Agressor Fondsporträt


23.07.07 08:44
Euro fondsxpress

München (aktiencheck.de AG) - Selbst Rentenfondsanleger werden bei der Bilanz von Didier le Menestrel neidisch, so die Experten von "Euro fondsxpress".

Der Chef und Gründer der feinen französischen Fondsboutique Financiere de I'Echiquier habe seit Auflage des Agressor Fonds (ISIN FR0010321802 / WKN A0JLZD) 1991 jedes Jahr mit einem Pluszeichen abgeschlossen. Im Schnitt habe der Franzose 18,7 Prozent geschafft.

Monsieur le Menestrel beschreibe sein Erfolgsrezept ganz unprätentiös mit Carte Blanche. "Das bedeutet, ich habe völlige Wahlfreiheit, was ich kaufe. Ich weigere mich gegen eine Benchmark zu kämpfen, wir kämpfen nur für Gewinne", sage er nachdrücklich. Daher verwundere es kaum, dass der Franzose sehr unorthodox anlege. "Eigentlich müssten wir die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, dass wir seit dem vergangenen Jahr Cash-Quoten von bis zu 30 Prozent hatten, obwohl der Markt läuft und läuft", sage der Erfolgsmanager. Aber: Er nehme die zeitweilige Underperformance locker in Kauf. "Wir wollen kein kurzfristiger Highflyer sein. Viel wichtiger ist es uns, Bärenmärkte gut zu überstehen."

"Ich glaube nicht an Märkte, sondern an Unternehmen und deren Manager", sage le Menestrel. Daher habe er während des Tech-Booms die Fehler anderer Fondslenker nicht gemacht. "Wir sprechen nicht mit Brokern oder schauen darauf, was in den USA passiert. Daher haben wir damals auch keine Notiz von den Tech-Werten genommen."

Le Menestrel verfolge nur ein Ziel: "Ich will kein Geld verlieren und pro Jahr zehn Prozent Gewinn machen. Das genügt mir." Auch derzeit laufe er dem Markt nicht hinterher. "Wir haben aktuell 30 Prozent Liquidität, da es sehr schwer ist, günstige Aktien zu finden, obwohl wir in den vergangenen drei Jahren unser Anlage-Universum auf ganz Europa ohne Großbritannien ausgeweitet haben." Zuvor hätten le Menestrel und Team vorwiegend in französische Small- und Mid-Caps investiert.

"Wir finden zwar nach wie vor interessante Unternehmen. Aber wir kaufen nur, wenn auch der Preis stimmt", sage der Franzose. Gleiches gelte für den Verkauf. "Wir haben rigorose Verkaufsmarken, bei denen wir die Aktien verkaufen." Bisweilen zu früh, wie er zugebe. Durch seinen Spürsinn entdecke der Manager - der sich als Contrarian bezeichne - die Aktien nämlich meist dann, wenn sie kaum jemand haben möchte. Als Beispiel nenne er Ölserviceunternehmen.

"Schon 2001 haben wir dort zugegriffen. Verkauft haben wir allerdings auch schon vor zwei Jahren, da unserer Meinung nach der faire Wert erreicht war", begründe er. Von dieser konsequenten Philosophie wolle er sich auch aus Marketinggründen nicht verabschieden. "Wir kämpfen nicht um Anleger und werden uns auch nicht mit Dingen wie dem Tracking Error beschäftigen, nur um den einen oder anderen Investor zu gewinnen", sage le Menestrel.

Auf Zehn-Jahres-Sicht sei der Agressor der beste Europa-Fonds. Die Philosophie des Fondsmanagers sei auf langfristige Erfolge ausgelegt. Die könne er vorweisen. Zudem habe er noch kein Jahr mit Verlusten abgeschlossen. Das sei ein ganz starkes Argument für den Fonds von Financiere de l'Echiquier. (Ausgabe 29/2007 vom 20.07.2007) (23.07.2007/fc/a/f)