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Aktien-ETFs Verkaufswelle
09.02.10 09:35
Deutsche Börse AG
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Angesichts der fortgesetzten Talfahrt an den Börsen sind Aktien-ETFs in der Gunst der Investoren ordentlich abgesackt, so die Deutsche Börse AG.
"Es wird verkauft, was das Zeug hält", melde etwa Bastian Ohta von der UniCredit Group. "Sorgen um die Defizitprobleme einiger europäischer Länder und die mögliche Straffung der Geldpolitik dominieren die Märkte weiter", erläutere Bernardus Roelofs von Flow Traders. Dass der Dow Jones Industrial gestern erstmals seit drei Monaten wieder unter die Marke von 10.000 Punkten gefallen sei, stimme ihn auch nicht unbedingt optimistisch.
"Mittwoch bis Freitag kam im Aktienbereich vieles zurück", berichte auch Eric Wiegand von der Deutschen Bank. Vor allem Aktien-ETFs, die die Entwicklung europäischer Industrieländer abbilden würden, also DJ EURO STOXX 50, DAX oder MSCI Europe, hätten auf der Abgabeliste gestanden - und das bei hohen Umsätzen. Die Verkaufswelle sei laut Wiegand allerdings mittlerweile etwas abgeebbt, der Montag sei eher ruhig verlaufen. Bastian Ohta verweise ebenfalls auf die hohen Umsätze der vergangenen Woche und die mageren Volumina gestern und heute: "Bei fallenden Kursen wird massiv abgegeben, bei steigenden hält man sich heraus", meine Ohta. Das sei kein gutes Zeichen.
In Indexfonds auf US-amerikanische und Emerging Markets-Indices habe es Eric Wiegand zufolge indessen weniger Rückgaben gegeben: "Bei US-Investments macht sich der starke Dollar bemerkbar, bezüglich der Schwellenländern sind Anleger außerdem immer noch optimistischer als bei den Industrieländern."
Neben den umfangreichen Verkäufen bei den europäischen Large-Caps habe es laut Bernardus Roelofs aber auch Eindeckungen zu niedrigen Preisen gegeben, besonders zum Wochenende hin und am gestrigen Montag. Als Beispiele nenne er die beiden iShares-Produkte (ISIN IE0008471009 / WKN 935927 und ISIN DE0005933956 / WKN 593395) auf den DJ EURO STOXX 50, den Lyxor ETF DJ EURO STOXX 50 und den db x-trackers DJ EURO STOXX. Aufgrund des Dollar-Kurses seien US-Indexfonds eher gekauft worden, beobachte auch er, etwa der iShares S&P 500 und der iShares NASDAQ 100 (ISIN DE000A0F5UF5 / WKN A0F5UF).
Spiegelbildlich sei die Entwicklung bei den Short-Produkten verlaufen: Nach Käufen zu Anfang der Woche sei es zum Ende hin zu Verkäufen gekommen, zum Beispiel beim db x-trackers Short-DAX (ISIN LU0292106241 / WKN DBX1DS) und beim db x-trackers DJ EURO STOXX 50 Short.
Bei den Schwellenländer-ETFs habe Roelofs - anders als die Deutsche Bank - nur Abflüsse gesehen. "Hier macht sich die Risikoaversion wieder bemerkbar", vermute er. Ihm zufolge seien marktbreite Indexfonds wie etwa der iShares MSCI Emerging Markets (ISIN DE000A0HGZT7 / WKN A0HGZT) betroffen gewesen, aber auch länderspezifische Produkte, etwa ETFs (ISIN DE000A0HG2M1 / WKN A0HG2M, ISIN FR0010361691 / WKN LYX0A8 und ISIN LU0292109187 / WKN DBX1MT) mit brasilianischen, koreanischen oder taiwanesischen Aktien.
Ein gemischtes Bild ergebe sich bei den Sektoren: Viele Anleger hätten Interesse an Short-ETFs (ISIN LU0322250126 / WKN DBX1AM und ISIN LU0322250043 / WKN DBX1AL) auf die Telekommunikations- und die Technologiebranche gezeigt, wie Wiegand beobachte. Der Technologie-Short-ETF von db x-trackers, der auf Sicht von drei, sechs oder zwölf Monaten deutlich an Wert verloren habe, habe tatsächlich in den vergangenen Tagen kräftig zulegen können.
Dass die Telekommunikationsbranche (ISIN FR0010344812 / WKN LYX0A1 oder ISIN IE00B5MJYB88 / WKN A0RPSF) bei ETF-Anlegern zuletzt nicht unbedingt angesagt gewesen sei, bestätige auch Gregor Hamme von der Unicredit Group: "Wir haben große Abflüsse bei Produkten unterschiedlicher Anbieter gesehen", beschreibe er die Lage. Erklären könne er sich das nicht, hätten doch die Quartalzahlen von Vodafone die Märkte eher erfreut. "Hinter den Abgaben steckt offenbar auch nicht nur ein einziger Großkunde", ergänze er. Auch von ETFs, die die Entwicklung der Industriegüterbranche widerspiegeln würden, hätten sich Investoren tendenziell getrennt, wie Hamme wisse. Flow Traders melde Zukäufe bei Banken- und Lebensmittel-/Getränke-ETFs (ISIN FR0010345371 / WKN LYX0AP und ISIN FR0010344861 / WKN LYX0AR).
