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Anleger handeln Fonds im Volumen von 20,7 Milliarden Euro


11.09.12 11:26
Börse Hamburg

Hamburg (www.fondscheck.de) - In den zehn Jahren seit dem Start des börslichen Fondshandels an der Börse Hamburg haben Anleger auf diesem Orderweg Investmentfondsanteile im Volumen von insgesamt 20,7 Milliarden Euro gehandelt, so die Börse Hamburg.

Dieser Betrag entspreche dem Gegenwert von 1,2 Millionen VW Golf-Basismodellen. Die Anleger hätten Fondsanteile in mehr als 1,33 Millionen Trades gekauft und verkauft. Die durchschnittliche Ordergröße habe damit bei 15.548 Euro gelegen. Das Angebot handelbarer Fonds habe die Börse Hamburg in den vergangenen Jahren stetig ausgebaut: 2002 hätten Anleger zunächst 33 Fonds handeln können - heute seien es rund 4.000 aktiv gemanagte Fonds.

Im Jahr 2002 habe die Börse Hamburg als erster Handelsplatz in Deutschland den börslichen Fondshandel eingeführt. Heute könnten Fonds an allen deutschen Börsenplätzen gehandelt werden. "Vielen kritischen und skeptischen Stimmen zum Trotz haben wir im August 2002 den börsenmäßigen Fondshandel ins Leben gerufen", sage Dr. Thomas Ledermann, Geschäftsführer der Börse Hamburg. "Für einige Marktteilnehmer kam diese Maßnahme einer kleinen Revolution gleich; für uns war es nur der nächste Schritt einer logischen Entwicklung. Denn was liegt näher, als "im Grunde handelbare" Wertpapiere - und das sind Investmentfonds - auch tatsächlich an der Börse zu handeln?"

Mit der Einführung des Fondshandels habe die Börse Hamburg Anlegern einen neuen, unkomplizierten und kostengünstigen Orderweg erschlossen. Denn mit dem Ausgabeaufschlag, der je nach Fonds bis etwa 5 Prozent der Anlagesumme betragen könne, entfalle der größte Kostenpunkt bei einer Order. Stattdessen müssten Anleger an der Börse Hamburg den so genannten Spread beachten und würden eine Maklercourtage von 0,08 Prozent zahlen. Hinzu komme die individuelle Bankgebühr für einen Wertpapierauftrag.

Ausgehend von fünf Prozent Ausgabeaufschlag und einem Umsatz an der Börse Hamburg von 20,7 Milliarden Euro in den letzten zehn Jahren hätten Anleger beim Kauf über Bank oder Fondsgesellschaft 1,036 Milliarden Euro zahlen müssen. Durch den börslichen Fondshandel hätten Anleger seit 2002 einen dreistelligen Millionenbereich sparen können.

"Die Einführung des Börsenhandels von Fondsanteilen vor zehn Jahren wirkt bis heute positiv für Privatanleger - und das weit über die reine Ersparnis des Ausgabeaufschlages hinaus", sage Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW). "Die Möglichkeit hat die Sensibilität der Anleger für versteckte, oft überzogene Gebühren derart geschärft, dass sich seither auch in anderen Bereichen viel zum Positiven verändert hat."

Obwohl Aktienfonds mit 12 Milliarden Euro die Fondskategorie mit dem höchsten Gesamtumsatz seien, habe sich die Börse Hamburg insbesondere für offene Immobilienfonds als zentraler Handelsplatz etabliert: In den vergangenen Jahren hätten Fondsgesellschaften bei zahlreichen Fonds die Anteilsausgabe und -rücknahme aufgrund von Liquiditätsproblemen ausgesetzt. Im Zuge dieser Entwicklung habe der Umsatz in offenen Immobilienfonds an der Börse deutlich zugenommen. Der Fondshandel war und ist für Anleger der einzige Weg, solche eingefrorenen Fonds weiter zu handeln, so die Börse Hamburg.

Von diesem Angebot würden die Anleger regen Gebrauch machen: Seit dem Start des Fondshandels seien Anteile im Volumen von 5,4 Milliarden Euro gehandelt worden - das entspreche mehr als einem Viertel des Gesamtumsatzes. Die Bedeutung des börslichen Handels würden auch die Fondsgesellschaften selbst immer mehr anerkennen. "Ein funktionierender Zweitmarkt für Immobilienfondsprodukte ist wünschenswert und notwendiger denn je", sage Barbara Knoflach, Vorstand der SEB Asset Management AG. Mittlerweile sei der Fondshandel so etabliert, dass zunehmend auch von den Emittenten selbst Vorschläge zur Aufnahme neuer Fonds kämen. (11.09.2012/fc/a/f)