Frankfurt (www.fondscheck.de) - Zuversicht, mit dem vorliegenden Brexit-Vertrag doch noch eine Einigung zu erzielen, hebt laut Händler die Nachfrage nach britischen Aktien aus der ersten und zweiten Reihe, so die Deutsche Börse AG.
Überwiegende Käufe von FTSE 250- (ISIN IE00BKX55Q28 / WKN A12CX0, ISIN IE00B00FV128 / WKN A0CA55) und FTSE 100-ETFs (ISIN LU0274211480 / WKN DBX1DA) zähle Oliver Killian von der UniCredit zu den auffälligsten Bewegungen im Handel mit Einzelländer-Aktien.
"Britische Midcaps waren in den vergangenen Tagen besonders gefragt und belegen Rang drei in unserer Kaufstatistik", bestätige Christian Dürr von der Commerzbank. FTSE 100-Produkte stünden mit einem leichten Kaufüberhang in den Büchern.
Bruce Gunn von IMC sehe die steigende Nachfrage nach britischen Mittelständlern in Verbindung mit der Aufwertung der britischen Währung. Ein teureres Britisches Pfund bringe für Unternehmen mit geringer internationaler Verflechtung weniger Nachteile. Das Pfund habe zur Gemeinschaftswährung seit dem Jahrestief um 1,06 im August deutlich zugelegt und notiere aktuell um 1,16 Euro. Am 9. Oktober sei das Pfund noch für 1,11 Euro zu haben gewesen.
"Über alle Anlageklassen hinweg dominieren bei uns mit 57 Prozent die Zuflüsse", beschreibe Dürr. MSCI World- (ISIN IE00B4L5Y983 / WKN A0RPWH) und S&P 500-ETFs (ISIN IE00B5BMR087 / WKN A0YEDG) führten bei der Commerzbank die Liste der meist gekauften Werte an. Von DAX-Aktien (ISIN LU0378438732 / WKN ETF001) verabschiedeten sich Investoren unterm Strich. EURO STOXX 50-Produkte würden gleichermaßen gekauft und verkauft.
Bei ETFs, die Aktien entwickelter Länder Asiens enthalten würden, verbuche Kilian insgesamt Kaufüberhänge. Anleger deckten sich beispielsweise mit MSCI Japan- (ISIN IE00BCLWRG39 / WKN A1W2ES) und MSCI Pacific ex Japan-ETFs (ISIN IE00B52MJY50 / WKN A0YEDR) ein und reagierten damit vermutlich auf positive Töne im Zollstreit zwischen den USA und China.
In Schwellenländeraktien positionierten sich Kilians Kunden per Saldo. Besonders häufig zum Zuge kämen Produkte, die sich am marktbreiten MSCI Emerging Markets (ISIN LU1681045370 / WKN A2H58J) orientieren würden. Die überwiegenden Käufe von MSCI Emerging Markets Socially Responsible-ETFs (ISIN LU1048313891 / WKN A110QD) belegten, dass verantwortliches Investieren in allen Regionen an Bedeutung gewinne.
Mit Blick auf die Branchen sehe die Commerzbank Interesse am Immobiliensektor. Aktien etwa im STOXX Europe 600 Real Estate (ISIN DE000A0Q4R44 / WKN A0Q4R4) würden mit deutlichem Überhang gekauft. Gleichermaßen Zu- und Abflüsse verbuche Dürr für Werte der Grundstoffe-Industrie (ISIN DE000A0F5UK5 / WKN A0F5UK). Das gelte auch für Technologie-Aktien im S&P Technology Select Sector Index (ISIN IE00BWBXM948 / WKN A14QB5).
Die Umsätze mit Festverzinslichem beschreibe Kilian vor dem Hintergrund steigender Risikofreude als überschaubar. Investoren verabschiedeten sich beispielsweise von Unternehmensanleihen im Barclays MSCI Euro Corporate 0-3 Year Sustainability ex Controversial Weapons Index (ISIN IE00BYZTVV78 / WKN A142NU). Zu den meist gehandelten und überwiegend abgegebenen Rentenwerten gehörten Produkte, die sich am Barclays Capital Euro Treasury Bond Index (ISIN IE00B4WXJJ64 / WKN A0RL83) orientieren würden.
Tracker des Barclays Capital Emerging Markets Local Currency Core Government Index (ISIN IE00B5M4WH52 / WKN A1JADV) und Barclays Capital Emerging Markets Local Currency Liquid Government Index (ISIN IE00B4613386 / WKN A1JJTV) landeten zumeist in den Depots. (Ausgabe vom 22.10.2019) (23.10.2019/fc/a/e)
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