Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die Unsicherheit hält an, Marktteilnehmer berichten für die vergangenen Tage aber einhellig von einem klaren Käuferüberhang, so die Deutsche Börse AG.
"Die Käufer sind wieder da", erkläre etwa Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank. Die Handelsumsätze seien dabei allerdings, anders als während der Ausverkaufsstimmung nach dem Japan-Erdbeben, eher normal bis niedrig. "Jetzt ist wieder reguläres Geschäft angesagt", formuliere Frank Mohr von der Commerzbank. "Aufgrund der weiterhin volatilen Lage sind die Anleger aber nicht mit voller Kraft dabei", ergänze der Händler. "Vor dem Hintergrund der anhaltenden Unsicherheiten ist es erstaunlich ruhig", kommentiere Bernardus Roelofs von Flow Traders mit Blick auf Japan, Libyen und die wieder hoch kochende Euro-Krise.
Im Mittelpunkt des Interesses stünden ganz klar Bluechips. Flow Traders melde etwa Zuflüsse bei EURO STOXX 50- und S&P 500-Trackern (ISIN DE0005933956 / WKN 593395, ISIN DE0002643889 / WKN 264388) sowie Abflüsse bei den entsprechenden Short-Produkten (ISIN LU0292106753 / WKN DBX1SS). "Anleger interessieren sich aber auch wieder zunehmend für Smallcaps", erkläre Roelofs und nenne als Beispiele den iShares EURO STOXX Small (ISIN DE000A0DPMZ2 / WKN A0DPMZ) und den Lyxor MSCI EMU Small Cap (ISIN FR0010168773 / WKN A0F420).
Angesichts der bevorstehenden Dividendensaison seien darüber hinaus auch ETFs mit dividendenstarken Aktien, etwa der Lyxor EURO STOXX 50 Dividends (ISIN FR0010869529 / WKN LYX0FX) und der iSharesStoxx US Select Dividend (ISIN DE000A0D8Q49 / WKN A0D8Q4) gefragt. Auch der Deutschen Bank zufolge stünden Dividendentitel im db x-trackers EURO STOXX Select Dividend (ISIN LU0292095535 / WKN DBX1D3) und Nebenwerte im db x-trackers Russel 2000 (ISIN LU0322248658 / WKN DBX1AB) auf den Einkaufslisten. Short-ETFs, vor allem auf den DAX und EURO STOXX, würden hingegen durchweg abgegeben.
Gleichzeitig wachse das Interesse der Investoren an ETFs mit Aktien aus der Branche der erneuerbaren Energien - allerdings vor allem in Deutschland. "Wir haben viele Anfragen", berichte die Commerzbank. Kauffreudig gezeigt hätten sich Anleger etwa beim iShares S&P Global Clean Energy (ISIN DE000A0M5X10 / WKN A0M5X1). Beachtung fänden aber auch verwandte Themen: Etwa seien der Lyxor World Water (ISIN FR0010527275 / WKN LYX0CA), der die Aktienkurse von 20 weltweit führenden Unternehmen aus den Bereichen Wasserinfrastruktur, -aufbereitung und -versorgung abbilde, sowie der iShares S&P Global Timber & Forestry (ISIN DE000A0NA0H3 / WKN A0NA0H) gefragt. Letzterer zeichne die Entwicklung von Unternehmen aus der Wald- und Forstwirtschaft sowie Holzverarbeitung nach.
Echte Kassenschlager seien die alternativen ETFs aber noch nicht. "Die Nachfragen führen nicht immer zu Umsätzen", räume Frank Mohr ein. Im Vergleich zu anderen ETFs seien die Umsätze noch gering: "Es bleiben Nebenwerte." Dabei sehe er es als großen Vorteil, auf die ganze Branche und nicht nur einen Einzelwert setzen zu können. "Mit einer Aktie kann man auch ziemlich daneben liegen."
Besonderes Interesse an Indexfonds aus dem Sektor könne Bernardus Roelofs in Amsterdam allerdings ohnehin nicht feststellen. "Da sehen wir keine großen Umsätze." Offenbar sei das Thema bislang vor allem ein deutsches. Neben iShares mit dem iShares S&P Global Clean Energy würden im Übrigen auch Lyxor mit dem Lyxor New Energy (ISIN FR0010524777 / WKN LYX0CB), ETF Securities mit dem ETFS Daxglobal Alternative Energy (ISIN IE00B3CNHC86 / WKN A0Q8HW) und CS ETF mit dem CS ETF on Credit Suisse Global Alternative Energy (ISIN IE00B3YKW880 / WKN A1C9P3) "grüne" Indexfonds anbieten.
Im Bereich der Sektoren würden unterdessen auch die profitieren, die durch die Japan-Katastrophe besonders stark gelitten hätten. "Anleger positionieren sich wieder bei Versicherungs-ETFs (ISIN LU0378436108 / WKN ETF070)", melde Mohr. Zuflüsse habe es darüber hinaus in Indexfonds mit Automobilaktien (ISIN LU0378435043 / WKN ETF061), Abflüsse bei Finanzdienstleistern (ISIN LU0378435712 / WKN ETF066) gegeben. Angesagt seien laut Kleefeld auch Immobilien-ETFs (ISIN LU0489337690 / WKN DBX0F1) gewesen. "Defensive Sektoren wie Health Care wurden hingegen verkauft", füge der Händler hinzu (ISIN LU0292103222 / WKN DBX1SH).
Bei den Rentenfonds herrsche nach wie vor Funkstille. "Alles konzentriert sich weiter auf Aktien", stelle Roelofs fest. Auch die Commerzbank spreche von verhaltenden Umsätzen, bei denen tendenziell die Abgaben dominiert hätten. Die Deutsche Bank berichte von Zuflüssen bei Staatsanleihen-Fonds mit kurzen Laufzeiten (ISIN LU0290356871 / WKN DBX0AD) und inflationsgeschützten ETFs wie etwa dem db x-trackers II iBoxx Inflation-Linked (ISIN LU0290358224 / WKN DBX0AM) und dem db x-trackers II iBoxx Global Inflation-Linked (ISIN LU0290357929 / WKN DBX0AL). (29.03.2011/fc/a/f)
© 1998 - 2026, fondscheck.de