Wien (www.fondscheck.de) - Mittelstandsanleihen-Fonds wird aufgelöst - Fondsnews
Als Hans-Jürgen Friedrich vor fast zehn Jahren den Mittelstandsanleihen-Fonds (ISIN LU0974225590 / WKN A1W5T2) initiierte, galt er als Vorreiter in einem neuen Anlagesegment, so die Experten von "FONDS professionell".
Nun müsse das Portfolio liquidiert werden - gegen Friedrichs Willen, der scharfe Kritik an der Verwaltungsgesellschaft übe.
Der Deutsche Mittelstandsanleihen Fonds werde liquidiert. Dies gehe aus einer Mitteilung der Service-Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) IP Concept an die Anleger hervor. Die KVG habe beschlossen, den Fonds "mit dem Ziel der zum nächstmöglichen Zeitpunkt erfolgenden Auflösung in Liquidation zu setzen", heiße es in dem Schreiben. Die geplante Auflösung erfolge "vor dem Hintergrund der Wahrung von Anlegerinteressen".
Der Fondsberater kritisiere die KVG
In den Mittelstandsanleihen-Fonds hätten viele Privatanleger investiert. Als Berater sei die Düsseldorfer Investmentboutique KFM aufgetreten. Deren Vorstandschef Hans-Jürgen Friedrich kritisiere das Vorgehen der KVG scharf: "Die Kundenberater und ich sind sehr unglücklich damit, was die IP Concept für uns überraschend entschieden hat", zitiere ihn das "Handelsblatt". Seiner Meinung nach hätte es die Möglichkeit gegeben, die derzeit nicht bewertbare Anleihe mit einer sogenannten Sidepocket-Lösung vom Mittelstandsanleihen-Fonds zu separieren.
Noch Mitte April habe KFM in einem Frage-Antwort-Katalog betont, den Fondshandel sofort wieder aufzunehmen, sobald eine Bewertung der Anleihe vorliege. Das werde nun nicht mehr passieren. Stattdessen müssten sich Anleger auf Verluste einrichten, wenn die KVG die liquiden Anleihen aus dem Fonds zu Kursen unterhalb des Einstandspreises veräußere.
Zweiter Mittelstandsanleihen-Fonds nicht betroffen
Neben dem Deutschen Mittelstandsanleihen Fonds berate KFM ein zweites Vehikel, den Europäischen Mittelstandsanleihen Fonds (ISIN: DE000A2PF0N2/ WKN A2PF0N). Dieses Sondervermögen, das von der Kölner Service-KVG Monega verwaltet werde, sei nicht von der Liquidation betroffen. In dem vor gut drei Jahren aufgelegten Fonds hätten zuletzt jedoch nur rund zwölf Millionen Euro gesteckt. (16.06.2023/fc/n/s)
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