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28.10.14 13:30
Baring German Growth Trust-Fonds: Marktschwäche sorgt für Anlagechancen in Deutschland - Fondsanalyse

Boston (www.fondscheck.de) - Sobald Mitte November die offiziellen BIP-Daten veröffentlicht werden, wissen wir mehr über die Details der deutschen Wirtschaftsaktivität im dritten Quartal, so die Experten von Baring Asset Management im Kommentar zum Baring German Growth Trust (ISIN GB0000822576 / WKN 972849).

Was man jetzt schon wisse, sei, dass ein Rückgang der Industrieproduktion im August in Höhe von 4% die Besorgnis der Marktteilnehmer über ein eventuell enttäuschend ausfallendes Wachstum erregt habe.

Nach Ansicht der Experten von Baring Asset Management kam der Rückgang jedoch überraschend. Er habe nicht mit den Informationen übereingestimmt, die die Experten vor Ort erhalten und die sie in ihren Besprechungen und Treffen mit Geschäftsführungen zusammentragen würden. Bei vielen dieser Treffen hätten den Experten die Geschäftsführer sogar gesagt, dass die Daten und der Stimmungsumschwung sie ebenfalls überrascht hätten.

Vor diesem Hintergrund möchten die Experten von Baring Asset Management zwei mögliche kurzfristige Faktoren hervorheben, die zur Erklärung der schwachen Daten beitragen könnten. Erstens habe es in diesem Jahr in wichtigen Industriegebieten Veränderungen hinsichtlich des Zeitraums der Schulferien gegeben, was sich in den entsprechenden Phasen negativ auf die Produktivität ausgewirkt haben dürfte. Viele Firmen, wie beispielsweise Volkswagen, hätten ihre Urlaubszeit entsprechend der Schulferien von Juli auf August verlagert.

Zweitens möchten die Experten auf die Auswirkungen der strengeren Abgasnormen auf den Lkw-Absatz hinweisen. Die Einführung der verschärften Vorgaben dieses Jahr habe dafür gesorgt, dass Käufe in das Jahr 2013 vorgezogen worden seien, damit noch habe gespart werden können, bevor die teureren Motoren im Zuge der neuen Emissionsregelung auf den Markt gekommen seien.

Beide Situationen erachte man als einmalige Vorkommnisse und gehe davon aus, dass sich 2015 die Aktivitäten in diesen Bereichen wieder normalisieren würden. Diese beiden Faktoren würden die Experten bei dem Versuch, die deutsche Wirtschaft zu beurteilen, im Hinterkopf behalten.

Wenn man nach vorne blicke, würden die vorliegenden Daten darauf hindeuten, dass noch Raum für positive Überraschungen hinsichtlich der Gewinnentwicklung vorhanden sei, insbesondere in einer Zeit, in der Deutschland nicht mehr in der Gunst der Anleger stehe. Am deutlichsten sei dies nach Meinung der Experten im Automobilsektor zu erkennen. Die Branche sei das Rückgrat der deutschen Industrie, sei jedoch bei den Anlegern in Ungnade gefallen. Wenn man sich das Wachstum des Pkw-Absatzes in Höhe von mehr als 5% anschaue, was über den Erwartungen des Marktes liege, erachte man die aktuelle Marktstimmung als möglicherweise übermäßig pessimistisch.

Die Prognosen von Alcoa, einem globalen Aluminiumhersteller, würden für das vierte Quartal auf Aluminiumabsätze in Rekordhöhe hindeuten, unter anderem aufgrund der Erwartungen an eine starke Automobilproduktion. Das Unternehmen habe sogar kürzlich den unteren Wert seiner Prognose für die weltweite Automobilproduktion im Jahr 2014 von 1% bis 4% auf nun 2% bis 4% korrigiert.

Zusätzlich zum inländischen Absatz gehen die Experten von Baring Asset Management von einer kräftigen weltweiten Pkw-Nachfrage aus, was für die deutsche Automobilindustrie vorteilhaft sein dürfte. Die Strategie der Experten sei entsprechend ausgerichtet, um von dieser Entwicklung zu profitieren.

Mit Blick auf das breitere Marktumfeld würden die Experten davon ausgehen, dass das geldpolitische Stimulusprogramm der Europäischen Zentralbank, das niedrigere Zinsen und seit September auch Wertpapierfkäufe beinhalte, zu einer Abwertung des Euro beitragen werde. Für die Unternehmensgewinne von Exportunternehmen und von Firmen, die ihre Gewinne im Ausland generieren würden, dürfte dies ein Segen sein. Nach Einschätzung der Experten dürften sich die Vorzüge eines schwächeren Euro in den Erträgen des ersten Halbjahres 2015 widerspiegeln.

Dennoch sei die tatsächliche Ertragslage deutscher Unternehmen besser als der Durchschnitt des breiteren europäischen Aktienmarkts. Dies schlage sich jedoch noch nicht zwangsläufig in höheren Aktienkursbewertungen nieder. Die Experten seien davon überzeugt, dass diese Tatsache Anlagechancen schaffe, da überdurchschnittliche Ertragszuwächse bei sonst gleichen Bedingungen im Zeitverlauf zu höheren Aktienkursbewertungen führen sollten, da Anleger bereit seien, für einen zukünftigen Cashflow mehr zu bezahlen. Sollten deutsche Unternehmen also mittel- bis längerfristig weiterhin starke Erträge erzielen, wovon man ausgehe, würden sich die Fundamentaldaten nach Ansicht der Experten zum Vorteil der Anleger wieder behaupten.

Mit Blick auf das restliche Jahr 2014 und in das Jahr 2015 hinein bleiben die Experten von Baring Asset Management vorsichtig optimistisch, was den Ausblick für den deutschen Aktienmarkt angeht. Trotz der Schwäche im Bereich mancher Wirtschaftsdaten seien sie aufgrund ihrer Gespräche mit den Geschäftsführungen zuversichtlich. Dies treffe insbesondere auf jene Bereiche zu, in denen die Experten die besten Anlagechancen sehen würden, wie im Fall der Automobilindustrie und bei kleineren bis mittelgroßen Nischenherstellern von hochwertigen Produkten im Mittelstand.

Im Baring German Growth Trust würden die Experten für die Titelselektion einen Bottom-Up-Ansatz verfolgen, in dessen Rahmen sie nach der besten Mischung zwischen Wachstums- und Bewertungschancen Ausschau halten würden. Die Experten seien davon überzeugt, dass dies unter den aktuellen Marktbedingungen die beste Vorgehensweise sei, insbesondere wenn bei den Ertragsdaten für das dritte Quartal, die in Kürze verfügbar sein würden, größere Unterschiede bei den einzelnen Aktienkursentwicklungen deutlich würden. (28.10.2014/fc/a/f)


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