Aktienfonds Indien: 2014 ist bisher ein gutes Jahr für die Peergroup


10.09.14 14:22
FundResearch

München (www.fondscheck.de) - Die Spatzen pfiffen es von den Dächern. Wer ihnen zuhörte, dem winken heute attraktive Renditen: Bereits in der zweiten Jahreshälfte 2013 wiesen Kapitalmarktexperten auf das Potenzials Indiens hin - und das mitten in der Krise des Landes, so die Experten von "FundResearch".

"Trotz allem bietet Indien attraktive Investmentchancen - vor allem Titel, die zudem eine gewisse Absicherung gegen ein schwächeres Wirtschaftswachstum bieten, beispielsweise defensive und exportorientierte Sektoren wie IT-Services und Pharma ", habe Manish Bathia, Fondsmanager bei Schroders im August 2013 gesagt. "Auch Indiens Konsumsektor hat sich im aktuellen Umfeld als relativ defensiv erwiesen." Der Ausblick des Fondsmanagers: "Langfristig bin ich davon überzeugt, dass die Fundamentaldaten der Region absolut intakt sind." Ähnlich habe das im November 2013 auch Raphaël Cecchi, Volkswirt der Credendo Group gesehen: "Indiens Wirtschaftskrise ist in erster Linie hausgemacht und auf eine schlechte Wirtschaftspolitik und das jahrelange Ausbleiben von Strukturreformen zurückzuführen." Wenn Ungleichgewichte korrigiert würden, könne sich das Wachstum stabilisieren, bevor es mittelfristig auf einen höheren Wachstumspfad zurückfinde.

Und genau das sei nun eingetreten: Die indische Wirtschaft sei im zweiten Quartal 2014 so stark gewachsen wie seit zwei Jahren nicht mehr. Die Wirtschaftsleistung habe von April bis Juni um 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gesteigert werden können - nach einem Plus von 4,6 Prozent im ersten Quartal. Analysten der Credit Suisse würden für das Gesamtjahr eine Wachstumsrate von 5,5 Prozent erwarten. Der Regierungswechsel im Mai 2014 zeige Wirkung: "Der Haushaltsplan von Premierminister Narenda Modi markiere einen klaren Bruch mit dem subventionsbasierten Ansatz der Vorgängerregierung", erläutere Manish Shah, CEO und Fondsmanager bei Comgest India. "Die niedrige Inflation sowie das geschrumpfte Leistungsbilanzdefizit haben bereits zu einer spürbaren Erholung der indischen Rupie geführt." Im vergangenen Sommer habe die Währung enorm unter Druck gestanden.

Als größte Nutznießer der angekündigten Veränderungen mache Shah den Industrie- und den Infrastruktursektor aus - hier insbesondere Energietitel. In einem Land, in dem 70 Prozent der Bevölkerung keinen unterbrechungsfreien Zugang zur Stromversorgung hätten und 15 Prozent überhaupt nicht an ein Stromnetz angeschlossen seien, seien diese angebotsseitigen Reformen für eine Erhöhung der teilweise schlechten Lebensqualität in Indien absolut entscheidend. Auch die Stimmung am indischen Aktienmarkt habe sich in den vergangenen zwölf Monaten aufgehellt. Der Aktienindex BSE Sensex sei um rund 48 Prozent gestiegen. Noch besser sei es für indische Aktienfonds gelaufen: Die Peergroup "Aktienfonds Indien" des FINANZEN FundAnalyzer (FVBS) habe ihren Wert im gleichen Zeitraum um 64,2 Prozent steigern können. Für das laufende Jahr stehe per 31. August ein Plus von 37,8 Prozent - keine andere Peergroup könne da mithalten. Kein indischer Aktienfonds verzeichne im laufenden Jahr eine negative Performance.

Besonders der Amundi Equity India Infrastructure wisse 2014 zu überzeugen: Fondsmanager Sidharth Mahapatra führe die Peergroup mit einer Wertentwicklung von 62,2 Prozent an. Auf lange Sicht bewege sich der Fonds jedoch nur im unteren Mittelfeld. Über fünf Jahre stehe ein Plus von 28,3 Prozent, bei einer Volatilität von knapp 27 Prozent und einer Sharpe Ratio von 0,16. Das Fondsvolumen von 30,6 Millionen Euro investiere Mahapatra zu 27 Prozent in Finanztitel. IT-Aktien würden 17,6 Prozent des Portfolios ausmachen und Investitionsgüter kämen auf 12,1 Prozent. Der zuletzt starke Industriesektor rangiere mit 11,4 Prozent an vierter Stelle. Der für Comgest-Mann Shah zukunftsträchtige Energiesektor komme auf lediglich 6,2 Prozent. Größter Einzeltitel sei mit 7,2 Prozent der Autobauer Tata. Dahinter würden die HDFC Bank (6,4 Prozent) und Reliance Industries (6,2 Prozent) folgen.

