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Asiens neue Mittelschicht wird mobil
06.06.16 10:32
Jupiter AM
London (www.fondscheck.de) - Die riesige, neue und wohlhabende Mittelschicht in China hat ihren Horizont erweitert, so Jason Pidcock, Head of Strategy, Asian Income, bei Jupiter Asset Management.
Der Zugang zu bester Gesundheits- und Bildungsversorgung sowie den schönsten Urlaubszielen stehe ganz oben auf ihrer Prioritätenliste und die Bereitschaft, dafür ins Ausland zu reisen, sei größer denn je. Im folgenden Beitrag werde untersucht, wie sich das Geschäftsumfeld in Asien durch diese neue Dynamik gerade verändere.
Über weite Strecken der letzten 30 Jahre hätten internationale Anleger die Region Asien-Pazifik (ohne Japan) als eine einfache Schwellenmarkt-Story verstanden: Rasant industrialisierende Hochburgen der Fertigungsindustrie würden die Ressourcen ihrer rohstoffreichen Nachbarn verschlingen. So könne damit Billigware für den Export in den Westen produziert und für alle beteiligten Unternehmen Gewinne könnten generiert werden. Während dies in gewisser Hinsicht weiterhin gelte, vollziehe sich dennoch ein Wandel in Asien. Die wirtschaftlichen Kontakte zu den westlichen Industrieländern würden nach wie vor eine große Rolle spielen. Was aber heute zunehmend an Bedeutung gewinne, seien die intraregionalen Beziehungen. Dienstleistungen würden einen wachsenden Anteil des Handels zwischen den Ländern Asiens ausmachen. Eine Branche, die diesen Umbruch meines Erachtens am deutlichsten widerspiegle - und sich für Investitionen wohl auch am besten eigne - sei der Tourismus.
Das anhaltend rasante Wachstum der chinesischen Mittelschicht habe einen wahrhaften Boom des Auslandstourismus ausgelöst, da die Erwartungen und Horizonte der neuen Wohlhabenden über die heimischen Grenzen hinauswachsen würden. In den letzten fünf Jahren sei die Zahl der ins Ausland reisenden Chinesen beständig und signifikant gestiegen. Das Land sei dadurch zum zweitgrößten Tourismusmarkt der Welt geworden und steuere 50 Prozent zum Wachstum der globalen Reisebranche bei. Chinesische Touristen hätten das Geld, um zu reisen, aber auch für Waren und Dienstleistungen an ihrem Urlaubsort. Die neue Tourismuswelle habe sich demnach als riesiger Segen für all jene Unternehmen erwiesen, die sich an diese Entwicklung hätten anpassen können.
In Macau etwa hätten Kasinobetreiber, die sowohl den High-End-Tourismus als auch den Massenmarkt bedienen würden, ihre jüngste Flaute überwunden und nun wieder sehr ordentliche Erträge erwirtschaftet. Flughafenbetreiber und andere Reiseinfrastruktur-Unternehmen, die für die beliebtesten Urlaubsziele positioniert seien, würden einen ungebrochen starken Anstieg der Passagierzahlen verzeichnen. Gleichzeitig würden im Einzelhandel die Betreiber und Eigentümer von Einkaufszentren von einem boomenden Touristengeschäft in den 1A-Lagen profitieren.
Auch weniger offensichtliche Formen des Tourismus würden Einfluss darauf ausüben, wie der Geldfluss zwischen den asiatisch-pazifischen Ländern (ohne Japan) verlaufe. China beende nun die besonders wachstumsstarke Phase seiner Industrialisierung und wende sich einem stärker konsumorientierten Wirtschaftsmodell zu. Daher bestehe für das Land auch ein immer geringerer Bedarf an Metallen und anderen Rohstoffen aus benachbarten Ländern, allen voran Australien. Doch für die Unternehmen dort sei diese rückläufige Entwicklung durch den Bildungssektor aufgefangen worden. In Chinas zunehmend wettbewerbsintensivem Beschäftigungsumfeld sei die Bildungsqualität eines der größten Anliegen der neuen chinesischen Mittelschicht. Jenseits des Südchinesischen Meeres böten Australiens öffentliche und private Bildungseinrichtungen eine erstklassige Ausbildung nach westlichen Standards. Dies habe dem Land einen enormen Zustrom an chinesischen Studenten sowie einen entsprechenden Vermögenszufluss beschert. Für Australien sei Bildung damit faktisch zu einem Dienstleistungsimport geworden.
