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Aktienfonds China: Chancen und Risiken
08.06.15 08:33
FundResearch
München (www.fondscheck.de) - Chinas Währung könnte sich zur Leitwährung mausern, der Aktienmarkt boomt. Zeit für FundResearch, den Markt etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, so die Experten von "FundResearch".
In der Vergangenheit habe China vor allem durch ein zweistelliges Wirtschaftswachstum beeindruckt. Aktuell belaufe es sich "nur noch" auf rund sieben Prozent. Das schwächelnde Wachstum werde kritischer gesehen als noch vor wenigen Jahren, schreibe Matthew Vaight, Manager des M&G Global Emerging Markets Fund (ISIN GB00B3FFXZ60 / WKN A0RH4V, A EUR; ISIN GB00B3FFY203 / WKN A0RH4X, A USD). Doch die Sorge um die volkswirtschaftliche Entwicklung halte er für unbegründet, viele chinesische Unternehmen würden vielversprechende Forschung und Entwicklung betreiben.
Auch Martin Hüfner, Chefsvolkswirt bei Assenagon, sei von den Möglichkeiten in China überzeugt. Zwar sei der Leistungsbilanzüberschuss von neun bis zehn Prozent vor der Krise auf nun drei Prozent des BIP zurückgegangen, er rechne jedoch auf lange Frist mit einer Aufwertung des Renminbi. Wie die Anlageexperten von AB glaube er, dass sich der Renminbi zur Leitwährung mausern werde. Schon jetzt sei die chinesische Währung die fünftwichtigste der Welt. Zudem werde sich China langfristig von einer Export- zu einer Konsumnation wandeln, sei auch Guido vom Schemm, Geschäftsführer des Vermögensverwalters GVS Financial Solutions GmbH, überzeugt.
Durch die Öffnung der Finanzmärkte im November 2014 könnten internationale Investoren über das Shanghai-Hongkong Stock Connect Modell an der Börse in Hongkong A-Aktien in Shanghai kaufen. Dadurch komme frisches Geld in den Markt: "War die Bewertung der Aktien 2014 auf einem historischen Tief, so liegen sie jetzt auf dem langfristigen Durchschnitt", urteile Victoria Mio von Robeco.
Der Aktienmarkt in China (STOXX China) habe im vergangenen Monat ein Plus von 23 Prozent verzeichnet. Die Rally sei aber keine liquiditätsgetriebene Blase, sondern der Beginn eines mehrjährigen Bullenmarktes, so die Fondsmanagerin. Sie prognostiziere Gewinnrevisionen nach oben für das zweite Halbjahr 2015. Außerdem begrüße Mio die geldpolitischen Maßnahmen der Notenbank, welche bereits zweimal die Zinsen gesenkt habe.
Etwas vorsichtiger beurteile der Asset Manager Goldman Sachs die Lage: Aufgrund eines Überangebotes am Immobilienmarkt und einer ihnen nicht glaubhaft erscheinenden Stimulierung der Kreditvergabe, würden sie sich entsprechend selektiv verhalten. Der Fokus liege daher auf konsumorientierten Aktien aus dem Basis- und Nicht-Basiskonsumgüterbereich sowie auf dem IT- und Gesundheitssektor und nicht auf Banken oder Staatsbetrieben.
Genau diesen Schwerpunkt setze auch der derzeit erfolgreichste Fonds im chinesischen Markt: Der Atlantis China Fund verzeichne im laufenden Jahr ein Plus von 88,7 Prozent. Der Fonds mit einem Fondsvolumen von 131,4 Millionen Euro, konzentriere sich vor allem auf kleinere und mittlere Unternehmen im Konsum- und IT-Sektor. Banken seien nicht im Portfolio enthalten. Etwa neun Prozent aller Assets seien bereits in A-Aktien investiert - dieser Anteil solle weiterhin steigen. Zwar sei der Fonds deutlich volatiler als Vergleichswerte, mit einer Sharpe Ratio, ausgewiesen vom FINANZEN FundAnalyzer (FVBS) von 1,14, stehe er jedoch solide da.
Die Fondsgesellschaft selbst schätze einen Rückgang des Wirtschaftswachstums in China zudem als "unausweichlich", aber notwendig ein, da das Land versuche seine Binnennachfrage zu stärken. Langfristig würden sie einen positiven Einfluss von politischen und wirtschaftlichen Programmen wie des "One Belt, one Road"-Vorhabens erwarten: Eine moderne Form der Seidenstraße solle 4,4 Milliarden Menschen in 65 Ländern miteinander verknüpfen - anhand von Infrastrukturvorhaben, Energiepipelines und Kommunikationssystemen. Finanziert werde das Projekt durch die Staatsbanken der Volksrepublik China.
