2012 wird das Jahr der Edelmetalle


05.03.12 11:22
HANSAINVEST

Hamburg (www.fondscheck.de) - Der fulminante Start der Edelmetalle in das Jahr 2012 spricht für sich: Gold, Silber, Platin und Palladium haben sich seit Jahresbeginn durchweg positiv entwickelt, sagt Nico Baumbach, Fondsmanager der zwei Edelmetallfonds HANSAgold und HANSAwerte der Hamburger Kapitalanlagegesellschaft HANSAINVEST Hanseatische Investment-GmbH.

Nach einem für Edelmetalle sehr volatilen Jahr 2011 würden die Experten zwar auch im Verlauf dieses Jahres mit Korrekturen rechnen. Auf Jahressicht würden sie jedoch für alle vier Edelmetalle positive Preisentwicklungen erwarten.

Von den politischen Belastungsfaktoren - allen voran der Eurokrise - profitiere insbesondere der Goldpreis. Das als sicherer Hafen geltende Edelmetall dürfte Anlegern weiterhin Sicherheit gegen Währungsturbulenzen bieten. Weder in puncto Eurokrise noch bei der Verschuldungskrise in den USA sei ein Ende absehbar. Im Gegenteil: "Die Verschuldung einzelner Euroländer wird weiter zunehmen", so Baumbach.

Aber auch die anderen europäischen Staaten würden Anlegern keine großen Chancen bieten: "Die Rentenmärkte der starken Euroländer liefern derzeit nur noch negative Realzinsen. Auch in den USA ist das nicht anders - die Schuldenproblematik des Landes ist hier zwar aufgrund der Eurokrise nicht so präsent, sie ist aber vorhanden", erkläre der Fondsmanager. Eine wirklich zufrieden stellende Lösung, die mit einer Beruhigung der Finanzmärkte einhergehe und damit die Werthaltigkeit vieler zentraler Währungen wieder stärke, sei also nicht in Sicht.

Darüber hinaus würden viele Staaten nach wie vor auf Gold setzen und ihre Bestände erhöhen - insbesondere die wirtschaftlich aufstrebenden Schwellenländer. Daran werde sich laut Baumbach im Laufe dieses Jahres auch wenig ändern. "Hinzu kommt, dass sich bei Anlegern allmählich die Erkenntnis durchsetzt, dass Gold als Portfoliobeimischung in der Höhe von fünf bis zehn Prozent auch in Nicht-Krisenzeiten sinnvoll ist", sage Baumbach.

Die drei anderen Edelmetalle Silber, Platin und Palladium seien aufgrund des großen Einflusses der physischen Nachfrage von Seiten der Industrie komplizierter zu bewerten. Die Bindung an die Industrie mache sie einerseits unabhängiger von der Geld- und Verschuldungspolitik, andererseits aber auch abhängiger von der Konjunktur als Gold.

So werde Silber vor allem in den Bereichen Elektronik, Fotoindustrie und Solartechnologie verwendet. Zunehmend gewinne es aber auch in neuen Schlüsseltechnologien an Bedeutung, so z.B. aufgrund seiner antibakteriellen Eigenschaften auch in der Medizintechnik. Während die letztgenannten sich derzeit als relativ konjunkturunabhängig erweisen würden, kämpfe die Fotoindustrie im Zuge der Digitalisierung mit abnehmenden Bildentwicklungszahlen.

Die Elektronikbranche spüre gerade die rezessiven Entwicklungen in zahlreichen Ländern - insofern halte sich die Nachfrageentwicklung aus der Industrie eher die Waage. Dass in vielen Schwellenländern Silber einen hohen gesellschaftlichen Wert besitze, sei hingegen ein eindeutiger Pluspunkt für das Edelmetall. "Zusammen mit den Fundamentaldaten - Silber ist das zweitwichtigste Edelmetall und kommt selten vor - ergeben sich hier gute Voraussetzungen für einen langfristigen und stabilen Preisanstieg", so Baumbach.

Die beiden das Quartett komplettierenden Edelmetalle Platin und Palladium würden vorrangig in der Automobilindustrie verwendet. Für ihren Preis sei daher zurzeit die Entwicklung in den asiatischen Märkten ausschlaggebend - denn hier herrsche weltweit der größte Absatz von und die größte Nachfrage nach Automobilen.

"Auch wenn die chinesische Konjunktur momentan nicht mehr so stark wächst wie in den Vorjahren, ist sie doch deutlich stärker als in allen westlichen Staaten", sage Baumbach. "Die jüngsten Absatzzahlen auf dem chinesischen Automarkt waren wieder positiv - und alle diese Autos brauchen Katalysatoren, die ohne Palladium nicht gebaut werden können." Insofern bekräftige der Fondsmanager seinen Ausblick: "Ja, 2012 bietet alle Chancen, ein guter Jahrgang zu werden." (05.03.2012/fc/a/m)