Ein weiteres wichtiges Anliegen der neuen wohlhabenden und mobilen Mittelschicht in Asien sei die Gesundheit, denn die Region weise bei der staatlichen Gesundheitsversorgung mitunter sehr unterschiedliche Standards auf. Dies schaffe einen wachsenden Markt für Gesundheitstourismus. Die zunehmende Nachfrage nach gesundheitsbezogenen Dienstleistungen im Ausland habe Unternehmen der Branche dazu veranlasst, private Krankenhäuser in zentraler Nähe zu Bevölkerungszentren zu errichten. Die besten Projekte hätten nach Erachten der Experten gute Chancen, den Unternehmen langfristig hohe Erträge zu bescheren.
Die chinesische Tourismusbranche befinde sich in einer Phase extrem rasanter Expansion. Doch könne dieses Wachstum aufrechterhalten werden? Die Experten seien davon überzeugt. Chinas neue Mobilität der Wohlhabenden habe sich fest etabliert und dürfte dem ein oder anderen Sektor zu weiterem Wachstum verhelfen.
Beispielsweise sei trotz der Zuwächse, die der Tourismus in China bereits verzeichnet habe, der Anteil der auslandsreisenden Bevölkerung des Landes im Vergleich zu anderen Märkten weiterhin unglaublich niedrig. So betrage die durchschnittliche Anzahl der Auslandsreisen pro Kopf und Jahr in China gerade einmal 0,09, verglichen mit 0,3 Reisen in den USA und 1,2 Reisen in Großbritannien. Schätzungen des Analysehauses CLSA zufolge dürften die chinesischen Tourismusausgaben in den kommenden fünf Jahren mit einer jährlichen Rate von 20 Prozent steigen. Als Treiber würden hierbei steigende verfügbare Einkommen, Visa-Erleichterungen sowie rasch expandierende Flugnetze fungieren. (06.06.2016/fc/a/m)
Der Zugang zu bester Gesundheits- und Bildungsversorgung sowie den schönsten Urlaubszielen stehe ganz oben auf ihrer Prioritätenliste und die Bereitschaft, dafür ins Ausland zu reisen, sei größer denn je. Im folgenden Beitrag werde untersucht, wie sich das Geschäftsumfeld in Asien durch diese neue Dynamik gerade verändere.
Über weite Strecken der letzten 30 Jahre hätten internationale Anleger die Region Asien-Pazifik (ohne Japan) als eine einfache Schwellenmarkt-Story verstanden: Rasant industrialisierende Hochburgen der Fertigungsindustrie würden die Ressourcen ihrer rohstoffreichen Nachbarn verschlingen. So könne damit Billigware für den Export in den Westen produziert und für alle beteiligten Unternehmen Gewinne könnten generiert werden. Während dies in gewisser Hinsicht weiterhin gelte, vollziehe sich dennoch ein Wandel in Asien. Die wirtschaftlichen Kontakte zu den westlichen Industrieländern würden nach wie vor eine große Rolle spielen. Was aber heute zunehmend an Bedeutung gewinne, seien die intraregionalen Beziehungen. Dienstleistungen würden einen wachsenden Anteil des Handels zwischen den Ländern Asiens ausmachen. Eine Branche, die diesen Umbruch meines Erachtens am deutlichsten widerspiegle - und sich für Investitionen wohl auch am besten eigne - sei der Tourismus.
