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28.01.25 13:00
Berenberg Emerging Asia Focus Fund: China im Jahr 2025: Zölle, Lokalisierung und Konsumanreize - Fondsanalyse

Hamburg (www.fondscheck.de) - China steht vor komplexen Herausforderungen, so die Experten von Berenberg im Kommentar zum Berenberg Emerging Asia Focus Fund (ISIN LU2491195983 / WKN A3DN75).

Daran dürften auch die Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahrsfest Ende Januar 2025 wenig ändern. Geopolitische Spannungen, binnenwirtschaftliche Entwicklungen und politische Entscheidungen der Regierung Xi Jinpings würden internationale Anleger seit Längerem verunsichern - und damit die Kurse chinesischer Aktienindizes belasten. Die chinesische Regierung dürfte für 2025 an ihrem jährlichen BIP-Wachstumsziel von "etwa fünf Prozent" festhalten und damit ihr Engagement für langfristige Wachstumsziele in den Fokus stellen.

Javier Garcia und Dr. Jianan He, Aktienexperten für asiatische Schwellenländer im Wealth and Asset Management von Berenberg, sehen in 2025 nach wie vor selektive Chancen in China. In einem aktuellen Beitrag würden sie analysieren, wie sich potenzielle Zollerhöhungen, eine angepasste Fiskalpolitik und ein angekurbelter Binnenkonsum auf chinesische Aktien auswirken könnten. Erfolgsaussichten für Anleger in China sähen sie in 2025 vor allem durch aktive Einzeltitelselektion und einen Fokus auf qualitativ hochwertige Unternehmen.

"Chinas Erfolgsaussichten für 2025 hängen wesentlich von der Wirksamkeit der Strategien ab, mit denen das Land dem Handelsdruck begegnet, maßgeschneiderte finanzpolitische Maßnahmen umsetzt und die Binnennachfrage ankurbelt", habe Javier Garcia, Portfoliomanager bei Berenberg gesagt. "Angesichts der Chancen, die sich durch die Lokalisierung von Technologien, robuste Exportsegmente und den Binnenkonsum ergeben, empfehlen wir für 2025 einen selektiven und aktiven Ansatz bei Investitionen in chinesische Aktien."

Die Handelsbeziehungen zwischen den USA und China würden eine kritische Variable für die wirtschaftlichen Aussichten Chinas bleiben. Die Annahme einer 60-prozentigen Zollerhöhung auf chinesische Waren durch die USA berge erhebliche Risiken für das Wachstum. Die Experten würden zwar nicht davon ausgehen, dass die Trump-Regierung einen so hohen Zollsatz auf alle chinesischen Waren einführen werde. Eine Erhöhung im Durchschnitt scheine jedoch sehr wahrscheinlich. Zölle würden sich direkt auf die Exporte auswirken, Investitionen und Einkommen in exportorientierten Sektoren verringern und die allgemeine Stimmung in der Wirtschaft dämpfen.

Um dem entgegenzuwirken, könnten die politischen Entscheidungsträger diese Auswirkungen durch eine Lockerung der Geldpolitik und eine kontrollierte Währungsabwertung abmildern, wobei eher mit moderaten als mit aggressiven Reaktionen zu rechnen sei. Der Zeitpunkt und der Umfang der Zölle würden auch die vierteljährliche Konjunkturentwicklung beeinflussen, wobei die Exporte möglicherweise vorgezogen würden, bevor die Erhöhungen in Kraft treten würden.

Trotz dieser Herausforderungen sähen die Experten nach wie vor Chancen in Exportsegmenten mit starkem geistigem Eigentum und einem Fokus auf asiatische und europäische Märkte, die von den Zöllen weniger betroffen seien. Darüber hinaus dürfte China angesichts der zunehmenden Konflikte mit den USA die Technologielokalisierung weiter beschleunigen, was erhebliche Investitionsmöglichkeiten im Technologiesektor eröffne.

Der Technologiesektor in China stehe aufgrund geopolitischer Spannungen unter Druck. Dennoch sehe man die US-Sanktionen als zweischneidiges Schwert: Sie könnten Chinas Fortschritt in Spitzentechnologien verlangsamen, würden das Land jedoch gleichzeitig dazu zwingen, seine Lieferkette auszubauen, Selbstversorgung zu fördern und in Bereichen zu wachsen, die von verstärkter heimischer Substitution profitieren würden. Betrachte man etwa die Selbstversorgungsquote in Chinas Halbleiterindustrie, sähen die Experten großes Potenzial, den Marktanteil lokaler chinesischer Anbieter weiter zu steigern, insbesondere in den Bereichen Chip-Design (Electronic Design Automation), geistigem Eigentum (Intellectual Property) sowie Halbleiterausrüstung.