Durch die wieder gewachsene Nervosität und Risikoscheu seien Renten-ETFs zurück in den Blickpunkt der Anleger gerückt, das meine zumindest die Deutsche Bank. Etwa habe sich der db x-trackers II Eonia (ISIN LU0290358497 / WKN DBX0AN) Wiegand zufolge recht gut verkauft. Allerdings seien auch Short-ETFs auf Rentenprodukte, etwa der db x-trackers II Short iBoxx (ISIN LU0321463258 / WKN DBX0AW), gerne ins Portfolio genommen worden. Bezüglich der alternativen Investments, die zuvor viele Anhänger gefunden hätten, sei derzeit Stillhalten angesagt, melde Wiegand außerdem: "Es gab keine Nettozuflüsse, aber auch keine größeren Abflüsse." (09.02.2010/fc/a/f)
"Es wird verkauft, was das Zeug hält", melde etwa Bastian Ohta von der UniCredit Group. "Sorgen um die Defizitprobleme einiger europäischer Länder und die mögliche Straffung der Geldpolitik dominieren die Märkte weiter", erläutere Bernardus Roelofs von Flow Traders. Dass der Dow Jones Industrial gestern erstmals seit drei Monaten wieder unter die Marke von 10.000 Punkten gefallen sei, stimme ihn auch nicht unbedingt optimistisch.
"Mittwoch bis Freitag kam im Aktienbereich vieles zurück", berichte auch Eric Wiegand von der Deutschen Bank. Vor allem Aktien-ETFs, die die Entwicklung europäischer Industrieländer abbilden würden, also DJ EURO STOXX 50, DAX oder MSCI Europe, hätten auf der Abgabeliste gestanden - und das bei hohen Umsätzen. Die Verkaufswelle sei laut Wiegand allerdings mittlerweile etwas abgeebbt, der Montag sei eher ruhig verlaufen. Bastian Ohta verweise ebenfalls auf die hohen Umsätze der vergangenen Woche und die mageren Volumina gestern und heute: "Bei fallenden Kursen wird massiv abgegeben, bei steigenden hält man sich heraus", meine Ohta. Das sei kein gutes Zeichen.
In Indexfonds auf US-amerikanische und Emerging Markets-Indices habe es Eric Wiegand zufolge indessen weniger Rückgaben gegeben: "Bei US-Investments macht sich der starke Dollar bemerkbar, bezüglich der Schwellenländern sind Anleger außerdem immer noch optimistischer als bei den Industrieländern."
Spiegelbildlich sei die Entwicklung bei den Short-Produkten verlaufen: Nach Käufen zu Anfang der Woche sei es zum Ende hin zu Verkäufen gekommen, zum Beispiel beim db x-trackers Short-DAX (ISIN LU0292106241 / WKN DBX1DS) und beim db x-trackers DJ EURO STOXX 50 Short.
Bei den Schwellenländer-ETFs habe Roelofs - anders als die Deutsche Bank - nur Abflüsse gesehen. "Hier macht sich die Risikoaversion wieder bemerkbar", vermute er. Ihm zufolge seien marktbreite Indexfonds wie etwa der iShares MSCI Emerging Markets (ISIN DE000A0HGZT7 / WKN A0HGZT) betroffen gewesen, aber auch länderspezifische Produkte, etwa ETFs (ISIN DE000A0HG2M1 / WKN A0HG2M, ISIN FR0010361691 / WKN LYX0A8 und ISIN LU0292109187 / WKN DBX1MT) mit brasilianischen, koreanischen oder taiwanesischen Aktien.
Ein gemischtes Bild ergebe sich bei den Sektoren: Viele Anleger hätten Interesse an Short-ETFs (ISIN LU0322250126 / WKN DBX1AM und ISIN LU0322250043 / WKN DBX1AL) auf die Telekommunikations- und die Technologiebranche gezeigt, wie Wiegand beobachte. Der Technologie-Short-ETF von db x-trackers, der auf Sicht von drei, sechs oder zwölf Monaten deutlich an Wert verloren habe, habe tatsächlich in den vergangenen Tagen kräftig zulegen können.
Dass die Telekommunikationsbranche (ISIN FR0010344812 / WKN LYX0A1 oder ISIN IE00B5MJYB88 / WKN A0RPSF) bei ETF-Anlegern zuletzt nicht unbedingt angesagt gewesen sei, bestätige auch Gregor Hamme von der Unicredit Group: "Wir haben große Abflüsse bei Produkten unterschiedlicher Anbieter gesehen", beschreibe er die Lage. Erklären könne er sich das nicht, hätten doch die Quartalzahlen von Vodafone die Märkte eher erfreut. "Hinter den Abgaben steckt offenbar auch nicht nur ein einziger Großkunde", ergänze er. Auch von ETFs, die die Entwicklung der Industriegüterbranche widerspiegeln würden, hätten sich Investoren tendenziell getrennt, wie Hamme wisse. Flow Traders melde Zukäufe bei Banken- und Lebensmittel-/Getränke-ETFs (ISIN FR0010345371 / WKN LYX0AP und ISIN FR0010344861 / WKN LYX0AR).
Durch die wieder gewachsene Nervosität und Risikoscheu seien Renten-ETFs zurück in den Blickpunkt der Anleger gerückt, das meine zumindest die Deutsche Bank. Etwa habe sich der db x-trackers II Eonia (ISIN LU0290358497 / WKN DBX0AN) Wiegand zufolge recht gut verkauft. Allerdings seien auch Short-ETFs auf Rentenprodukte, etwa der db x-trackers II Short iBoxx (ISIN LU0321463258 / WKN DBX0AW), gerne ins Portfolio genommen worden. Bezüglich der alternativen Investments, die zuvor viele Anhänger gefunden hätten, sei derzeit Stillhalten angesagt, melde Wiegand außerdem: "Es gab keine Nettozuflüsse, aber auch keine größeren Abflüsse." (09.02.2010/fc/a/f)
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| IE0008471009 | 935927 | 63,10 € | 48,64 € | |
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