Fondsmanager würden jedoch weitere attraktive Fonds finden, welche in den chinesischen Markt investieren würden. Vor allem die langfristige Performance des UBS (L) EF China Opportunity Fonds (ISIN LU0067412154 / WKN 986579) könne überzeugen. Mit einer uro-FondsNote, welche das Rendite-Risiko über den Zeitraum von vier Jahren bewerte, von 1 habe er ein Plus von 49,2 Prozent im laufenden Jahr erreicht. 1,32 Milliarden Euro seien in den Fonds investiert. Die Sharpe Ratio liege bei 2,27. Der Fonds investiere zu 30 Prozent in Finanzdienstleistungen und nur zu je rund 3,4 und 1,7 Prozent in Basiskonsumgüter bzw. Gebrauchsgüter. Informationstechnologien würden 18 Prozent des Portfolios ausmachen. Insgesamt seien 80 Prozent in China investiert, 20 Prozent in Hongkong.
Mit Fondsnote 2 lägen die Fonds von Robeco und NN IP nur knapp dahinter. 35,8 Prozent und 36 Prozent hätten sie im Jahr 2015 bisher hinzugewinnen können. Der Robeco Chinese Equities weiße sich dabei durch eine Sharpe Ratio von 1,94 aus. 1,15 Milliarden Euro Fondsvolumen seien zu über 45 Prozent in das Finanzwesen investiert. Der zweit- und drittgrößte Anteil falle auf die IT- und Telekommunikationsbranche. Vergleichsweise wenig sei in Konsum (etwa fünf Prozent) investiert. Der Robeco Chinese Equities investiere zu 100 Prozent in China.
Der NN (L) Greater China Equity dagegen investiere in China (18, 4 Prozent), Taiwan (17,1 Prozent) und Hongkong (16,3 Prozent). Mit einem Fondsvolumen 213,71 Millionen Euro falle er deutlich kleiner aus, könne aber mit einer Sharpe Ratio von 1,81 punkten.
Ebenfalls interessant sei der Columbia Threadneedle China Opportunities Fonds (ISIN GB00B1PRWC80 / WKN A0MMW4). Im laufenden Jahr lege er 33,3 Prozent zu, bei einer Sharpe Ratio von 2,12. Mit einem Volumen von 169,24 Millionen Euro investiere der Fonds fast ausschließlich in China. Mit 36 Prozent fließe der größte Teil in den Sektor Finanzen, darauf würden Informationstechnologien mit 16 Prozent folgen. (Ausgabe vom 05.06.2015) (08.06.2015/fc/a/f)
In der Vergangenheit habe China vor allem durch ein zweistelliges Wirtschaftswachstum beeindruckt. Aktuell belaufe es sich "nur noch" auf rund sieben Prozent. Das schwächelnde Wachstum werde kritischer gesehen als noch vor wenigen Jahren, schreibe Matthew Vaight, Manager des M&G Global Emerging Markets Fund (ISIN GB00B3FFXZ60 / WKN A0RH4V, A EUR; ISIN GB00B3FFY203 / WKN A0RH4X, A USD). Doch die Sorge um die volkswirtschaftliche Entwicklung halte er für unbegründet, viele chinesische Unternehmen würden vielversprechende Forschung und Entwicklung betreiben.
Auch Martin Hüfner, Chefsvolkswirt bei Assenagon, sei von den Möglichkeiten in China überzeugt. Zwar sei der Leistungsbilanzüberschuss von neun bis zehn Prozent vor der Krise auf nun drei Prozent des BIP zurückgegangen, er rechne jedoch auf lange Frist mit einer Aufwertung des Renminbi. Wie die Anlageexperten von AB glaube er, dass sich der Renminbi zur Leitwährung mausern werde. Schon jetzt sei die chinesische Währung die fünftwichtigste der Welt. Zudem werde sich China langfristig von einer Export- zu einer Konsumnation wandeln, sei auch Guido vom Schemm, Geschäftsführer des Vermögensverwalters GVS Financial Solutions GmbH, überzeugt.
Durch die Öffnung der Finanzmärkte im November 2014 könnten internationale Investoren über das Shanghai-Hongkong Stock Connect Modell an der Börse in Hongkong A-Aktien in Shanghai kaufen. Dadurch komme frisches Geld in den Markt: "War die Bewertung der Aktien 2014 auf einem historischen Tief, so liegen sie jetzt auf dem langfristigen Durchschnitt", urteile Victoria Mio von Robeco.