Mit einem Plus von 55,1 Prozent rangiere der ACMBernstein India Growth auf Rang zwei der Peergroup. Im Zeitraum von fünf Jahren erreiche er eine Wertentwicklung von 60,7 Prozent. Die Volatilität liege bei 22,5 Prozent, die Sharpe Ratio betrage 0,40. Die Fondsmanager Jean-François Van de Walle und Stuart Rae müssten sich jedoch mit der €uro-FondsNote 4 begnügen. Der Fonds sei zu schwankungsintensiv für eine bessere Bewertung. Das Fondsvolumen von rund 147 Millionen Euro würden sie zu knapp 30 Prozent im Finanzsektor investieren. Industrie-Aktien würden rund ein Viertel des Portfolios ausmachen und zyklische Konsumgüter 11,8 Prozent. Energie-Titel seien mit 1,8 Prozent sehr niedrig gewichtet. Größte Einzeltitel seien IRB Infrastructure Developers (9,4 Prozent), Housing Development Finance (7,9 Prozent) und die Imperial Tobacco Company (7,8 Prozent).

Drittstärkster Fonds der Peergroup sei der Comgest Growth India. Er habe in den ersten acht Monaten dieses Jahres ein Plus von 53,2 Prozent erreicht. Die gleiche Wertentwicklung stehe auch für den Zeitraum von fünf Jahren - bei einer Volatilität von 21,4 Prozent und einer Sharpe Ratio von 0,37. Er trage die FondsNote 3. Comgest-CEO Shah sei Teil des Fondsmanager-Teams. "Das Portfolio ist mit über 40 Prozent Gesamtexposure in den Bereichen Infrastruktur, Stromversorgung, Industrie und Automobilzulieferung investiert", sage er. "Die Übergewichtung dieser Sektoren hat sich im laufenden Jahr bisher als wichtigster Performancetreiber für den Fonds erwiesen." Industrie-Titel würden mit glatt 21 Prozent den größten Teil des knapp 140 Millionen Euro großen Portfolios ausmachen. Top-Holding sei der Elektronikkonzern Power Grid Corporation of India mit einem Portfolioanteil von 5,4 Prozent. Max India aus dem Gesundheitssektor komme auf 4,9 Prozent. Jeweils 4,2 Prozent würden auf den Automobilkonzern Motherson Sumi Systems, den Energieriesen GAIL India und Bosch entfallen.

Ein Fonds der Peergroup trage die FondsNote 1. Und das völlig zu Recht: Der First State Indian Subcontinent A. Im laufenden Jahr sei es bisher um 40,2 Prozent nach oben gegangen. Interessant sei der Blick auf das vergangene Jahr: 2013 sei der Fonds von David Gait und Sashi Reddy Klassenprimus gewesen. Mit einem Minus von 0,2 Prozent habe er an der Spitze der Peergroup gestanden. Gleiches gelte für den Zeitraum von fünf Jahren. Die Wertentwicklung von 136,1 Prozent sei von keinem anderen Fonds zu schlagen. Mit einer Volatilität von 17,2 Prozent sei er zudem der schwankungsärmste Fonds der Kategorie. Die Sharpe Ratio von 1,04 sei entsprechend von keinem Mitbewerber zu erreichen. Die beiden Fondsmanager würden 17,2 Prozent des fast 290 Millionen Euro großen Fondsvolumens in Verbrauchsgüter investieren. 15,6 Prozent würden in Finanz-Titel und 15 Prozent in Industrie-Werte fließen. Größter Einzeltitel sei mit 6,9 Prozent der IT-Dienstleister Tech Mahindra. Der Konsumgüterhersteller Marico komme auf 6,8 Prozent die Kotak Mahindra Bank ist zu 5,9 Prozent gewichtet. (Ausgabe vom 09.09.2014) (10.09.2014/fc/a/f)





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