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20.04.21 08:30
Bellevue (Lux) BB Entrepreneur Europe-Fonds: 03/2021-Bericht, Performanceplus von 5,5% - Fondsanalyse
Bellevue Asset Management

Küsnacht (www.fondscheck.de) - Der BB Entrepreneur Europe (Lux)-Fonds (ISIN LU0415391860 / WKN A0RPSJ, B EUR) hat zum Ziel, ein langfristig attraktives und kompetitives Kapitalwachstum zu erwirtschaften, so die Experten der Bellevue Asset Management AG.

Er eigne sich daher besonders für Investoren mit einem Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren, die ihr Portfolio durch Anlagen in europäische eigentümergeführte Unternehmen diversifizieren wollten. Der Fonds weise die typischen Risiken auf, die sich aus Aktienanlagen in Europa ergeben würden.

Der Fonds investiere in börsennotierte eigentümergeführte Unternehmen in Europa, welche von einem Unternehmer oder einer Unternehmerfamilie mit mindestens 20% der Stimmrechtsanteile kontrolliert würden. Die Eigenschaften solcher Unternehmen - fokussiertes Geschäftsmodell, kurze Entscheidungswege, nachhaltige Geschäftspolitik und starke Unternehmerkultur - würden zu Innovationseffizienz, hoher Produktqualität sowie starker Kundenbindung führen und sie würden sich nachweislich positiv auf den Aktienkurs auswirken. Das in diesem Anlagesegment erfahrene und in Unternehmerkreisen breit vernetzte Managementteam identifiziere mittels eines fundamentalen Bottom-up-Ansatzes die attraktivsten eigentümergeführten Unternehmen mit mittlerer als auch großer Marktkapitalisierung und konstruiere aus 40 bis 50 Titeln ein über Länder und Sektoren diversifiziertes Portfolio.

Europäische Aktien hätten im März gemessen am SXXR 6,4% fester geschlossen, getrieben durch Fortschritte bei Impfkampagnen, vor allem in den USA, wo bereits mehr als 100 Mio. Dosen verabreicht worden seien. Die Märkte hätten darüber hinaus von einer Vielzahl angekündigter Stimuluspakete profitiert, sowohl in den USA als auch in Europa. An der Wirtschaftsfront würden die Prognosen weiterhin nach oben korrigiert. Die OECD erwarte für 2021 und 2022 ein Weltwirtschaftswachstum von 5,6% und 4%. Der Eurozone Composite PMI sei im März auf 52,5 Punkte nach 48,8 im Februar geklettert, wobei verarbeitendes Gewerbe und Dienstleistungen die Erwartungen übertroffen hätten. Gleichzeitig sei die Inflation in der Eurozone weiter angestiegen, von 0,9% im Februar auf 1,3% im März, und habe damit ihren Höchststand seit Ausbruch der Pandemie erreicht.

Die Stilrotation sei weniger ausgeprägt als in den Vormonaten ausgefallen, wobei die Sektoren Auto & Bauteile (+17,1%), Telekommunikation (+10,9%) und Chemie (+10,3%) die besten Performer gewesen seien, während Finanzdienstleistungen (+1,3%), Grundstoffe (+1,4%) und Energie (+3,7%) am meisten hinterhergehinkt seien.

Vor diesem Hintergrund habe der Fonds 5,6% (EUR/B-Anteile) fester geschlossen, jedoch seine Benchmark um 90 Bp verfehlt. Die größten Performancebeiträge im Berichtsmonat hätten Husqvarna (+21,2%), KION (+20,4%) und Homeserve (+17,8%) geleistet. Husqvarna, der schwedische Hersteller von Gartengerätschaften, habe von Anhebungen der Konsensschätzungen profitiert, da sich "Staycations" angesichts verlängerter Beschränkungen und verspäteter Impfkampagnen weiterhin großer Beliebtheit erfreuen sollten. KION, weltweit führender Anbieter von Lagertechnik und Supply-Chain-Lösungen, dürfte dank der Wachstumschancen des zunehmenden Onlinehandels sowie der dynamischen Nachfrage nach Flurförderzeugen und Lagerautomatisierung einen hervorragenden Jahresstart hinlegen. Homeserve sei das beschleunigte Impftempo in seinen zwei größten Märkten (USA und UK) zugute gekommen, das sich als Impulsgeber für die konjunkturelle Erholung erwiesen habe. Sein Geschäftsmodell punkte zudem durch attraktive strukturelle Merkmale: defensives und wiederkehrendes Wachstum, hohe Margen und Cash-Generierung.

