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NEWS - ETF
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16.07.13 16:24
ETF-Handel: Höchstens ein halbes Sommerloch

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Erholung der Aktienmärkte hat den ETF-Handel belebt, so die Deutsche Börse AG.

"Anfang vergangener Woche war der Markt schon ziemlich ausgedünnt. Mit dem Anstieg an den Aktienmärkten und der Rückkehr des DAX über 8.000 Punkte ist aber einiges Volumen wieder zurückgekommen", melde Gregor Hamme von der Unicredit. Frank Mohr, Market Maker der Commerzbank, bestätige: "Von dem so genannten Sommerloch ist zumindest im professionellen Handel nichts zu spüren. Die Anzahl der Trades ist vergangene Woche auf rund 10.500 gesunken, was aber immer noch guter Durchschnitt ist. Das gehandelte Volumen bleibt dank einzelner großer Orders aber weiterhin überdurchschnittlich." Von höchstens "einem halben Sommerloch" spreche auch Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank.

Die Grundstimmung sei laut Mohr "eindeutig positiv". Es bestehe aktuell ein klarer Kaufüberhang von 62 Prozent zu 38 Prozent Abgaben. "Umsatzspitzenreiter sind wie immer DAX-Tracker (ISIN DE0005933931 / WKN 593393; ISIN LU0274211480 / WKN DBX1DA; ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01). Hier wurde fast ausschließlich gekauft", berichte der Händler.

Das gleiche Bild zeige sich auch bei Flow Traders in Amsterdam: "Zur Abwechslung ist im DAX mal wieder eine ganz klare Richtung abzulesen: Käufe. Kein Wunder, gut 400 Punkte aufwärts in einer Woche waren eine schöne Bewegung, die viele Investoren mitgenommen haben", erkläre Market Maker Jörg Sengfelder. Auch Hamme verzeichne bei heimischen Aktienkörben durch die Bank Käufe. "Sogar der TecDAX (ISIN DE0005933972 / WKN 593397), der lange Zeit eher auf der Abgeberseite zu finden war, ist gesucht."

Von den Trackern internationaler Aktienindices stünden nach Auskunft der Händler wie schon seit einigen Wochen Produkte (ISIN DE000A0HGZR1 / WKN A0HGZR; ISIN nicht bekannt/ WKN DBX1WM), die den MSCI World abbilden würden, hoch im Kurs. "Wir sehen zudem deutliche Investitionen in US-Indices wie den S&P 500 (ISIN DE0002643889 / WKN 264388; ISIN IE00B6YX5C33 / WKN A1JULM)", ergänze Mohr. Auch Flow Traders beobachte diese Tendenz: "Die Leute gehen breit in US-Aktien. Gesucht ist neben dem S&P unter anderem der noch breiter aufgestellte Russel 2000 (ISIN LU0322248658 / WKN DBX1AB)", wisse Sengfelder.

Die Deutsche Bank bestätige den Trend allerdings nicht. "Nachdem Tracker der großen US-Indices in den vergangenen Wochen stark gesucht waren, überwog in den zurückliegenden Tagen eher die Abgabeseite und Investoren sind eher wieder in die vermeintlich riskanteren europäischen Assets (ISIN DE0005933956 / WKN 593395) gegangen", melde Kleefeld.

Wieder zu erwachen scheine, wie Sengfelder berichte, das Interesse an Schwellenländeraktien. Investoren hätten etwa die Erholung des brasilianischen (ISIN nicht bekannt/ WKN A0HG2M9) und des türkischen (ISIN DE000A0LGQN1 / WKN A0LGQN) Marktes gespielt, nachdem es in beiden Fällen aufgrund politischer Unruhen zuletzt zu deutlichen Verwerfungen gekommen sei.

"Seit langer Zeit wurden aber auch Tracker des MSCI Emerging Markets (ISIN DE000A0HGZT7 / WKN A0HGZT; ISIN LU0292107645 / WKN DBX1EM; ISIN FR0010959676 / WKN A1C9B1) wieder mal gekauft", ergänze der Händler. Die Commerzbank melde für das Segment allerdings weiterhin einen Verkaufsüberhang. "Wir sehen lediglich in Fernost ex Japan (ISIN IE00B0M63730 / WKN A0HGV9), aber auch in Japan-ETFs selbst Käufe. Beim MSCI Emerging Markets überwiegen hingegen nach wie vor die Abgaben", wisse Mohr.

Im Renten-Segment würden Bundeanleihen und europäische Staatsanleihen über alle Laufzeitbänder (ISIN DE000ETFL193 / WKN ETFL19; ISIN DE0006289465 / WKN 628946; ISIN DE0006289481 / WKN 628948; ISIN DE000ETFL144 / WKN ETFL14; ISIN LU0290355717 / WKN DBX0AC) laut Flow Traders weiter in die Depots gelegt. Bei US-Treasuries (ISIN DE000A0J2078 / WKN A0J207; ISIN DE000A0LGQB6 / WKN A0LGQB) und Hochzinsanleihen (ISIN DE000A0RM454 / WKN A0RM45) überwögen indes klar die Abgaben. "Der harte Ausverkauf bei Schwellenländer-Bonds und hochverzinslichen Unternehmensanleihen ist zwar gestoppt. Die Leute wollen hier aber noch nicht wieder rein", erläutere der Market Maker. Auch die Deutsche Bank verzeichne Anlegerinteresse nach deutschen Staatsanleihen (ISIN DE0006289499 / WKN 628949).

Die Commerzbank berichte von einem sehr dünnen Handel mit Renten-ETFs. "Das Bond-Segment hat in der vergangenen Woche bei uns nur 11 Prozent des gesamten ETF-Handels ausgemacht, verglich mit 83 Prozent bei Aktien. Normal sind 15 bis 20 Prozent", melde Mohr und verweise zur Begründung auf die Kursgewinne an den Aktienbörsen, die das Interesse an Renten gedämpft hätten.

Im Handel mit Sektor-ETFs würden laut Commerzbank aktuell Bankenwerte mit einem deutlichen Kaufüberhang herausstechen. "Der Bankensektor hat in den vergangenen Tagen ein Viertel des gesamten Umsatzes in Branchen-ETFs ausgemacht", melde Mohr und spreche von starken Käufen etwa im iShares STOXX Europe 600 Banks (DE) (ISIN DE000A0F5UJ7 / WKN A0F5UJ). Bei Flow Traders stehe zudem der iShares EURO STOXX Banks (DE) (ISIN DE0006289309 / WKN 628930) auf den Einkaufslisten, dicht gefolgt vom Lyxor ETF STOXX Europe 600 Insurance (ISIN FR0010344903 / WKN LYX0AQ). Auch Hamme spreche von einem Kaufüberhang im Finanzsektor. (16.07.2013/fc/a/e)


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