Boston (www.fondscheck.de) - Die Experten von Baring Asset Management richten die Aktienstrategie des Baring Global Resources Fund (ISIN IE0004851352/ WKN 933588, A-Klasse, EUR; ISIN IE0000931182/ WKN 974060, A-Klasse, USD) so aus, dass sie von den längerfristigen Implikationen für den Ölmarkt profitiert.
Die Ankündigung der OPEC, die Ölproduktion um 200.000 bis 700.000 Barrel pro Tag reduzieren zu wollen, habe den Markt überrascht und den erwünschten Effekt eines anziehenden Ölpreises gehabt. Ein Broker habe es folgendermaßen beschrieben: "Wenn der Konzern durch seine Rhetorik einen Anstieg des durchschnittlichen Ölpreises von circa 4 US-Dollar je Barrel erreicht, streicht er von heute bis zum 30. November buchstäblich etwa 10 Mrd. US-Dollar an zusätzlichen Öleinnahmen ein". Am 30. November gebe die OPEC bekannt, wie die Reduktion verteilt werden solle. Nicht schlecht für einen Tag Arbeit.
Durch die Ankündigungen - wie effektiv sie letztendlich auch sein würden - richte sich die Aufmerksamkeit der Anleger verständlicherweise auf die kurzfristige Angebotsseite des Ölmarktes. In dieser Hinsicht könne nach Erachten der Experten kaum ein Mehrwert geschaffen werden. Denn einfach ausgedrückt steige der Ölpreis, wenn das Angebot seitens der OPEC reduziert werde.
Allerdings lohne sich nach Ansicht der Experten eine Beurteilung der langfristigen Auswirkungen sowohl auf das Angebot als auch auf die Nachfrage am Ölmarkt.
Für die Angebotsseite bedienen sich die Experten von Baring Asset Management erneut einer einfachen Betrachtungsweise. Wenn die OPEC entscheide, zur kurzfristigen Unterstützung des Ölpreises das Rohölangebot zu begrenzen - wozu sie sich nun anscheinend durchgerungen habe - dann werde dieses Angebot durch die nächste Produktionsmöglichkeit entlang der Kostenkurve ersetzt. In diesem Fall handle es sich dabei um Schieferöl aus den USA.
Die Onshore-Rohölproduktion in den USA könnte nach Auffassung der Experten von Baring Asset Management aus technischer Sicht jährlich um 1 Mio. Barrel pro Tag gesteigert werden, was ausreichen sollte, um den Nachfrageanstieg über die kommenden Jahre aufzufangen.
In diesem Bereich würden die Experten einige der für sie fähigsten Unternehmen innerhalb der Branche halten. Dabei handle es sich um Qualitätsfirmen, die den Abschwung des Ölsektors gut bewältigt hätten und die auch weiterhin ein wesentlicher Bestandteil der Experten-Strategie seien. Im Detail handle es sich dabei unter anderem um das gut geführte US-Schieferölunternehmen mit niedriger Kostenstruktur EOG und um die Öldienstleistungs- und Ausrüstungsanbieter mit Fokus auf Nordamerika Halliburton und Forum Energy Technologies. Diese drei Unternehmen würden zu den Top 10-Positionen der globalen Rohstoffaktienstrategie zählen.
Wie sehe es mit der Nachfrageseite des Ölmarktes aus? Auch hier könnten kurzfristig aufkommende Ereignisse einen deutlich längerfristigen Effekt am Ölmarkt einleiten. Die Vorstellung, dass sich Elektrofahrzeuge am Markt etablieren würden, gewinne immer mehr an Dynamik. Der Erfolg bei den Vorbestellungen des Tesla Model 3, für den im ersten Monat 400.000 Bestellungen eingegangen seien, habe die meisten etablierten Automobilhersteller dazu gebracht, ihre Strategien in Bezug auf Elektrofahrzeuge zu überarbeiten und voranzutreiben. Der Aufstieg von Elektrofahrzeugen sei nach Auffassung der Experten mittlerweile nur noch eine Frage des "Wann" und "Wie schnell", nicht mehr des "Ob".
Im Rahmen einer in Kürze erscheinenden Informationsbroschüre werden die Experten von Baring Asset Management aktuellen Ansichten über die Implikationen für das Anlageverhalten darlegen. Sie seien nach wie vor der Auffassung, dass die erfolgreichste Anlagestrategie darin bestehe, Unternehmen zu halten, die Material für die Herstellung von Elektrofahrzeug-Batterien liefern würden. Für viele dieser Materialien, vor allem für Lithium, für Hersteller von Batterieseparatoren und für Anbieter von Kathodenmaterialien würden ihrer Einschätzung nach Eintrittsbarrieren existieren. Im Rahmen ihrer globalen Rohstoffaktienstrategie hätten die Experten ihre Investitionen für Lithium in Albemarle, Orocobre und Galaxy Resources entweder beibehalten oder aufgestockt. Gleiches gelte für W-Scope und Asahi Kasei mit Blick auf Separatoren und für Johnson Matthey in Bezug auf Kathodenmaterialien.
Aufgrund der zunehmenden Ungewissheit über das Angebot und auch die Nachfrage sei eine erhöhte Volatilität beim Ölpreis nach Erachten der Experten unvermeidbar. Das sei ein Ärgernis für all jene in der Industrie, die Anlageentscheidungen basierend auf langfristigen Annahmen zur Ölpreisentwicklung treffen möchten, wie beispielsweise integrierte Ölgesellschaften. Erfreulich sei es für andere, die von einer erhöhten Preisschwankung profitieren würden, wie im Falle des niederländischen Unternehmens für Öl- und Gaslogistik Vopak.
Ohne Zweifel werde in Zukunft eine ganze Menge über die kurzfristigen Auswirkungen der Entscheidung der OPEC auf den Ölpreis geschrieben werden. Indem die Experten von Baring Asset Management Qualitätsunternehmen identifizieren und in diese investieren, die ihrer Auffassung nach die besten langfristigen Wachstumsperspektiven aufweisen, richten sie die Baring Global Resources-Aktienstrategie jedoch so aus, dass sie von den längerfristigen Implikationen für den Ölmarkt profitiert. (Ausgabe vom 10.10.2016) (11.10.2016/fc/a/f)
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