London (www.fondscheck.de) - Investoren, die in den Schwellenländern nach Anlagechancen suchen, sollten Aspekte der Corporate Governance beachten, sagen Michael Godfrey und Matthew Vaight, Co-Fondsmanager des M&G Global Emerging Markets Fund (ISIN GB00B3FFXZ60 / WKN A0RH4V) und des M&G Asian Fund (ISIN GB0030939770 / WKN 797751).
Das Ausmaß der staatlichen Einflussnahme auf Unternehmen zeige den Spielraum, den diese noch hätten, die Interessen der Aktionäre zu berücksichtigen. "In Märkten mit einem hohen Maß an staatlicher Beteiligung haben wir es häufig mit Überinvestitionen und einem vergleichsweise weniger effizienten Unternehmenssektor zu tun. Dies spiegelt sich in nur moderaten Renditen auf das investierte Kapital wider", sage Vaight.
China sei dafür ein gutes Beispiel: Der MSCI China-Index setze sich überwiegend aus ausgelagerten oder abgespaltenen Tochtergesellschaften großer staatlicher Unternehmen zusammen, an denen der Staat eine Mehrheitsbeteiligung halte. (Quelle: Deutsche Bank, Juni 2011) In China würden staatseigene Firmen eine Vielzahl von Industriezweigen - vom Ölsektor bis zur Bankenbranche dominieren. Doch auch in vielen anderen Schwellenländern wie Russland und Brasilien würden staatliche Beteiligungen ein Problem darstellen.
"Die staatseigenen Unternehmen besitzen eine enorme kollektive Macht in den Schwellenländern. 28. der 100 größten Schwellenländerfirmen sind Staatsunternehmen. (Quelle: JP Morgan Global Emerging Markets Equity Research, 3. Juli 2012) Dadurch erhöhen die Regierungen ihren Einfluss auf Wirtschaftssektoren, die sie als strategisch wichtig einstufen, wie das Bankwesen und den Energiesektor", erläutere Godfrey.
In China hätten Banken oft ein einfaches, aber attraktives Geschäftsmodell und würden zudem an wachsenden, bisher kaum gesättigten Märkten agieren. Allerdings mische sich der Staat stark in ihre Geschäftsstrategie ein. Als nach dem Ausbruch der Finanzkrise das Weltwirtschaftswachstum zum Stillstand gekommen sei, habe die chinesische Regierung die Kreditschleusen der staatlichen Banken öffnet. So sollte die Konjunktur angekurbelt, die Beschäftigung gefördert und die soziale Stabilität gesichert werden. Die Folge: 2009 sei die Kreditvergabe beträchtlich gestiegen. (Quellen: PBOC, Wind, CLSA Asia Pacific Markets, 4. Januar 2012)
"Wenn selbst der Vorstand einer Bank kaum Einfluss auf die Strategie und die Struktur des Kreditportfolios seines Instituts hat, dann ist es für einen Anleger sehr schwierig, den Zukunftsprognosen dieser Firma zu vertrauen", sage Vaight. Daher sei der M&G Global Emerging Markets Fund bisher in kein chinesisches Finanzunternehmen investiert gewesen.
Untersuchungen der Universität Hongkong hätten ergeben, dass die Eigenkapitalrendite bei nicht börsennotierten Unternehmen im Durchschnitt 10% höher sei als die 4%-ige Rendite von Firmen, die der Staat teilweise oder vollständig besitze. (Quelle: The Economist: "Institutions and corporate investment: evidence from an investment-implied return on capital in China" von Qiao Liu und Alan Siu, 10. März 2011)
"Schwellenländer-Investoren sollte bewusst sein, dass eine staatliche Unternehmensbeteiligung einen Interessenkonflikt zwischen der Regierung als Mehrheitsaktionär und den Minderheitsaktionären hervorruft. Strengere Corporate Governance-Standards und einen effizienteren Einsatz des Anlegerkapitals bei den Erträgen eines Unternehmens könnten strukturelle Verbesserungen erzielen. Dies nützt auch dem Aktionär - und genau danach halten wir Ausschau", sage Godfrey.
Aktuell würden staatseigene Unternehmen den chinesischen Markt dominieren. Die Zahl unabhängiger und gut geführter Unternehmen steige jedoch. Diese könnten vor allem von der konjunkturellen Entwicklung profitieren. So würden Godfrey und Vaight beispielsweise auf das führende chinesische Industriegas-Unternehmen Yingde Gases setzen.
Ein weiteres Beispiel: Der Hersteller von Medizintechnik Mindray Medical. "Mindray Medical zeigt einen ermutigenden Trend, den wir zUlrzeit in China beobachten. Unternehmen investieren' in Forschung und Entwicklung sowie in ihr Markenimage, um für Aktionäre einen Mehrwert zu schaffen. Dank seines Innovationsvorsprungs sowie der Qualität seiner Geräte kann Mindray Medical mittlerweile sogar mit dem US-Konzern General Electric konkurrieren", so Vaight. "Bereits in zehn Jahren werden viele chinesische Marken in den westlichen Industriestaaten wesentlich bekannter sein als heute. Die entsprechenden Firmen werden sich zu ernstzunehmenden globalen Mitbewerbern entwickeln."
Der M&G Global Emerging Markets Fund sei im Vergleich zu seinem Referenzindex, dem MSCI Emerging Markets Index, in chinesischen Aktien stark untergewichtet. (Quelle: M&G, per 30. Juni 2012) Per 30. Juni 2012 seien lediglich 11,4% des Portfolios in China investiert gewesen (und zwar ausschließlich am Börsenplatz Hongkong).
Seit seiner Auflegung im Jahr 2009 habe der Fonds eine Wertentwicklung von durchschnittlich 23,2% p.a. erzielt, während der Referenzindex im gleichen Zeitraum im Durchschnitt 20,2% p.a. erwirtschaftet habe. (Quelle: Morningstar, Inc., Sektor globale Schwellenländeraktien, pan-europäische Datenbank, 6. Februar 2009 bis 29. Juni 2012. Anteilsklasse A in EUR bei Reinvestition der Nettoerträge auf Basis von Rücknahmepreis zu Rücknahmepreis)
Beim M&G Asian Fund handle es sich um einen Aktienfonds, der in ganz Asien (exklusive Japan) in börsennotierte Unternehmen aus diversen Branchen und Marktkapitalisierungssegmenten anlege. Seit seiner Auflegung habe dieser Fonds eine durchschnittliche Rendite von 6,5% p.a. erzielt, während sein Referenzindex, der MSCI AC Asia Pacific ex Japan-Index im gleichen Zeitraum durchschnittlich 5,7% p.a. zugelegt habe. (Quelle: Morningstar, Inc., Sektor asiatisch-pazifische (exkl. japanische) Aktien, paneuropäische Datenbank, 30. August 1996 bis 29. Juni 2012. Anteilsklasse A in EUR bei Reinvestition der Nettoerträge auf Basis von Rücknahmepreis zu Rücknahmepreis) (30.07.2012/fc/a/f)
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