Der Aktienmarkt in China (STOXX China) habe im vergangenen Monat ein Plus von 23 Prozent verzeichnet. Die Rally sei aber keine liquiditätsgetriebene Blase, sondern der Beginn eines mehrjährigen Bullenmarktes, so die Fondsmanagerin. Sie prognostiziere Gewinnrevisionen nach oben für das zweite Halbjahr 2015. Außerdem begrüße Mio die geldpolitischen Maßnahmen der Notenbank, welche bereits zweimal die Zinsen gesenkt habe.
Genau diesen Schwerpunkt setze auch der derzeit erfolgreichste Fonds im chinesischen Markt: Der Atlantis China Fund verzeichne im laufenden Jahr ein Plus von 88,7 Prozent. Der Fonds mit einem Fondsvolumen von 131,4 Millionen Euro, konzentriere sich vor allem auf kleinere und mittlere Unternehmen im Konsum- und IT-Sektor. Banken seien nicht im Portfolio enthalten. Etwa neun Prozent aller Assets seien bereits in A-Aktien investiert - dieser Anteil solle weiterhin steigen. Zwar sei der Fonds deutlich volatiler als Vergleichswerte, mit einer Sharpe Ratio, ausgewiesen vom FINANZEN FundAnalyzer (FVBS) von 1,14, stehe er jedoch solide da.
Die Fondsgesellschaft selbst schätze einen Rückgang des Wirtschaftswachstums in China zudem als "unausweichlich", aber notwendig ein, da das Land versuche seine Binnennachfrage zu stärken. Langfristig würden sie einen positiven Einfluss von politischen und wirtschaftlichen Programmen wie des "One Belt, one Road"-Vorhabens erwarten: Eine moderne Form der Seidenstraße solle 4,4 Milliarden Menschen in 65 Ländern miteinander verknüpfen - anhand von Infrastrukturvorhaben, Energiepipelines und Kommunikationssystemen. Finanziert werde das Projekt durch die Staatsbanken der Volksrepublik China.
Fondsmanager würden jedoch weitere attraktive Fonds finden, welche in den chinesischen Markt investieren würden. Vor allem die langfristige Performance des UBS (L) EF China Opportunity Fonds (ISIN LU0067412154 / WKN 986579) könne überzeugen. Mit einer uro-FondsNote, welche das Rendite-Risiko über den Zeitraum von vier Jahren bewerte, von 1 habe er ein Plus von 49,2 Prozent im laufenden Jahr erreicht. 1,32 Milliarden Euro seien in den Fonds investiert. Die Sharpe Ratio liege bei 2,27. Der Fonds investiere zu 30 Prozent in Finanzdienstleistungen und nur zu je rund 3,4 und 1,7 Prozent in Basiskonsumgüter bzw. Gebrauchsgüter. Informationstechnologien würden 18 Prozent des Portfolios ausmachen. Insgesamt seien 80 Prozent in China investiert, 20 Prozent in Hongkong.
Mit Fondsnote 2 lägen die Fonds von Robeco und NN IP nur knapp dahinter. 35,8 Prozent und 36 Prozent hätten sie im Jahr 2015 bisher hinzugewinnen können. Der Robeco Chinese Equities weiße sich dabei durch eine Sharpe Ratio von 1,94 aus. 1,15 Milliarden Euro Fondsvolumen seien zu über 45 Prozent in das Finanzwesen investiert. Der zweit- und drittgrößte Anteil falle auf die IT- und Telekommunikationsbranche. Vergleichsweise wenig sei in Konsum (etwa fünf Prozent) investiert. Der Robeco Chinese Equities investiere zu 100 Prozent in China.
Der NN (L) Greater China Equity dagegen investiere in China (18, 4 Prozent), Taiwan (17,1 Prozent) und Hongkong (16,3 Prozent). Mit einem Fondsvolumen 213,71 Millionen Euro falle er deutlich kleiner aus, könne aber mit einer Sharpe Ratio von 1,81 punkten.
Ebenfalls interessant sei der Columbia Threadneedle China Opportunities Fonds (ISIN GB00B1PRWC80 / WKN A0MMW4). Im laufenden Jahr lege er 33,3 Prozent zu, bei einer Sharpe Ratio von 2,12. Mit einem Volumen von 169,24 Millionen Euro investiere der Fonds fast ausschließlich in China. Mit 36 Prozent fließe der größte Teil in den Sektor Finanzen, darauf würden Informationstechnologien mit 16 Prozent folgen. (Ausgabe vom 05.06.2015) (08.06.2015/fc/a/f)
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