Die größten Verlustbringer im März seien InPost (-23,2%), Worldline (-3,2%) und GN Store (-3,3%) gewesen. Der Börsenneuling InPost, der sich auf Paketschließfächer und Logistiklösungen auf der letzten Meile spezialisiert habe, habe unter aufkeimenden Wettbewerbssorgen gelitten. Allegro habe angekündigt, sein eigenes Schließfachnetzwerk in Polen aufzubauen, dem Heimatmarkt InPosts. Zudem hätten Gerüchte über den Eintritt von AliExpress in das APM-Segment kursiert. Diese Ängste halten die Experten der Bellevue Asset Management AG für übertrieben. InPosts Wachstumsziele sollten dank zusätzlichen APM-Kapazitäten und einer höheren Marktdurchdringung auf Kosten herkömmlicher Paketdienste generiert werden. Die Experten hätten die Schwäche zum Ausbau ihrer Position genutzt.

Der elektronische Zahlungsdienstleister Worldline habe unter den verlängerten Lockdowns in Europa gelitten, die seine Rückkehr zu Trendwachstum verzögert und darüber hinaus weitere Senkungen der Konsensschätzungen ausgelöst hätten. Nachdem im Q1 nun vermutlich die Talsohle erreicht sei, weise Worldline ein attraktives Rendite-Risiko-Profil mit äußerst positiven Langzeittrends auf, die durch die langfristige Umstellung auf bargeldlose Bezahlung sowie die anhaltende Sektorkonsolidierung gestützt würden. Während die starke Dynamik der Audio-Division von GN Store weiterhin intakt bleibe, leide dessen Hörgerätesparte nach dem enttäuschenden Jahr 2020 unter fehlender Visibilität. Auch die im Februar veröffentlichte Statistik des US Department of Veterans Affairs (VA) zeige für GN Store einen kräftigeren Volumenrückgang und Marktanteilverluste. Mittelfristig sollten sich die Aussichten mit der Wiedereröffnung der Wirtschaft jedoch verbessern.

Die Experten der Bellevue Asset Management AG gehen in ihrem Kernszenario weiterhin von synchronisiertem Wachstum, einer zunehmenden und durch eine starke Fiskalpolitik gestützten Ausgabenbereitschaft sowie weiterhin steigenden Renditen aus. Dies spreche nach wie vor für eine Ausrichtung auf Value, selbst nach dem positiven Trend der letzten 6 Monate. Die Experten hätten sich von Roche getrennt und stattdessen mit ProSiebenSat1, der führenden deutschen TV-Gruppe, eröffnet. Sowohl die Wiedereröffnung der Wirtschaft als auch die Monetarisierung des wertvollsten Portfolios an digitalen Assets, das ein TV-Konzern in Europa aufgebaut habe, seien positive Trigger für die Aktie. Der IPO seines digitalen Dating-Portals Parship Group in 2022 sei ebenfalls ein potenzieller Katalyst, vor allem mit Blick auf die Bewertungsniveaus, die vergleichbare Unternehmen in den USA erreicht hätten. Positiv zu bewerten seien auch die Spekulationen um das Übernahmeinteresse an Flaconi, seiner Online-Plattform für Kosmetik und Parfums. Die implizite Bewertung der TV-Vermögenswerte belaufe sich auf das 3,4- bis 5,5-Fache des EBITDA 2021, was ein Kurspotenzial von wenigstens 20% impliziere. (Stand vom 31.03.2021) (20.04.2021/fc/a/f)



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