Frankfurt (www.fondscheck.de) - Langweilig wird es für Börsianer derzeit nicht, so die Deutsche Börse AG.
"Die Woche war ziemlich turbulent", erkläre Ivo Orlemann von ICF Kursmakler. Am Dienstag vergangener Woche sei es nämlich rasant nach unten an den Aktienmärkten gegangen, dann aber in Siebenmeilenstiefeln wieder nach oben: Der Dow Jones sei am gestrigen Montag sogar auf ein neues Fünfjahreshoch geklettert, der DAX lege heute über die Marke von 7.800 Punkten zu.
Für gute Laune würden aktuell - neben erfreulichen Unternehmenszahlen - Äußerungen der stellvertretenden US-Notenbankchefin Janet Yellen sorgen, die als Signal für eine Fortsetzung des Anleihekaufprogramms interpretiert würden.
Die Umsätze im Fondshandel würden sich derweil auf "gutem Niveau" halten, wie Andreas Kehnen von der Baader Bank melde. "Dabei hat sich der Trend der Vorwochen fortgesetzt: Heraus aus europäischen Aktien, hinein in internationale Anlagen, speziell asiatische."
"Im Vergleich mit den Vorwochen ging es wieder ruhiger zu", meine hingegen Orlemann. Das liege wahrscheinlich an der großen Unsicherheit der Anleger.
Trotz des Höhenflugs zahlreicher europäischer Aktien: Fonds mit hiesigen Dividendentiteln würden eher abgestoßen, wie Kehnen festgestellt habe. Anleger hätten sich etwa vom DekaFonds (ISIN DE0008474503 / WKN 847450) und vom FT Frankfurt-Effekten-Fonds (ISIN DE0008478058 / WKN 847805) verabschiedet, beides Portfolios mit deutschen Aktien. Gekauft würden stattdessen international investierende Fonds, etwa der CS EF Global Security (ISIN LU0269899570 / WKN A0LEQR) und der DWS International Aktien Typ 0 (ISIN DE0009848010 / WKN 984801).
Orlemann melde darüber hinaus Zuflüsse im FF Indonesia (ISIN LU0055114457 / WKN 974129) und im FF Thailand (ISIN LU0048621477 / WKN 973268), beide von Fidelity, sowie Abflüsse aus dem DWS Russia (ISIN LU0146864797 / WKN 939855). "Die Umsätze sind aber überschaubar." Der Indonesien-Fonds könne auf Sicht von einem Jahr mit einem Plus von 22 Prozent aufwarten, der Thailand-Fonds sogar mit 37 Prozent. Halter des DWS Russia müssten für denselben Zeitraum hingegen ein Minus von 10 Prozent verschmerzen.
Im Zweifel für Mischfonds - das Motto gelte offenbar weiter: Beliebt bleibe Orlemann zufolge etwa der Flossbach von Storch Multiple Opportunities (ISIN LU0323578657 / WKN A0M430). Auch der vorsichtiger agierende "Bruder" Flossbach von Storch Strategie Defensiv (ISIN LU0323577923 / WKN A0M43U), dessen Aktienanteil auf 35 Prozent beschränkt sei, sei gekauft worden. Daneben hätten Anleger auch im Ethna-Aktiv E (ISIN LU0136412771 / WKN 764930) wieder vermehrt zugegriffen. Die thesaurierende Version, der Ethna-Aktiv E-T (ISIN LU0431139764 / WKN A0X8U6), sowie der Ethna-Global Defensiv (ISIN LU0279509904 / WKN A0LF5Y), seien ebenfalls gut weggegangen.
Anders als in der Vorwoche seien reine Rentenfonds kein großes Thema gewesen. Orlemann melde allerdings anhaltende Zuflüsse im Allianz PIMCO Pfandbrieffonds (ISIN LU0039499404 / WKN 972066).
Wenig los sei derzeit im Handel mit Minenfonds. Der Goldpreis, der sich seit Monaten im Abwärtstrend befinde, sei zwar nach den Italienwahlen kurz über die Marke von 1.600 US-Dollar je Feinunze gesprungen, habe dann aber wieder nachgegeben. Am heutigen Dienstag liege der Preis bei 1.582 US-Dollar. Kehnen melde "starke Verkäufe" im BlackRock Global World Mining Fund (ISIN LU0075056555 / WKN 986932) und Zuflüsse, auf niedrigem Niveau, im Nestor Gold Fonds (ISIN LU0147784465 / WKN 570771).
Eine gute Nase bewiesen hätten Anleger allerdings mit beiden Fonds nicht: Für den Nestor Gold Fonds sei es nach einem starken Kursanstieg zwischen Ende 2008 und Ende 2010 abwärts gegangen: Auf Sicht von zwei Jahren liege das Minus bei 41 Prozent. Der BlackRock Global World Mining komme im selben Zeitraum auf ein Minus von 33 Prozent.
Gute Umsätze mit gleichermaßen Ab- und Zuflüssen melde Orlemann für den Deka-ImmobilienEuropa (ISIN DE0009809566 / WKN 980956). "Der Handel mit offenen Immobilienfonds läuft insgesamt gut", erkläre der Händler. Wenig Bewegung gebe es in den sich in Auflösung befindenden offenen Fonds. "Hier gab es ja zuletzt nichts Spektakuläres mehr." (05.03.2013/fc/a/f)
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