserve, die Zinsanhebung zu verschieben, für Unruhe gesorgt. Im Moment sehe es so aus, dass der erste Zinsschritt noch vor Jahresende stattfinden könnte.
In Europa habe die Enthüllung, dass Volkswagen bei den Emissionen seiner Dieselmotoren manipuliert habe, den Automobilsektor besonders schwer getroffen. Nach der Euphorie vom Frühjahr würden sich die meisten europäischen Indices inzwischen auf negativem Terrain befinden. Trotzdem sei die Eurozone der einzige große Wirtschaftsraum der Welt, in dem sich die Wachstumsprognosen für 2015 verbessern würden. Abgesehen von bestimmten Sektoren (Erdöl) würden die europäischen Unternehmen ihre Prognosen nicht senken.
Die BIP-Wachstumsschätzungen 2015 für die Eurozone in Höhe von 1,5 Prozent erscheinen uns solide, 2016 könnten wir uns den 2 Prozent annähern, so die Experten von DNCA Finance. Man sollte sich erinnern, dass noch vor einigen Monaten viele die Rückkehr des Wachstums in Europa bezweifelt hätten. Dieses Wachstum finde in einer weltwirtschaftlichen Lage statt, in der die Aussichten vor allem wegen des Rückgangs in den Schwellenländern und insbesondere in China, Brasilien und Russland nach unten korrigiert würden. In den Vereinigten Staaten dürfte sich das Wirtschaftswachstum bei circa 2,5 Prozent stabilisieren.
Wie lasse sich das erklären? Hier drei Hauptgründe:
Erstens sei hier die extrem expansive Geldpolitik der EZB zu nennen, die diese mindestens bis Ende 2016 fortsetzen werde. Auf der anderen Seite werde die FED ihre Geldpolitik straffen müssen.
Drittens der Rückgang der Rohstoffpreise. Da die Eurozone kaum Rohstoffe produziere, profitiere sie mit am meisten davon, dass der Erdölpreis und die Preise von Grundstoffen insgesamt fallen würden. Die anziehende Konjunktur mache sich in den Nebenwerteindizes deutlich bemerkbar, sie stünden so hoch wie seit vier Jahren nicht mehr. Diese konjunkturelle Wiederbelebung scheine von Dauer zu sein, weil mit ihr auch das Kreditaufkommen wachse. Der einzige Vorbehalt betreffe die Kapitalinvestitionen, die kurzatmig zu sein scheinen würden.
Da die industriellen Kapazitäten weltweit nach wie vor hoch seien, würden die Unternehmen ihre Finanzmittel wohl eher für externes Wachstum einsetzen als für wachstumsfördernde Investitionen. Darüber hinaus würden die hohen Aufschläge, die übernehmende Konzerne in letzter Zeit bei tatsächlichen oder geplanten Übernahmen bieten würden - zum Beispiel XPO Logistics für Norbert Dentressangle, Fnac für Darty oder HeidelbergCement für Italcementi - auf ein günstiges Umfeld für Fusionen und Übernahmen hindeuten.
In den letzten Monaten habe die Griechenlandfrage die positive fundamentale Entwicklung in der Eurozone verschleiert. Ihre vorläufige Lösung sollte es den Anlegern jetzt ermöglichen, das wirtschaftliche Potenzial Europas besser wahrzunehmen.
All das lasse für die Geschäftsergebnisse hoffen. Zum ersten Mal seit fünf Jahren würden die Ergebnismeldungen positiv überraschen. Die europäischen Unternehmen stünden jetzt vor der Herausforderung, die Rentabilitätskluft zu verkleinern, die sie von den amerikanischen Unternehmen trenne. Im Jahr 2014 habe die Eigenkapitalrendite der Unternehmen im EURO STOXX neun Prozent betragen, die der Unternehmen im S&P 500 hingegen 16 Prozent. Doch jetzt würden die kräftig wachsenden Gewinne in Europa den Anstieg der Börse stützen, während jenseits des Atlantiks mit sinkenden Gewinnen zu rechnen sei.
Sicher, die Verbesserung der Fundamentaldaten sei im Frühjahr von der Griechenlandfrage und im Sommer vom verlangsamten Wirtschaftswachstum in China verdeckt worden, sodass es an den Märkten zu massiven Turbulenzen gekommen sei. Die Volkswagen-Affäre sorge nun für neue Volatilität in einem Sektor, der für die Wiederbelebung in Europa von großer Bedeutung sei.
Das aktuelle Medienchaos zu diesem Thema erschwere es, die Auswirkungen der Affäre auf das Verbrauchervertrauen und auf den Automobilsektor im Allgemeinen zu analysieren. Betrachte man die neuesten Zahlen aus Italien und Frankreich, würden sich die Zuversicht und die Stimmung der Konzernchefs allerdings zu halten scheinen.
Obwohl die Anleger teils berechtigte Gründe hätten, beunruhigt zu sein, würden die europäischen Aktien im weltweiten Verhältnis gesehen mit Sicherheit eine der besten Anlageklassen bleiben und die Sinkbewegung der letzten Wochen stelle eine langfristige Kaufgelegenheit dar. Daher würden die Experten bei ihrer Meinung bleiben: Die Aktien der Eurozone aufstocken und dabei auf Unternehmen setzen, die vorwiegend in der Eurozone tätig seien. (06.10.2015/fc/a/m)