Die Fiskalpolitik werde eine entscheidende Rolle bei der Eindämmung des externen und internen Drucks spielen. Das offizielle Haushaltsdefizit werde voraussichtlich 3,8 Prozent des BIP übersteigen und damit die traditionellen Obergrenzen sprengen. Der fiskalische Ansatz sei zwar proaktiv, werde aber moderat bleiben. Trotz dieser Maßnahmen werde das Ausmaß der fiskalischen Expansion durch die hohe öffentliche Verschuldung begrenzt, die inzwischen 113 Prozent des BIP ausmache. Die politischen Verantwortlichen würden ein Gleichgewicht zwischen kurzfristiger Flexibilität und langfristiger Nachhaltigkeit finden, wobei nach Meinung der Experten bei der fiskalischen Expansion gezielte Maßnahmen wie die Unterstützung des Konsums Vorrang haben würden.

Die Ankurbelung des Binnenkonsums habe für 2025 oberste Priorität. Der Beitrag des Konsums zum BIP-Wachstum sei 2024 deutlich zurückgegangen, belastet durch schwaches Einkommenswachstum, Beschäftigungsunsicherheiten und negative Vermögenseffekte auf dem Wohnungsmarkt.

Für 2025 plane die Regierung gezielte Maßnahmen zur Förderung des Konsums, darunter:

- Handelszuschüsse: Ausweitung von Programmen für Gebrauchsgüter wie Autos und Haushaltsgeräte, wodurch die Zuschüsse von 150 Milliarden RMB im Jahr 2024 auf 200 bis 250 Milliarden RMB steigen könnten.

- Sozialleistungen: Erhöhung der Grundrenten in städtischen und ländlichen Gebieten und der Zuschüsse für die Gesundheitsversorgung, wobei die Gesamtausgaben möglicherweise 150 bis 210 Milliarden RMB erreichen könnten.

- Anreize für Neugeborene: Einführung von Zulagen zur Förderung höherer Geburtenraten, geschätzt auf 70 bis 140 Milliarden RMB pro Jahr.

Darüber hinaus werde erwartet, dass die Ankurbelung des Konsums die Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Marken stärke und es ihnen ermögliche, Marktanteile gegenüber ausländischen Produkten zu gewinnen, indem sie preiswerte Optionen anbieten würden.

Im Berenberg Emerging Asia Focus Fund (ISIN LU2491195983 / WKN A3DN75) rden die Experten qualitativ hochwertige Unternehmen bevorzugen, die von diesen Investitionsmöglichkeiten in China profitieren könnten. Unter anderem seien folgende chinesische Unternehmen aus ihrer Sicht aussichtsreich positioniert:

- Naura - Technolgie: Das 2001 gegründete Unternehmen Naura sei Chinas größter Hersteller von Halbleiterausrüstungen mit einem breiten Produktportfolio. Der Bereich IC-Geräte und -Dienstleistungen trage 2024 über 75 Prozent zum Umsatz bei und solle weiter wachsen. Naura bediene ausschließlich den chinesischen Markt, der aufgrund von US-Exportbeschränkungen unterversorgt sei. Das Unternehmen sei führend in ICP- und PVD-Technologien und profitiere vom Trend zur inländischen Substitution.

- PopMart - Nicht-Basiskonsumgüter: Das 2010 gegründete Unternehmen Pop Mart sei ein Vorreiter der Art-Toy-Kultur in China und produziere jährlich über 1.000 Figuren, darunter bekannte IPs wie Molly, Dimoo und Skullpanda. Wachstumstreiber sei insbesondere die Expansion ins Ausland: Nach Angaben des Unternehmens sollten 2025 mindestens 70 internationale Geschäfte eröffnet werden. Langfristig dürfte Pop Mart vom Export und der steigenden Nachfrage nach Pop-Toys profitieren.

- Eastroc - Basiskonsumgüter: Das 1994 gegründete Unternehmen Eastroc Beverage sei Chinas größte heimische Marke für Energydrinks mit einem Marktanteil von über 45 Prozent nach Volumen im Jahr 2024. Mit starken Vertriebsnetzen gewinne Eastroc in China im Ver-gleich zu ausländischen Marken weiterhin Marktanteile. Der Markt für Energydrinks wachse in China schneller als die Gesamtnachfrage nach Softdrinks, was auf die zunehmende Marktdurchdringung zurückzuführen sei. (28.01.2025/fc/a/f)



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