Das anhaltend rasante Wachstum der chinesischen Mittelschicht habe einen wahrhaften Boom des Auslandstourismus ausgelöst, da die Erwartungen und Horizonte der neuen Wohlhabenden über die heimischen Grenzen hinauswachsen würden. In den letzten fünf Jahren sei die Zahl der ins Ausland reisenden Chinesen beständig und signifikant gestiegen. Das Land sei dadurch zum zweitgrößten Tourismusmarkt der Welt geworden und steuere 50 Prozent zum Wachstum der globalen Reisebranche bei. Chinesische Touristen hätten das Geld, um zu reisen, aber auch für Waren und Dienstleistungen an ihrem Urlaubsort. Die neue Tourismuswelle habe sich demnach als riesiger Segen für all jene Unternehmen erwiesen, die sich an diese Entwicklung hätten anpassen können.
Auch weniger offensichtliche Formen des Tourismus würden Einfluss darauf ausüben, wie der Geldfluss zwischen den asiatisch-pazifischen Ländern (ohne Japan) verlaufe. China beende nun die besonders wachstumsstarke Phase seiner Industrialisierung und wende sich einem stärker konsumorientierten Wirtschaftsmodell zu. Daher bestehe für das Land auch ein immer geringerer Bedarf an Metallen und anderen Rohstoffen aus benachbarten Ländern, allen voran Australien. Doch für die Unternehmen dort sei diese rückläufige Entwicklung durch den Bildungssektor aufgefangen worden. In Chinas zunehmend wettbewerbsintensivem Beschäftigungsumfeld sei die Bildungsqualität eines der größten Anliegen der neuen chinesischen Mittelschicht. Jenseits des Südchinesischen Meeres böten Australiens öffentliche und private Bildungseinrichtungen eine erstklassige Ausbildung nach westlichen Standards. Dies habe dem Land einen enormen Zustrom an chinesischen Studenten sowie einen entsprechenden Vermögenszufluss beschert. Für Australien sei Bildung damit faktisch zu einem Dienstleistungsimport geworden.
Ein weiteres wichtiges Anliegen der neuen wohlhabenden und mobilen Mittelschicht in Asien sei die Gesundheit, denn die Region weise bei der staatlichen Gesundheitsversorgung mitunter sehr unterschiedliche Standards auf. Dies schaffe einen wachsenden Markt für Gesundheitstourismus. Die zunehmende Nachfrage nach gesundheitsbezogenen Dienstleistungen im Ausland habe Unternehmen der Branche dazu veranlasst, private Krankenhäuser in zentraler Nähe zu Bevölkerungszentren zu errichten. Die besten Projekte hätten nach Erachten der Experten gute Chancen, den Unternehmen langfristig hohe Erträge zu bescheren.
Die chinesische Tourismusbranche befinde sich in einer Phase extrem rasanter Expansion. Doch könne dieses Wachstum aufrechterhalten werden? Die Experten seien davon überzeugt. Chinas neue Mobilität der Wohlhabenden habe sich fest etabliert und dürfte dem ein oder anderen Sektor zu weiterem Wachstum verhelfen.
Beispielsweise sei trotz der Zuwächse, die der Tourismus in China bereits verzeichnet habe, der Anteil der auslandsreisenden Bevölkerung des Landes im Vergleich zu anderen Märkten weiterhin unglaublich niedrig. So betrage die durchschnittliche Anzahl der Auslandsreisen pro Kopf und Jahr in China gerade einmal 0,09, verglichen mit 0,3 Reisen in den USA und 1,2 Reisen in Großbritannien. Schätzungen des Analysehauses CLSA zufolge dürften die chinesischen Tourismusausgaben in den kommenden fünf Jahren mit einer jährlichen Rate von 20 Prozent steigen. Als Treiber würden hierbei steigende verfügbare Einkommen, Visa-Erleichterungen sowie rasch expandierende Flugnetze fungieren. (06.06.2016/fc/a/m)


