Allianz-dit Nebenwerte gutes Management-Team


16.06.08 11:54
Morningstar

München (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "Morningstar" halten den Manager des Allianz-dit Nebenwerte und das Team für eine gute Wahl, allerdings würden sie sich niedrigere Management Fees wünschen.

Es sei eine undankbare Aufgabe, einen Fonds mit Vergleichsindex MDAX zu managen. Deshalb müsse man Fondsmanager Frank Hansen Tribut zollen. Er schaffe es über kurze wie auch längere Zeiträume, eine indexnahe Wertentwicklung zu generieren. Dabei müsse er die im Vergleich zu anderen deutschen Nebenwertefonds recht hohen Verwaltungsgebühren von 1,75% plus eine Performance Fee verdienen. Er hinke sozusagen systematisch der Benchmark hinterher.

Neben den Kostenblock trete mittlerweile die Herausforderung, dass die schwerste Aktie im MDAX mit fast zwölf Prozent Kali & Salz sei. Das Investmentgesetz limitiere Einzelpositionen auf zehn Prozent. Um wenigstens neutral gewichtet zu sein, helfe sich Hansen mit Derivaten. Daneben spiele er den Agrarboom über die SDAX-Titel KWS SAAT und BayWa. Rund 15% des Fonds seien mit Aktien außerhalb des MDAX bestückt.

Ungeliebt bleiben würden EADS wegen schwacher Corporate Governance. Die Aktie werde systematisch mit minus 3% zum Index gewichtet. Unter den Top-Positionen fänden sich augenblicklich auch Werte, die umsatz- oder gewinnseitig konjunkturresistenter als zyklische Aktien seien: Fresenius AG und Beiersdorf würden zusammen rund 12% der Aktien ausmachen. Strukturelle Schwächen sehe Hansen bei Heidelberger Druck oder ProSiebenSat.1 Media AG, die man vergeblich im Fonds suche.

Der MDAX habe sich gegenüber seinem großen Bruder DAX vor allem wegen der fehlenden Schwergewichte an Banken und Versicherungen gut schlagen können. Seit Jahresanfang habe Hansen sogar die Nase vorn und schlage den MDAX. Einige kleinere Wetten außerhalb des Mainstreams seien gut aufgegangen.

Hansen werde von einem Vier-Mann-Nebenwerte-Team unterstützt. Der Fonds sei sicherlich vom Stock Picking bestimmt, wobei das Team auch das konjunkturelle Umfeld und Gewinnerwartungen im Blick habe (Top Down-Elemente). Das Team manage auch einen europaweit anlegenden Nebenwertefonds. Investoren könnten somit zwischen einem europäischen und einem deutschen Nebenwertefonds wählen.

Wir halten Frank Hansen und sein Team für eine gute Wahl, um in Nebenwerte zu investieren, allerdings würden wir uns niedrigere Management Fees wünschen, so die Experten von "Morningstar" zum Allianz-dit Nebenwerte. (Ausgabe vom 12.06.2008) (16.06.2008/fc/a/f)