Hamburg (www.fondscheck.de) - Nach zuletzt zögerlichem Anlegerverhalten hat der Umsatz im Fondshandel der Börse Hamburg im Oktober deutlichen Schwung bekommen, so die Börse Hamburg.
Anleger hätten Fondsanteile im Gesamtvolumen von 98,54 Mio. Euro gehandelt - der zweithöchste Wert in diesem Jahr. Triebfeder des regen Handels seien die vorläufige Beilegung des US-Haushaltskonflikts und die ersten Konturen einer Regierungsbildung in Deutschland gewesen. Außerdem versorge die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve die Märkte weiter mit billigem Geld.
"Anleger suchen klare Verhältnisse. Die haben sie im Oktober bekommen und entsprechend kräftig gehandelt", sage Dr. Thomas Ledermann, Geschäftsführer der Börse Hamburg. "Zum einen sind im Markt Verkäufer zu beobachten, denen die aktuell hohen Notierungen allmählich unheimlich werden. Gleichzeitig steigen aber weiterhin viele Anleger ein, weil sie ihr Geld in Aktienfonds ertragreicher angelegt sehen als auf dem Sparkonto."
Im Aufwärtstrend hätten sich vor allem solche Aktienfonds befunden, die auf den indischen Markt setzen würden. Allein fünf Fonds unter den Top 10 Performern würden in diese Kategorie fallen. Den größten Zuwachs habe der DNB Fund India (ISIN LU0302237721 / WKN A0M75N) mit einem Plus von mehr als elf Prozent erzielt. "Wie schon im September profitierte der indische Aktienmarkt davon, dass die Federal Reserve ihre Politik des billigen Geldes beibehält", erläutere Oliver Wetekamp, Leiter des Fondshandels an der Börse Hamburg. Dem italienischen Aktienmarkt sei zugute gekommen, dass sich die politische Lage im Land nach dem Vertrauensvotum für die Regierung von Ministerpräsident Letta beruhigt habe. Das habe zum Beispiel dem DWS Invest Italian Equities (ISIN LU0254493041 / WKN A0JMLB) Aufwind verliehen: Der Fonds habe auf Monatssicht ein Plus von mehr als zehn Prozent erzielt.
Zu den Verlierern hätten im Oktober Biotechnologie-Fonds gezählt. Mehrere Fonds mit diesem Anlageschwerpunkt hätten einige Prozentpunkte verloren. So habe der Allianz Biotechnologie (ISIN DE0008481862 / WKN 848186) um rund sieben Prozent tiefer notiert, der Franklin Biotechnology Discovery Fund (ISIN LU0109394709 / WKN 937444) um sechs Prozent. Der DWS Biotech (ISIN DE0009769976 / WKN 976997) habe fünf Prozent verloren. "Diese Titel zeichneten sich in den vergangenen Wochen durch eine hohe Volatilität aus. Unter dem Strich fielen die Verluste aber nicht allzu hoch aus", kommentiere Wetekamp.
Mit einem Minus von mehr als acht Prozent habe der DEGI Europa (ISIN DE0009807800 / WKN 980780) zu den Fonds mit der schlechtesten Performance im Oktober gehört. Die mit 4,7 Millionen Euro sehr hohen Umsätze seien vor allem auf enormen Verkaufsdruck zurückzuführen gewesen. Anfang des Monats sei der Fonds in die Verwaltung der Commerzbank übergeben worden, die die im Fonds verbliebenen Immobilien verkaufe. "Vielen Anlegern dauert das zu lange. Deshalb verkaufen sie ihre Anteile über die Börse", sage Wetekamp. "Außerdem musste der Fonds Steuerrückstellungen in Höhe von rund acht Millionen Euro bilden, weil beim Übertrag auf die Depotbank für die Immobilien im Fonds Grunderwerbsteuer anfällt." Aus ähnlichen Gründen habe der Morgan Stanley P2 Value (ISIN DE000A0F6G89 / WKN A0F6G8) rund sieben Prozent eingebüßt. (12.11.2013/fc/a/f)
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