Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Aufholjagd an den Börsen in der vergangenen Woche hat auf Fondsanleger eine anziehende Wirkung, so die Deutsche Börse AG.
Händler aktiv verwalteter Fonds würden von guten Umsätzen über alle Anlageklassen hinweg berichten. "Zum Wochenbeginn war noch völlig unklar, ob der Abwärtstrend an den Aktienmärkten gestoppt werden kann", fasse Frank Wöllnitz von ICF Kursmakler die Stimmung an den Märkten zusammen. Jetzt wirke es so, als habe der Kursrutsch gar nicht stattgefunden.
Während Wöllnitz von einem insgesamt ausgeglichenen Verhältnis zwischen Käufen und Verkäufen spreche, verbuche die Baader Bank einen deutlichen Überhang an Abflüssen. "Manche Investoren nutzen die technisch ausgerichtete Aufwärtskorrektur in einigen Märkten zum Ausstieg", melde Lukas Schulte. Im gegenwärtigen Umfeld fehle ein klares Bild hinsichtlich der Marktrichtung. "Anleger warten auf neue Impulse."
Ob DekaFond (ISIN DE0008474503 / WKN 847450) oder DWS Deutschland (ISIN DE0008490962 / WKN 849096), Investoren würden Publikumsfonds mit deutschen Werten derzeit die rote Karte zeigen, wie Schulte ausführe. Beide Portfolios würden hauptsächlich in hiesige Standardwerte investieren und flexibel Smallcaps und Midcaps beimischen. Den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen (ISIN DE000A0M8HD2 / WKN A0M8HD) hätten Anleger sich laut Wöllnitz hingegen in Summe in die Depots geholt. "Dort hatten wir sehr reges Interesse." Mit mehr Abflüssen als Zuflüssen führe Schulte den europäisch ausgerichteten Espa Stock Europe Value (ISIN AT0000659230 / WKN A0B7XX).
Die Entwicklung der Rohstoffe im allgemeinen und Gold im besonderen hätten für deutliche Abgaben von Minenfonds gesorgt. Wöllnitz spreche von einem Verkaufsüberhang etwa im Pioneer Inv Aktien Rohstoffe (ISIN DE0009779884 / WKN 977988). Anleger hätten sich laut Schulte zudem vom Stabilitas Silber und Weissmetalle (ISIN LU0265803667 / WKN A0KFA1) sowie vom BGF World Gold Fund (ISIN LU0055631609 / WKN 974119) in größerem Stil getrennt. "Pläne der FED, dem Markt Liquidität zu entziehen, drücken den Goldpreis", nenne der Händler einen Grund. Zudem sinke aufgrund der Goldsteuer die Nachfrage in Indien, dem größten Abnehmer des Edelmetalls, was den Preis drücke. "Großbanken stufen die Aussichten für Gold immer mehr herunter."
Ein gemischtes Bild zeichne der Schulte von Publikumsfonds mit internationaler Ausrichtung. Per saldo abgestoßen würde beispielsweise der DJE Agrar & Ernährung PA (ISIN LU0350835707 / WKN A0NGGC) mit Schwerpunkt auf Unternehmen, die in der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette tätig seien.
Kurz vor Beginn der US-Berichtssaison seien Portfolios in den Vordergrund gerückt, die auf überdurchschnittliche Dividenden gezielt hätten. Anleger hätten etwa zum BL Equities Dividend (ISIN LU0309191491 / WKN A0MWCV) gegriffen, während im DWS Top Dividende (ISIN DE0009848119 / WKN 984811) beide Seiten gespielt würden.
Unter gemischten Portfolios mache Wöllnitz den Flossbach von Storch Multiple Opportunities (ISIN LU0323578657 / WKN A0M430) als Bestseller der Woche aus. "Der Dauerbrenner war massiv gesucht."
Rege gehandelt mit einem Kaufüberhang werde zudem der Acatis Gané Value Event Fonds (ISIN DE000A0X7541 / WKN A0X754), dessen Fondsmanagement flexibel in Wertpapiere, Geldmarktinstrumente, Bankguthaben, Investmentanteile und Derivate investiere.
Von Abgaben geprägt seien laut Schulte Publikumsfonds mit asiatischen Aktien. "Unsicherheit darüber, ob die Schwellenländer die Erwartungen erfüllen können und Diskussionen über eine mögliche Kreditblase in China spielen dabei eine Rolle." Fondsinvestoren hätten sich etwa von den beiden in US-Dollar gemanagten Templeton Asian Growth Fund (ISIN LU0128522157 / WKN 785343; ISIN LU0152928064 / WKN 749654) getrennt und hätten sich in Summe vom First State Asia Pacific Leaders Fund (ISIN GB0033874214 / WKN A0BK0C) verabschiedet. (02.07.2013/fc/a/f)
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