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21.09.22 12:26
FFPB Dividenden Select Fonds: Verträgt der Immobilienmarkt eine weitere Leitzinserhöhung?

Augsburg (www.fondscheck.de) - In den USA steht die nächste Leitzinserhöhung an, und sie wird kräftig ausfallen, so Christoph Mertens, Mitglied des Managementgremiums des FFPB Dividenden Select (ISIN LU0775212839 / WKN A1JW9N) der Fürst Fugger Privatbank.

Es sei davon auszugehen, dass die FED den Leitzins auf ein Niveau von 3,00 bis 3,25% anhebe. Die EZB dürfte Ende Oktober nachziehen - wahrscheinlich ähnlich drastisch wie zuletzt.

Dass dies Einfluss auf den Immobilienmarkt habe, liege für Christoph Mertens auf der Hand. Das offensichtlichste Beispiel sei die Entwicklung der Finanzierungskonditionen. So gebe das Vermittlungsportal Interhyp an, dass der durchschnittliche Zinssatz für eine zehnjährige Zinsbindung im Dezember des letzten Jahres noch bei 1,0% gelegen habe. Aktuell müssten Käufer für zehnjährige Darlehen mit einem Zinssatz von 3,4% kalkulieren. Tendenz steigend. Für potenzielle Immobilienkäufer oder -bauer bedeute dies in der Berechnung ihrer monatlichen Belastung eine Differenz von mehreren Hundert Euro. Hinzu kämen die rasant steigenden Energiepreise. "Für viele geht die Rechnung für den Traum von der eigenen Immobilie schon jetzt nicht mehr auf", so Mertens.

Selbst die Corona-Pandemie habe dem langjährigen Preisanstieg bei Immobilien kaum etwas anhaben können, abgesehen von einer schwachen und kurzen Delle. Vielmehr habe der deutschlandweite Hauspreisindex EPX im vergangenen Sommer seinen bisherigen Höhepunkt erreicht. Die Preise seien also noch hoch. Die neuesten Daten zeigten jedoch, dass die Preise langsam rückläufig seien, für Eigentumswohnungen und Bestandswohnungen sogar deutlich. Christoph Mertens: "Lediglich Neubauhäuser konnten noch zulegen. Dahinter steckt aber nicht zwingend eine ungebrochene Nachfrage, sondern unter anderem auch der Anstieg der Baukosten für bereits begonnene Objekte."

Stichwort Baukosten: Sie würden massiv getrieben von immer weiter steigenden Kosten für Baumaterial und Energie sowie anhaltende Lieferengpässe. Inflationsbedingt höhere Lohnkosten dürften diesen Effekt eher noch weiter verstärken.

Um einen klaren Trend zu erkennen, sei es noch zu früh und die Gemengelage zu unübersichtlich, gebe Mertens zu bedenken. "Fakt ist, dass sich der Immobilienmarkt in einer herausfordernden Lage befindet. Schon jetzt lassen sich ein wieder steigendes Angebot, längere Verkaufszeiten sowie eine Verlagerung in Richtung des Miet-Marktes beobachten." Was dies wiederum für die Entwicklung der Mieten bedeutete und wie sich dazu noch die explosionsartige Steigerung der energiebedingten Nebenkosten auswirken würde, das sei noch einmal ein eigenes Thema. (21.09.2022/fc/a/f)



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