Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Griechenland bleibt weiter im Fokus der Märkte, auch im ETF-Handel ist das nicht anders, so die Deutsche Börse AG.
Ab heute berate das Parlament in Athen über das Sparpaket, bis Donnerstag müsse es gebilligt werden, um weitere Hilfen von der EU und dem IWF zu erhalten. "Bis dahin bleibt der Markt anfällig", erkläre Bernardus Roelofs von Flow Traders. Doch Griechenland sei nicht der einzige Wermutstropfen. Auch der Blick über den Atlantik dämpfe die Stimmung: Mehr und mehr verfestige sich der Eindruck, dass es dort zu einer Wachstumsabschwächung komme. "Die amerikanischen Konjunkturzahlen haben abermals enttäuscht", berichte Roelofs.
Nichtsdestotrotz seien die Volumina im ETF-Handel gut: "Die Umsätze sind ganz ordentlich, Käufe und Verkäufe halten sich die Waage." Auch Marco Salaorno von der Société Générale sehe ein insgesamt ausgeglichenes Bild von Zu- und Abflüssen bei guten Umsätzen. "Es ist ziemlich viel los bei den Standard-Assets. Ganz verabschieden aus dem Markt wollen sich die Anleger offenbar nicht." Andere Händler wie Mark Schönbrodt von der DekaBank würden hingegen von einem deutlichen Verkäuferüberhang sprechen: "Wir hatten zu zwei Dritteln Abgaben."
Wie bereits in der Vorwoche würden Investoren den DAX meiden, während das Geschäft mit EURO STOXX 50- oder STOXX 600-Trackern uneinheitlich sei. Auf den Abgabelisten stünden etwa der iShares DAX (ISIN nicht bekannt/ WKN 593339), gehebelte Produkte auf den deutschen Aktienindex (ISIN LU0252634307 / WKN LYX0AD) und Dividendenstrategie-Fonds (ISIN DE000ETFL235 / WKN ETFL23). Zu- und Abflüsse gebe es Roelofs zufolge hingegen beim iShares EURO STOXX 50 (ISIN DE0005933956 / WKN 593395), Käufe beim Lyxor EURO STOXX 50 (ISIN FR0007054358 / WKN 798328) und Lyxor EURO STOXX 50 Dividends (ISIN FR0010869529 / WKN LYX0FX) und Verkäufe beim breit aufgestellten iShares STOXX 600 (ISIN DE0002635307 / WKN 263530).
Renten-ETFs würden gesucht bleiben, vor allem solche mit den als solide geltenden deutschen Staatsanleihen. Aufgrund der Griechenland-Krise habe der richtungsweisende Euro-Bund-Future in der vergangenen Woche ein neues Jahreshoch von 127,57 Prozent markiert, im April seien es noch 120 gewesen. "Wir sehen eine verstärkte Nachfrage nach deutschen Langläufern", erkläre etwa Marco Salaorno. Anleger hätten sich etwa den iShares eb.rexx Government Germany 5,5-10,5 (ISIN DE0006289499 / WKN 628949) oder den Lyxor Euro MTS AAA Government Bond (ISIN FR0010820258 / WKN LYX0FK), einen Rentenfonds mit Staatsanleihen bester Bonität, ins Portfolio gelegt. Inflationsgebundene Renten-ETFs (ISIN nicht bekannt/ WKN A07FAM) würden hingegen eher abgestoßen.
Bei den Geldmarkt-ETFs gebe es Salaorno zufolge Flows in beiden Richtungen: "Verkäufer von Aktien-ETFs parken Liquidität in Geldmarkt-Indexfonds, wer sich wieder positionieren will, löst die Geldmarkt-ETFs auf." Die DekaBank mache den Schwerpunkt des Anlegerinteresses eher bei kürzeren oder mittleren Laufzeiten aus (ISIN DE000ETFL136 / WKN ETFL13, ISIN DE000ETFL185 / WKN ETFL18, ISIN DE0006289481 / WKN 628948), während lange Laufzeiten (ISIN DE0006289499 / WKN 628949), Geldmarkt-ETFs (ISIN DE000ETFL227 / WKN ETFL22) und Jumbo Pfandbrief-Indexfonds (ISIN DE0002635265 / WKN 263526) abgegeben würden. "Es existiert zwar Interesse an deutschen Anleihen, besonders groß ist dieses aber nicht", meine hingegen Roelofs. Für ihn sei der ETF-Handel nach wie vor "aktiengetrieben".
Bei den Sektoren-ETFs würden die großen Trends, es dominieren normale Portfolioumschichtungen fehlen. "Spezialthemen sind im Moment weniger gefragt", meine Marco Salaorno. Flow Traders berichte von Zuflüssen bei ETFs mit Aktien der Touristik- (ISIN DE000A0H08S0 / WKN A0H08S) und Lebensmittel-/Getränkebranche (ISIN LU0378435803 / WKN ETF067, ISIN FR0010344861 / WKN LYX0AR) sowie Abgaben bei ETFs mit Dividendentiteln aus dem Gesundheitsbereich (ISIN LU0292103222 / WKN DBX1SH).
Laut DekaBank würden sich Anleger auch von Indexfonds trennen, die die Entwicklung der Versorger- (ISIN DE000A0Q4R02 / WKN A0Q4R0) und der Banken-Branche (ISIN DE000A0F5UJ7 / WKN A0F5UJ) nachzeichnen würden, beliebt seien unterdessen der Automobil- (ISIN IE00B5NLX835 / WKN A0RPR0) und der Grundstoffsektor (ISIN IE00B5MTWY73 / WKN A0RPR2). Der Société Générale zufolge gebe es allenfalls bei Indexfonds mit Gesundheits- (ISIN DE000A0Q4R36 / WKN A0Q4R3), Lebensmittel- und Banken-Aktien nennenswerte Umsätze, und zwar in beiden Richtungen. "Bei den Banken hatten wir vielleicht einen kleinen Verkäuferüberhang."
Auch die Schwellenländer-ETFs würden weiterhin wenig Beachtung finden, zu sehr beschäftige Europa die Märkte. Flow Traders melde Abgaben beim iShares MSCI Emerging Markets (ISIN DE000A0HGZT7 / WKN A0HGZT). (28.06.2011/fc/a/f)
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