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22.05.17 14:07
Trotz Megaverlusten: Dieser ETF hatte den besten Monat aller Zeiten - ETF-News

Wien (www.fondscheck.de) - Der Lyxor EURO STOXX 50 Daily Double Short UCITS ETF (BXX) (ISIN FR0010424143 / WKN A0MNT7) hatte im Vorfeld der Präsidentschaftswahl in Frankreich den besten Monat aller Zeiten: Allein im April verzeichnete er einen Nettozufluss von 168,7 Millionen Euro, wie Daten von Bloomberg zeigen, so die Experten von "FONDS professionell".

Das Anlagevolumen des Fonds verharre in der Nähe eines Allzeithochs. Bei der Performance sehe es aber trist aus: Minus 4,80 Prozent im April.

"Wir haben eine Welle an Interesse an diesem Fonds in den vergangenen Wochen im Umfeld der europäischen Wahlen beobachtet", sage Adam Laird, Leiter ETF-Strategie bei Lyxor Asset Management in London. "Investoren berichten uns, dass sie diesen ETF nutzen, um sich gegen Markteinbrüche abzusichern, besonders angesichts der politischen Risiken."

Der Lyxor-Fonds zahle das Zweifache des Kehrwertes des STOXX 50 Index. Zu den größten Werten in dem Index würden französische und deutsche Unternehmen wie Total und Siemens zählen. Es sei der zweitgrößte inverse ETF, der an den Index in Europa gebunden sei. Davor liege nur noch der Xtrackers EURO STOXX 50 Short Daily UCITS ETF (XSSX) der Deutschen Bank.

Damit sei der BXX-ETF mit Blick auf 2017 bislang ein großer Verlierer. Starke Unternehmenszahlen und eine Verbesserung der Wirtschaft in der Eurozone hätten den EURO STOXX 50 im bisherigen Jahresverlauf immerhin um 8,3 Prozent ansteigen lassen. Der BXX-ETF liege mit Blick auf denselben Zeitraum rund 20 Prozent im Minus.

Dennoch: Das Anlagevolumen des Fonds sei am 21. April auf ein Allzeithoch von 256,7 Millionen Euro geklettert, wie die Daten weiter belegen würden. Nach der ersten Runde der Wahlen in Frankreich und nach der Stichwahl, die Macron gewonnen habe, hätten Investoren Gelder abgezogen. Doch habe sich das Volumen zuletzt stabil bei etwa 211 Millionen Euro gehalten.

Gebündelte Verluste seien ein Risiko für Investoren bei ETFs, die ein gehebeltes Engagement bei einem Index ermöglichen würden, sage Cameron Brandt, Direktor der Analyse beim Marktforscher EPFR Global. Ein weiteres Risiko sei, dass je länger Investoren solche täglich neugefassten Fonds halten würden, desto weniger akkurat die Fonds ihre Benchmark abbilden würden. "Derivate und unbedarfte Investoren sind ein Mix, der häufig nicht gut endet", sage Brandt.

Laird zufolge würden die Zuflüsse bei dem ETF allerdings die zunehmende Erfahrenheit von Investoren belegen, die das Instrument als Werkzeug im Rahmen ihres Risiko-Managements verstünden - und nicht nur für die langfristige Portfolio-Allokation. "Short-ETFs können vor einem Marktkollaps schützen", sage er. (22.05.2017/fc/n/e)


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