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Vorabpauschale positiv: Für Fondserträge aus 2023 fallen Steuern an - Fondsnews


06.01.23 13:22
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Deutsche Bundesbank hat für die Berechnung der Vorabpauschale erstmals seit 2020 wieder einen positiven Basiszins veröffentlicht, so die Experten von "FONDS professionell".

Damit seien die laufenden Erträge aus thesaurierenden Fonds, die 2023 erzielt würden, im kommenden Jahr zu versteuern.

Zwei Jahre lang seien Privatanleger, die Anteile an thesaurierenden Fonds halten würden, in den Genuss der Steuerfreiheit für ihre laufenden Erträge gekommen - damit sei es nun vorbei. Für das Jahr 2023 würden Inhaber von Anteilen an wiederanlegenden Publikumsfonds die Vorabpauschale, die im Januar 2024 ermittelt werde, versteuern müssen. Dies ergebe sich aus einem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 4. Januar. Für Anleger, die teilausschüttende Fonds halten würden, habe die partielle Steuerfreiheit ebenfalls ein Ende.

In seinem Schreiben gebe das BMF den Basiszins zur Berechnung der Vorabpauschale bekannt. Diese werde seit dem Inkrafttreten des Investmentsteuerreformgesetzes am 1. Januar 2018 für die Besteuerung der erzielten laufenden Erträge aus thesaurierenden und teilausschüttenden Fonds ermittelt. Der Basiszins leite sich aus langfristig erzielbaren Renditen deutscher Staatsanleihen mit jährlichen Zinszahlungen und Restlaufzeiten von 15 Jahren ab. Er werde von der Bundesbank anhand der Zinsstrukturkurven jeweils zum ersten Börsentag eines neuen Jahres errechnet und vom BMF veröffentlicht.

Für 2023 habe die Bundesbank zum 2. Januar erstmals seit zwei Jahren wieder einen positiven Wert ermittelt und der sei stattlich: Er liege bei 2,55 Prozent, wie das BMF mitteile. Für 2020, als der Basiszins zur Berechnung der Vorabpauschale letztmals positiv ausgefallen sei, habe er sich auf lediglich 0,07 Prozent belaufen, für 2019 seien es 0,52 Prozent gewesen.

Zum Hintergrund: Seit dem Inkrafttreten des Investmentsteuerreformgesetzes würden nicht mehr die tatsächlichen laufenden thesaurierten Erträge von Investmentfonds besteuert. Sofern ein Fonds eine Wertsteigerung erzielt habe, werde stattdessen ein Basisertrag ermittelt. Dieser errechne sich nach der gesetzlich vorgeschriebenen Formel: 70 Prozent des jährlichen Basiszinses x Rücknahmepreis der Fondsanteile zu Beginn des vorangegangenen Kalenderjahres.

Nun werde die Vorabpauschale errechnet, denn auf diese Summe seien Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer abzuführen. Bei thesaurierenden Fonds entspreche die Vorabpauschale eins zu eins dem Basisertrag. Bei teilausschüttenden Sondervermögen entspreche die Pauschale der Differenz zwischen Ausschüttung und Basisertrag. Dies sei auch bei ausschüttenden Fonds der Fall, sofern die ausgekehrte Summe unter dem Basisertrag liege.

Die unangenehme Nachricht vom BMF werde ihre Wirkung allerdings erst Anfang 2024 entfalten, derzeit könnten sich Anleger noch über die Steuerfreiheit für ihre 2022 erzielten laufenden Erträge freuen. Allerdings sollte niemand auf die Idee verfallen, er hätte vom Fiskus sogar Geld zu bekommen. Denn: Der Basisertrag könne zwar negativ werden - die Vorabpauschale jedoch nicht. Diese könne nur entfallen. Nicht zu vergessen sei auch, dass die tatsächlich thesaurierten Erträge zu versteuern seien, sobald der Anleger seine Anteile veräußere. (News vom 05.01.2023) (06.01.2023/fc/n/s)