München (www.fondscheck.de) - Die Aktienmärkte setzten ihre Talfahrt bis Mitte Februar fort, ehe ein überraschender Anstieg des Ölpreises, positive US-Einzelhandelsumsätze und positive Daten aus dem Immobilienbereich zu einer Stabilisierung der Märkte beitrugen, so Hans Köck, Investmentstratege bei Pioneer Investments.
Wesentlich sei auch die Ankündigung Chinas gewesen, dass keine gezielte Abwertung des Renminbi geplant sei. Trotz der Erholung ab Mitte Februar hätten die meisten Börsen den Februar im Minus beendet. Ausnahme sei Osteuropa gewesen, wo vor allem Russland von der Stabilisierung des Ölpreises profitiert habe. Seit Jahresanfang lägen mit Ende Februar alle Aktienbörsen im Minus.
"Der Einbruch der chinesischen Börsen der letzten Monate und die anhaltende Abnahme der Konjunkturdynamik in China haben zu Ängsten vor einer Rezession in den USA geführt", erkläre Köck. Experten in den USA würden öffentlich die Wahrscheinlichkeit einer US-Rezession diskutieren, die Risikoaufschläge von US High Yield-Anleihen lägen bereits auf Rezessionsniveau. "De facto ist das produzierende Gewerbe in den USA bereits in der Rezession. Die Industrieproduktion fiel in den vergangenen zwölf Monaten acht Mal gegenüber dem Vormonat, nach drei negativen Monaten (Oktober bis Dezember) gab es im Jänner 2016 erstmals wieder einen Anstieg der Industrieproduktion", ergänze Köck.
Im Service-Sektor seien in den USA seit Ende 2013 4,8 Mio. Jobs geschaffen worden, im Produzierenden Gewerbe aber nur 250.000, im Minenbereich seien sogar Arbeitsplätze abgebaut worden. Die US-Wirtschaft stehe und falle also mit dem Konsum, und da sehe die Situation nach wie vor positiv aus: Niedrige Arbeitslosenraten, steigende Löhne, steigende Immobilienpreise und damit Vermögen der privaten Haushalte würden nach wie vor eine gute Basis für die US-Wirtschaft bilden.
"Obwohl wir Schwachstellen im Finanzsektor sehen und trotz steigender politischer Risiken (Stichwort "Brexit") sehen wir nach wie vor ein gewisses Aufwärtspotenzial für Euroaktien", zeige sich Köck bei aller Vorsicht doch leicht optimistisch. Günstige Bewertungen und ein moderat positiver Wirtschaftsausblick würden laut Köck für diesen vorsichtigen Optimismus bei Euro-Aktien sprechen. "Trotz des kräftigen Gegenwinds durch den starken Yen sehen wir auch japanische Aktien positiv", erkläre Köck. In jedem Fall sei weiterhin mit erhöhter Volatilität zu rechnen.
In Anbetracht der schwachen Aktienbörsen habe sich die "Flucht in die Qualität" im Februar fortgesetzt, was insbesondere bei Euro-Staatsanleihen und US-Treasuries zu weiteren Renditerückgängen und entsprechenden Kursanstiegen geführt habe.
In der Eurozone lägen seit Anfang Januar die meisten veröffentlichten Wirtschaftsdaten unter den Erwartungen der Analysten. Die Wirtschaftsprognosen der Analysten für 2016 (gemessen am Bloomberg-Konsens) seien zuletzt von +1,7% auf +1,6% zurückgenommen worden. Die Schwäche der Aktienmärkte schüre die Ängste vor einer globalen Wirtschaftsabschwächung. "Die positiven Auswirkungen des schwachen Euro, der niedrigen Zinsen, der leichten Stabilisierung am Arbeitsmarkt, der sich stabilisierenden Kreditnachfrage und anderer Faktoren rücken derzeit in den Hintergrund", so Köck. Aktuell würden die Wirtschaftsdaten der Eurozone auf eine leichte Abnahme der Dynamik und auf eine Fortsetzung des gedämpften Aufschwungs auf niedrigem Niveau hindeuten.
Pioneer Investments bleibe in den europäischen Aktienmärkten übergewichtet. Die Experten würden- auch aus Bewertungsgründen - nach wie vor Chancen bei europäischen und japanischen Aktienmärkten sehen. "In diesen volatilen Marktphasen bieten gerade gemischte Fonds mit flexiblem Management, bei denen wir als langfristige Investoren immer wieder Value Möglichkeiten vorfinden, Chancen, Überreaktionen der Märkte auszunützen", betone Hans Köck. (02.03.2016/fc/a/m)
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