Frankfurt (www.fondscheck.de) - Zwar sorgt am heutigen Dienstag die Angst vor einer militärischen Intervention in Syrien für deutliche Verluste am deutschen Aktienmarkt, nach einem Ende des seit Mitte Juli eingeschlagenen Zickzackkurses sieht es aber weiter nicht aus, so die Deutsche Börse AG.
Viele Anleger würden daher weiter an der Seitenlinie verharren. "Privatkunden halten derzeit still, es sind viele Zocker unterwegs", meine Frank Wöllnitz von ICF Kursmakler. Klar auf den Verkaufslisten stünden Fonds mit türkischen, indischen und thailändischen Aktien sowie Immobilienfonds.
Lucas Schulte von der Baader Bank zufolge seien die Umsätze wieder etwas gestiegen. "Nach den zuletzt schwammigen Aussagen der US-Notenbank und angesichts der anstehenden Bundestagswahlen warten viele Anleger aber ab."
Aktienfonds mit dem Schwerpunkt Deutschland und Europa seien Schulte zufolge tendenziell verkauft worden. "Abgegeben wurde etwa der ALO Trust Aktien Deutschland (ISIN DE0008471608 / WKN 847160) und der Cominvest Fondak (ISIN DE0008471012 / WKN 847101)", erkläre der Händler. Zugegriffen worden sei hingegen im DWS Deutschland (ISIN DE0008490962 / WKN 849096).
Etwas ausgeglichener sei das Bild in international investierenden Aktienfonds: Im BL-Equities Dividend (ISIN LU0309191491 / WKN A0MWCV) der Banque de Luxembourg hätten Zuflüsse überwogen, im auf internationale Standardwerte setzenden DWS Vermögensbildungsfonds I (ISIN DE0008476524 / WKN 847652) und im M&G Global Basics mit Fokus Rohstoffbranche (ISIN GB0030932676 / WKN 797735) aber Abflüsse.
Schwellenländerwerte würden schon seit einigen Monaten nicht mehr ankommen, einige Länder treffe es derzeit aber besonders hart. "Türkische, indische und thailändische Aktien wurden durchweg verkauft", bemerke Wöllnitz. Aus den Portfolios geflogen sei etwa der HSBC GIF Turkey Equity (ISIN LU0213961682 / WKN A0D9FL). "Das liegt wohl am Syrien-Konflikt", kommentiere der Händler. Der Fonds habe seit Mitte Mai fast 40 Prozent seines Werts verloren.
Beide Händler würden daneben von Abflüssen aus dem Allianz Thailand Equity (ISIN LU0348798264 / WKN A0Q1LJ) berichten. Auch von breit streuenden Asienfonds wie dem Templeton Asian Growth (ISIN LU0029875118 / WKN 971661) hätten sich Anleger getrennt, wie Schulte ergänze. Im FF - Thailand (ISIN LU0048621477 / WKN 973268) seien Wöllnitz zufolge hingegen beide Seiten gespielt worden.
Keinen eindeutigen Trend gebe es im Handel mit Mischfonds: Schulte melde Zuflüsse im ARERO - Der Weltfonds (ISIN LU0360863863 / WKN DWS0R4). Im sonst stets beliebten Flossbach von Storch Multiple Opportunities (ISIN LU0323578657 / WKN A0M430) sei der Handel Wöllnitz zufolge diesmal ausgeglichen gewesen.
Der Fonds von Flossbach von Storch weise im laufenden Jahr eine Rendite von 5,65 Prozent auf, auf Sicht von drei Jahren seien es sogar jeweils 12,9 Prozent. Der ARERO, der wegen seiner geringen Kostenquote auch schon mal als IKEA-Fonds bezeichnet worden sei, komme seit Jahresanfang nur auf 1,28 Prozent nach 4,23 Prozent p.a. in den vergangenen drei Jahren.
Dass der Goldpreis wieder gestiegen sei, mache sich auch im Handel mit Goldminenfonds bemerkbar. Etwa habe der Nestor Gold Fonds (ISIN LU0147784465 / WKN 570771), dessen Preis sich seit einem Jahr fast halbiert habe, bei Anlegern zuletzt wieder punkten können, wie Schulte festgestellt habe.
Der Goldpreis sei am gestrigen Montag zum ersten Mal seit Anfang Juni wieder über die Marke von 1.400 US-Dollar geklettert - Ende Juni habe die Feinunze zwischenzeitlich noch weniger als 1.200 US-Dollar gekostet. Insgesamt hätten sich Verkäufe und Käufe im Handel mit Minenfonds allerdings die Waage gehalten, wie Schulte anmerke, im BlackRock Global World Mining (ISIN LU0172157280 / WKN A0BMAR) hätten etwa Abgaben dominiert.
Wenig Zuspruch würden unterdessen die offenen Immobilienfonds finden. "Die Fonds sind weiter unter Druck", erkläre Wöllnitz. Abgestoßen worden sei etwa der Grundbesitz Europa (ISIN DE0009807008 / WKN 980700). (27.08.2013/fc/a/f)
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