Asien privater Verbrauch wird zum Megathema


23.02.12 14:18
Edmond de Rothschild Asset Management

Paris (www.fondscheck.de) - Das wirtschaftspolitische Umfeld in Asien hat sich in den letzten zwei Monaten signifikant verändert, so die Experten von Edmond de Rothschild Asset Management.

Die Inflation, die viele Investoren in den vergangenen 18 Monaten als das größte Investitionshindernis betrachtet hätten, sei flächendeckend auf dem Rückzug. So sei die Teuerungsrate in Indien von zuletzt über 10 Prozent auf 6 Prozent zurückgegangen. Eine ähnliche Entwicklung sei auch in China, Indonesien und anderen asiatischen Staaten zu beobachten.

"Der Rückgang der Teuerung eröffnet den Zentralbanken neues Potenzial, die Zinsen sukzessive zu senken", sage Thomas Gerhardt, Head of Emerging Markets bei Edmond de Rothschild Asset Management. Erste Zinsschritte seien bereits umgesetzt. So habe China seine Politik der geldpolitischen Expansion fortgesetzt und die Mindestreserve gelockert. Der Trend zu niedrigeren Inflationsraten und weiteren Zinssenkungen sei nach Meinung von Gerhardt nachhaltig und werde im Jahresverlauf 2012 weiter anhalten.

Unter den großen Wirtschaftsregionen bleibe Asien die Wachstumslokomotive par excellence. Besonders positiv sei die Entwicklung, dass es neben China auch andere Volkswirtschaften geschafft hätten, dauerhaft hohe Wachstumsraten zu erzielen. Indonesien entwickle sich immer stärker zu einem wirtschaftspolitischen Schwergewicht und dürfte in den nächsten Jahren kontinuierlich Wachstumsraten von 6 bis 7 Prozent erzielen. Aber auch Thailand, die Philippinen und Malaysia würden mit beeindruckenden volkswirtschaftlichen Fundamentaldaten überzeugen. "Im Durchschnitt sollten die aufstrebenden Länder Asiens in den nächsten Jahren dreimal so hohe Wachstumsraten wie die etablierten Volkswirtschaften aufweisen", sage Gerhardt.

Auch die Tatsache, dass die hohen Wachstumsraten nicht länger allein von der Exportwirtschaft getrieben würden, sondern in zunehmendem Maße vom Konsum, sei positiv zu werten. Die Basis des volkswirtschaftlichen Wachstums verbreitere sich zunehmend. Der steigende private Verbrauch sei das Ergebnis, dass es viele Ökonomien in Asien in den letzten Jahren geschafft hätten, eine zahlungsfähige Mittelschicht zu bilden.

Eine deutlich bessere Bildung habe zu höherem Einkommen geführt. Und eine junge, leistungsbereite Bevölkerung investiere immer mehr in Konsumgüter - in Autos, Luxusartikel, Reisen, Elektronikartikel sowie höherwertige Produkte des täglichen Verbrauchs. Unterstrichen werde dieser Trend durch die weitere Zuwanderung in die wachstumsstarken Metropolen. Seit diesem Jahr würden in China erstmals mehr Menschen in den Großstädten als auf dem Land leben.

Um besonders effizient am Potenzial Asiens zu partizipieren, favorisiere Edmond de Rothschild Asset Management mit dem Edmond de Rothschild Asia Leaders einen Anlagestil, der sich stark an den dominierenden Wachstumsthemen orientiere. Aus dem Universum der asiatischen börsengehandelten Unternehmen würden jene Aktien herausgefiltert, die über ein nachhaltig überdurchschnittliches Gewinnwachstumspotenzial verfügen würden.

Vor diesem Hintergrund würden vor allem konsumnahe Aktien, aber auch Unternehmen aus dem Sektor Infrastruktur, der Finanzindustrie, der Energiegewinnung sowie der Elektrotechnik an Bedeutung gewinnen. Der Konsumsektor nehme einen Schwerpunkt im Portfolio ein und werde sehr breit interpretiert. Er umfasse Fluglinien ebenso wie Betreiber von Spielkasinos sowie klassische Einzelhandelsunternehmen, wie Supermärkte und Kaufhäuser.

Viele asiatische Aktienmärkte hätten Investoren in 2011 enttäuscht. Die rückläufigen Kurse hätten bei weiter steigenden Gewinnen dazu geführt, dass die Bewertungskennziffern nun deutlich günstiger geworden seien. Viele Konsumtitel hätten Anfang 2011 noch bei Kurs-Gewinn-Verhältnissen von gut 30 notiert und seien zwischenzeitlich auf 15 gefallen. Trotz des guten Börsenstarts in 2012 seien KGV's vieler Unternehmen bislang nur auf 20 gestiegen, obwohl sie ein Wachstumspotenzial von 25 Prozent aufweisen würden. Für Unternehmen mit einem nachhaltigen Gewinnwachstum sei dies eine günstige Bewertung. Auch andere Kennzahlen wie das Kurs-Umsatz-Verhältnis oder der freie Cashflow der Unternehmen seien ermutigend.

Immer mehr Investoren wollten ihren Investmentradius erweitern und in Emerging Markets, insbesondere in Asien, investieren. Unterstützt werde dieser Trend durch eine zunehmend effizientere Marktaufsicht, steigende Transparenz und sinkende Transaktionskosten. Bei den "Corporate-Governance-Richtlinien" hätten sich die Unterschiede zu den USA und Europa sogar fast vollständig eingeebnet. Um das Risiko des falschen Einstiegszeitpunktes zu reduzieren, sei ein Investmenthorizont von "5 Jahre plus" empfehlenswert. "In Emerging Markets investieren heißt aber auch, in eine erfolgversprechende Investmentstory zu investieren", sage Gerhardt. "Das zahlt sich erst nach einer gewissen Zeit aus." (23.02.2012/fc/a/m)